Die Suchmaschine, die im Mai an den Start geht, soll anstatt einer Liste von unterschiedlichen Suchergebnissen eine komplette Antwort auf konkrete Suchanfragen ausspucken.
“Wolfram Alpha” wird “ein neues Paradigma für den Gebrauch von Computern und den des Web” begründen, sagt Erfinder Stephen Wolfram auf seinem Blog selbst. An Selbstvertrauen jedenfalls mangelt es dem Mann offenbar nicht. Doch wie realistisch ist diese Prophezeiung? Dr. Wolfgang Sander-Beuermann, Entwickler der deutschsprachigen Meta-Suchmaschine MetaGer äußert sich dazu im Kurzinterview eher skeptisch. Immerhin habe Microsoft vor einigen Jahres Gleiches vorgehabt – ohne Ergebnis.
RE: Die von dem Star-Physiker Wolfram entwickelte Suchmaschine wird bereits als “Google-Killer” gefeiert. Sind die Erwartungen an “Wolfram Alpha” in Ihren Augen gerechtfertigt?
Sander-Beuermann: Das kann z.Z. kein Aussenstehender beurteilen. Vollmundige Anküdigungen gehören zum Geschäft, aber was daran ist, KANN von aussen nicht beurteilt werden.
RE: Wie wird “Wolfram Alpha” funktionieren und warum ist es vor ihm noch niemandem gelungen, eine ähnliche Seite zu programmieren? Worin besteht die Schwierigkeit?
Sander-Beuermann: Microsoft hatte vor einigen Jahres Gleiches vor. Sie haben es ganz offensichtlich nicht hingekriegt. Ob Wolfram gelingt, was Microsoft mit all dem Kapital nicht gelungen ist, ist eher unwahrscheinlich (wenn auch nicht unmöglich).
Die Schwierigkeit besteht zum ersten darin, den Sinn einer Frage zu verstehen: jede Frage kann auf soviel mögliche Arten formuliert werden, dass es bisher niemandem gelungen ist, dies zu programmieren. Die nächste Schwierigkeit besteht dann darin, sämtliche möglichen Formulierungen von Antworten vorauszuahnen.
RE: Zwar wird “Wolfram Alpha” natürlich noch keine eigenständig denkende Suchmaschine sein, doch das Schlagwort der “künstlichen Intelligenz” wird wieder einmal neu belebt. Werden Computer jemals so intelligent sein wie wir Menschen?
Sander-Beuermann: Das ist eine Glaubensfrage und eine Frage dessen, wie man Intelligenz definiert. Wenn man Intelligenz “niedrig” definiert, halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass man das mal nachprogrammieren könnte.
Wenn man Intelligenz hingegen so definiert, wie sie meist verstanden wird, mit all dem, was Menschen ausmacht (Gefühle, Stimmungen, emotionale Intelligenz, Kommunikationsfähigkeiten, Erfahrungen usw.), dann werden Computer das in den nächsten 1000 Jahren nicht erreichen.
RE: Warum wünschen wir Menschen uns das so sehr?
Sander-Beuermann: Tun Sie das wirklich? Ich bezweifele das.
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Interview: Felix Kubach
Dr. Wolfgang Sander-Beuermann ist Projektleiter des Suchmaschinenlabors am Regionalen Rechenzentrum für Niedersachsen (RRZN) der Universität Hannover
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Lesenswert dazu aus anderen Blogs:
Ich sag es wird nicht funktionieren. Aus zwei Gründen: 1. versucht sich auch google dadran. Wäre das Konzept erfolgsversprechend, hätten die es sich gekauft. Und das gebotene Geld wäre sicher mehr als die Hoffnung auf den großen Wurf.
Und zum anderen wäre es schlechtes Marketing. Das Ding müsste ins Netz und dann raus mit den Meldungen. Würde sich im Netz eh super schnell verbreiten. Und jeder könnte es sofort ausprobieren.
Das viele Vorankündigen spricht dagegen dass es ausreichend funktioniert