Feinste Schokolade aus Ecuador fasziniert deutsche Gaumen
Die Nachrichtenlage ist ernst da draußen. Die Stimmung an den Finanzplätzen dieser Welt ist mies und auch der Terror hat erneut sein schreckliches Gesicht gezeigt. Krisen und Schreckensmeldungen bestimmen den Meldungsalltag. Doch nun liegt ein Hauch von Zitrone, Banane und Orange in der Luft. Zu ihnen gesellen sich Aromen unzähliger Blumen, abgerundet durch erdige Töne, und gekrönt durch markante Noten von Kakao. Die volle Wucht der Natur breitet sich in der wohligen Backstube von Volker Müller, Chef der EngelbertZ Outbeck Conditorei in Hergolshausen, aus. Der umtriebige Bäckermeister aus dem Landkreis Schweinfurt hat gemeinsam mit Carla Barboto und Santiago Peralta Mitte Februar zur großen Schokoladenpräsentation geladen. Gemeinsam entführten sie ihre Gäste in eine andere Geschmacks-Welt und sorgen so wenigstens für kurzzeitige Zerstreuung.
Eigentlich ist Volker Müller bekennender Franke. Doch für seine jüngsten Prunkstücke im Sortiment macht der Träger des “Frankenwürfels 2008″ schon mal eine Ausnahme. Und so holt sich
der für seine ausgefallenen Kreationen bekannte 37-Jährige einfach ein weit entferntes Land ins heimische Dörflein. Nach einem Besuch im südamerikanischen Ecuador im Sommer 2007 hatte es ihn und seine Familie gepackt. Die feine Schokolade aus den südlichen Gefilden haben ihre deutschen Gaumen fasziniert. “Was für den heimischen Winzer der Weinberg, sind für uns die Kakaoplantagen unseres Partners Santiago Peralta”, erklären sie verschmitzt und holen wenig später die Luxusprodukte aus dem Hause Pacari einfach nach Deutschland. “Natur”, so die Übersetzung des Firmennamens aus dem “Quechua“, der durch die gezielte Auswahl der Bauern und die konsequent biologische Anbauweise zum Programm wird.
So heißen ihre Produkte denn auch Los Rios, Manabi oder Esmeraldas und stehen mit ihrem Namen stellvertretend für die Region aus der sie kommen. Als “Ecuador Organic Chocolate” repräsentieren sie echte Handarbeit, komplett im Heimatland und nur in kleinen Auflagen produziert.
Vom Regenwald ins Unterfränkische
So vielfältig wie das Land, zeigt sich auch die Schokolade. Je nach Anbaugebiet, dortiger Vegetation und Wetterlage entfaltet sich ein völlig unterschiedliches Geschmackserlebnis. “Die verschiedenen Aromen, die sich aus den einzelnen Mikroklimata ergeben, sind bereits in den rohen Bohnen zu schmecken”, erklärt Peralta, der mit seiner Arbeit auch soziale Projekte unterstützt. Und richtig, ganz so, wie er es angekündigt hat, werden plötzlich die “Potentiale der Natur” bewusst: Da tauchen Vulkane vor dem inneren Auge auf, Blütenhaine werden sichtbar und Plantagen mit leckeren Zitrusfrüchten schieben sich ins Bild während sich die Schokolade selbst wohlig im Inneren des Mundes ausbreitet. Gewöhnungsbedürftig und verzaubernd zugleich wirken die edlen Erzeugnisse, die sich ihren Weg über die Anden und den
Regenwald bis ins Unterfränkische gebahnt haben. Nein, mit heimischen Produkten haben diese in Türkis, Pink, Orange, Grün oder auch Braun gehüllten Tafeln wenig zu tun.
Die Leute seien
erstaunt, wie Schokolade eigentlich schmecken kann, betont Chefin Babs Müller-Schleich. Und so wagen sich die Gäste neugierig an die neuesten Kreationen. Denn Carla und Santiago haben neben
ihren angestammten Sorten auch zwei preisgekrönte “Raw Chocolates” mit nach Europa gebracht. Vorsichtig behandelt, über mehrere Tage fermentiert und aus nicht gerösteten Kakaobohnen
gefertigt, entfaltet diese schonend conchierte Schokolade mit einem Kakaoanteil zwischen 70 und 100 Prozent ihre besonderen Aromen beim langsamen Kauen – und regt so die Phantasie der
Verkoster auf ein Neues an.
“Jede Bohne ist ein Individuum”
Ein schlechtes Gewissen ob dieser vielen “süßen Sünden” müssten diese jedoch nicht haben, versichern die beiden. “Beim Kochen gehen Vitamine und andere wichtige Inhaltsstoffe verloren”, klären sie auf. Hier sei das nicht der Fall. Ganz im Gegenteil: Diese rohe Schokolade sei sogar gesünder als Grüner Tee und enthalte bis zu 30 Prozent mehr an Antioxidantien. “Jede Bohne ist ein Individuum”, erklärt Santiago Peralta seine Philosophie. “Wir sind noch immer fasziniert vom Endprodukt, aber auch vom Entstehungsprozess selbst.” Diese Frucht bringe Freude, ist er überzeugt und das so sehr, dass seine Frau und er bis heute täglich davon naschen.
Während er weiter über seine Arbeit in diesem ach so fernen Land berichtet, lassen seine Gäste die unterschiedlichen Geschmacksexplosionen noch immer auf sich wirken. Für einen Moment scheint alle Anspannung von ihnen gewichen. Für einen Abend haben sie sich schlicht dem Genuss hingegeben und alles andere um sich herum schlicht vergessen.
Mehr Informationen unter: pacarichocolate.com sowie www.outbeck-conditorei.de
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.