Sie sprechen über spezielle Mode, ihren ganz eigenen Lifestyle, ihre persönlichen Erfahrungen genauso wie über politische oder religiöse Themen, die sie umgeben. Nichts, so könnte angenommen werden, unterscheidet sie von modernen Frauen, wie sie tagtäglich auf der ganzen Welt anzutreffen sind. Und doch sind sie anders – sie tragen einen Hijab. Macht sie das allerdings weniger zeitgemäß? Nein, das Gegenteil scheint der Fall zu sein.
Ein neuer Trend erobert die Blogosphäre
“Hijabblogging: Ein weiterer globaler Trend, der die Blogosphäre im Sturm erobert”, beschreibt Jillian York, das was sich derzeit in den Weiten des Netzes formiert. Angeführt durch “The Hijablog”, der in Norwegen ins Leben gerufen wurde, berichten sie aus ihrem Leben. Da heißt es zum Beispiel: “Für die meisten meiner internationalen Leser könnte das ziemlich uninteressant sein, doch es handelt sich hierbei um ein Thema, das muslimische Frauen und ihre Möglichkeiten in Norwegen ganz ernsthaft betrifft. Genau aus diesem Grund muss ich darüber schreiben.” Was folgt ist ein Artikel samt Diskussion über muslimische Frauen und ihre Möglichkeiten auch im Polizeidienst ein Kopftuch zu tragen. Auf der anderen Seite werden jedoch auch weit trivialere Themen angesprochen. Wie etwa so typisch weibliche Fragen wie: “Was ziehe ich an?” Und so findet sich auch ein Porträt des indonesischen Designers für islamische Mode, Itang Yunasz auf dieser Seite.
Ihre Gedanken verbreiten sich im Netz
Doch nicht nur in Norwegen tut sich etwas. Jillian York trägt noch weitere Beispiele zusammen. Da ist zum einen “Muslima Maria“. Ein Blog, der in Kanada beheimatet ist. Oder “Is There Food On My Niqaab” aus New Jersey. Dazu gesellen sich “HijabStyle“, “Hujabee“, “Beautiful Muslima” genauso wie etwa “Hijabi Couture“. Die Autorin ist sich jedenfalls sicher, dass Blogs mit einer solchen Ausrichtung gerade mächtig “en vogue” sind.
Ob allerdings “trendy” oder nicht: Die im Jahr 2006 konvertierte “Muslima Maria” drückt die Notwendigkeit und den Vormarsch solcher Blogs so aus. Sie sagt: “Ich weiß nicht, ob das eine Sache für alle Frauen ist. Doch ich glaube, dass ich die Kernfrage, warum das Tragen eines Hijab für die meisten Frauen – inklusive mir – so hart ist, entdeckt habe. Wenn du ein Kopftuch aufsetzt, hast du keinen Platz, um dich zu verstecken. Du kannst nicht verbergen, was du über dich selbst fühlst, all die Dinge, die du an dir selbst nicht magst (…). Du fühlst dich hässlich (…).” Und das sei die Herausforderung, wenn sich eine Frau dazu entschließt einen Hijab zu tragen.
Sie gehen offensiv mit ihrem “Anderssein” um. Sie verbergen lediglich einen Teil ihrer Schönheit. Nicht jedoch ihren Geist.
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