Mannichl: Tätersuche ohne Tätowierexperten

Sie waren 50 Mann auf des beinahe toten Mannes Kiste, wie es im Seeräubergesang heißt, und sie suchten vergebens nach dem wahren Täter im Fall des beinahe ermordeten Passauer Polizeichefs Alois Mannichl. Konsequent sammelten die Fahnder der Sonderkommission vier Wochen nach der Tat Zigarettenkippen und Kleinteile am Tatort, konsequent folgten

Sie waren 50 Mann auf des beinahe toten Mannes Kiste, wie es im Seeräubergesang heißt, und sie suchten vergebens nach dem wahren Täter im Fall des beinahe ermordeten Passauer Polizeichefs Alois Mannichl. Konsequent sammelten die Fahnder der Sonderkommission vier Wochen nach der Tat Zigarettenkippen und Kleinteile am Tatort, konsequent folgten sie der von einer Nachbarin ausgedachten falschen Spur des “Schlangenmannes”, konsequent ließen sie unmittelbar nach dem Zuheilen der Stichwunde ein Gutachten über den Stichkanal anfertigen, konsequent fanden sie an der Tatwaffe zuerst “keine Spur von DNA” und Wochen später dann, wahrscheinlich nachdem die Waffe bei einer zünftigen bayerischen Brotzeit im Polizeipräsidium Verwendung gefunden hatte “eine Vielzahl von DNA-Spuren”.

Von 50 auf 30 Beamte reduziert

Jetzt aber ist Schluss mit lustig, die so erfolgreich zur Volksbelustigung in trüben Tagen beitragende Sonderkommission wird verkleinert. “Die Ermittlungsgruppe werde in den nächsten Tagen von 50 auf 30 Beamte reduziert, bestätigte eine Sprecherin des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) in München einen Bericht der Passauer Neue Presse.” Verschiedene Spezialisten würden nun “nicht mehr benötigt”, weil “Spuren abgearbeitet” seien. So hätten die Tätowierexperten nach dem Ende der Fahndung nach dem Schlangenmann keine Beschäftigung mehr, auch die Profiler, die aus den durchnässten Zigarettenkippen vom Tatort eine mögliche NPD- oder frühere DTSB-Mitgleidschaft des Täters herauslesen sollten, seien nunmehr am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen. Ebenso würden die Comiczeichner nicht mehr gebraucht.

Alle Hoffnungen ruhen nun auf der Durchsuchung diverser Kleinteile, die vier Wochen nach der Tat auf einem nahegelegenen Spielplatz eingesammelt wurden. Die Sonderkommission will nun sicher die Dreiräder, Karussells und Sandförmchen demnächst bei Ebay einstellen, um den Fortgang der Fahnungsarbeiten zu finanzieren.

Quelle: politplatschquatsch.com

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