Nach Winnenden ist nach Erfurt… ist nach Emsdetten… ist nach Blacksburg… ist nach Columbine High… Kann oder soll es denn immer so weiter gehen? Es wird aber nicht nur so weiter gehen, sondern noch viel schlimmer werden, wenn wir die Ursachen nicht bald beseitigen. Ich werde nachfolgend aufzeigen, dass wir bei richtiger Vorgehensweise keine Angst mehr vor solchen Amokläufen wie jetzt wieder in Winnenden haben müssen. Ob das aufgegriffen werden wird, hängt nur davon ab, ob die, die zu entscheiden haben, bereit sind, mitzudenken und konsequent zu tun was nötig ist. Der Einblick in die Gründe für die sich mehrenden Amokläufe offenbart aber, dass das Potential für solche Schrecknisse noch viel größer ist als alles, was wir bisher erlebt haben.
Schaffen werden wir keine Besserung durch die immer neu aufflammenden nahezu identischen Diskussionen über die mögliche Wirkung von Gewaltvideos, die Wirkung von dümmlichen Horrorfilmen und ständig wiederkehrenden Krimis mit der ständigen unrealistischen Vorführung des Einsatzes von Schusswaffen in Fernsehen und Kino. Wir beheben die Ursachen auch nicht durch das Drehen an der Gesetzesschraube beim Waffenrecht. Einmal ein Punkt, an dem Schäuble Recht hat.
Amokläufe sind Ausdruck schwerer psychischer Störung.
Typisch für die jungen Amokläufer, die blindwütig Mitschüler und Lehrer töten, ist, dass sie sich weder in der Familie noch in der Schule oder von Gleichaltrigen respektiert fühlen, geschweige denn viel an Zuwendung erfahren oder zugelassen haben. Man soll da allerdings von den Familien, der Schule und den möglichen Freunden nicht zu viel erwarten. Denn die Betroffenen lassen sich oft genug allein durch verbalen Zuspruch oder durch Händchenhalten nicht aus ihrer Erstarrung, ihrer Kränkungsempfindlichkeit, ihrer wachsenden Entfremdung von den Menschen und ihrem aufsteigenden Hass gegen die ganze Welt abbringen. Auch Gesprächstherapeuten können da keine Wunder wirken. Tim K. war wohl bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten und brach die Therapie ab. Aber auch aus laufender Therapie heraus kann solch ein Ausbruch erfolgen. Denn die Erfolgschancen der Gesprächstherapie sind zwangsläufig dann gering, wenn die Ursachen eben nicht in Kindheitserlebnissen liegen, sondern ganz anderer Art sind, was ich nachfolgend darlegen werde.
Dass Zuwendung, Gespräch und psychotherapeutische Aufarbeitung der Vergangenheit nicht generell müssig sind, steht auf einem anderen Blatt. Dazu später mehr.
Richtige Behandlung verhindert solche Amokläufe
Die Lösung braucht zunächst das Wissen, wie sich solch fürchterliche Aggression überhaupt aufbaut und dann, wie sie möglicherweise kontrolliert werden kann. Wer die öffentliche Diskussion verfolgt, sieht allerdings, dass ganz offensichtlich dieses Wissen nicht allgemein vorhanden ist. Wie sonst könnte Schäuble sich allein darauf kaprizieren, dass die hirnlosen Killerspiele eingeschränkt werden sollten? Immerhin meinen einige Experten, dass sich bei solchen Spielen die Aggression nicht auf-, sondern eher abbaut. Wer da Recht hat, kann offen bleiben, denn andere Umstände sind wirklich maßgebend.
Wie anders als unwissend zu sein können sich Psychotherapeuten und Psychologen wie das oft geschieht, darauf beschränken, sich bei einem innerlich verschlossenen depressiv schwer kranken jungen Mann allein auf eine Gesprächstherapie einzulassen? Ob das im Fall von Tim K. wirklich so war, ist nicht bekannt. Es heißt, er wäre in Therapie gewesen und hätte diese abgebrochen. Hätte er vom Therapeuten allerdings die Medikamente bekommen und sie natürlich auch genommen, deren Verschreibung in solchen Fällen allgemein üblich ist und erwartet werden kann, hätte dies seine prekäre psychische Situation mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erfolgreich entschärft.
Bei ausreichender Versorgung mit Serotonin hätte es keine Amokläufe gegeben.
Mit diesen Medikamenten sind Psychopharmaka gemeint. Diese setzen mit ihren Wirkstoffen in den allermeisten Fällen an der Verfügung über das zentrale zerebrale Schlüsselhormon Serotonin an.
Ich will jetzt nicht abstellen auf meine höchst eigene Entdeckung der natürlichen Synthese des Neurohormons Serotonin durch den Verzehr besonders ausgewählter roher fein vermahlener Pflanzenkost auf den leeren Magen. Das Wissen darüber ist schwer vermittelbar, weil das Gesetz die Werbung mit den Wirkungen des Verzehrs von Lebensmitteln gewaltig erschwert und sogar unter Strafe stellt. Das Recht legt den Herstellern und den Verkäufern von Lebensmitteln einen Maulkorb an, indem es ihnen verbietet, über krankheitsbezogene Wirkungen ihrer Produkte überhaupt zu reden. Das dient oft wirklich dem mit der Regelung bezweckten Verbraucherschutz gegen unverantwortliche falsche Werbeversprechen. Es hat aber dann, wenn tatsächlich sichere erhebliche gesundheitliche Vorteile bekannt werden, die bedauerliche Wirkung, dass kranke und gefährdete Menschen und selbst ihre Therapeuten nur schwer an dieses Wissen heran kommen.
Allgemeiner Stand des Wissens immerhin ist, dass das Schlüsselhormon Serotonin, das gern auch “Wohlfühlhormon” (im Vergleich dazu ist Dopamin das “Glückshormon”) genannt wird, neben einer ganzen Fülle anderer Aufgaben das einzige Hormon und überhaupt der unerlässlich benötigte Mittler für den Abbau von Stress und für die Kontrolle des Impulsverhaltens wie auch der Suizidalität ist. Serotonin wird in der Endokrinolgie auch das Hormon der Besonnenheit und der Toleranz und sogar das “Sozialhormon” genannt. Weil die Wissenschaft wenn auch spät seine unerhörte Bedeutung erkannt hat, nennt man es auch – natürlich auf Englisch – das “hormone of the nineties.”
Psychiater wissen, wie die vermehrte Verfügung über Serotonin, wie etwa durch die Einnahme des Medikaments ANAFRANIL dazu führen kann, für die Dauer der Medikation aus Geizkragen und Mysogynisten großzügige Menschenfreunde zu machen. Lassen Sie Ihre reiche Verwandtschaft doch solche Wunderpillen schlucken! Sie werden mit noch warmen Händen beschenkt werden!
Nach allem gesicherten Wissen aus der Endokrinologie ist fest davon auszugehen, dass Tim K. einfach nicht zu seinem Amoklauf gekommen wäre, wenn er substanziell hinreichend in seinem Hirn über das Schlüsselhormon Serotonin hätte verfügen können. Dies gilt sogar dann, wenn er daran einen chronischen Mangel gehabt hätte. Dieser wäre nämlich dadurch kompensiert worden, dass arzneiliche Wiederaufnahmehemmer dafür gesorgt hätten, dass das bei ihm überhaupt vorhandene Serotonin nicht nach seiner Reaktion an den Rezeptoren rückabgebaut und in Bruchstücken aus dem Körper abtransportiert wurde. Die Wiederaufnahme in den Körper ist zwar der von der Natur vorgesehene Weg, den so empfindliche Stoffe wie Hormone im Körper gehen. Sie werden nach getaner Arbeit entsorgt und der Körper baut neue auf. Aber auch das natürlich entstandene an Serotonin, das künstlich gezwungen wird, an den Rezeptoren immer und immer wieder zu reagieren, erfüllt die weitgespannten Aufgaben, die diesem Zauberstoff im Gehirn zukommen. Man kann es auch so ausdrücken: Tim K.ist ganz sicher nicht hinreichend mit dem Schlüsselhormon Serotonin versorgt gewesen. Denn eine solche Tat ist unter der Regie ausreichender Serotoninversorgung so gut wie ausgeschlossen. Wie wirksam diese Medikamente in die Psyche Suizidgefährdeter eingreifen kann man daran erkennen, dass bei ihnen generell wegen extrem hoher Suizidgefahr beim Abfallen der Serotoninaktivität vor einem plötzlichen Absetzen der Medikamente gewarnt wird.
Stress und Agression schaukeln einander emotional auf.
Zu den im vorliegenden Zusammenhang relevanten Aufgaben des Neurohormons Serotonin gehört neben der Impuls- und der Suizidkontrolle auch die Stressabwehr. Das Hormon Serotonin ist die einzige Hilfe in unserem hormonell-psychischen Instrumentarium, das in der Lage ist, Stress abzubauen. Ohne die Kontrollwirkung von Serotonin ist der Mensch nicht in der Lage, den sich in der sog. Stresskaskade aufschaukelnden Wirkungen der Stresshormone Adrenalin, Testostosteron, Cortisol, Corticosteron, CDH und anderen abzubauen.
Wovon man am grünen Tisch schon ausgehen konnte, dass einerseits Stress und andererseits die Agression gegen sich selbst (Suizid) und auch die Agression gegen Dritte einander verstärken, wurde jetzt in einer Studie von Wissenschaftlern des “Leiden/Amsterdam Center for Drug Research” und des “Institute of Experimental Medicine” bestätigt und in dem Fachmagazin Behavioral Neuroscience veröffentlicht. Die Forscher sprechen von einer raschen, wechselseitigen positive Rückkoppelungsschleife zwischen Stresshormonen und dem “gehirnbezogenen Zentrum zur Kontrolle von Aggressionen.” In der aktuellen Information ist nicht erläutert, um welches “Zentrum zur Kontrolle von Agressionen” es gehen soll. Es ist aber keines bekannt außer dem Schlüsselhormon Serotonin, das als Kontrollhormon ohnehin die Leistungshormone wie das Glückshormon Dopamin und das Gedächstnishormon Acetylcholin moduliert. Die Wissenschaftler aus Leiden haben übrigens ausdrücklich mitgeteilt, dass ihre Forschungsergebnisse “Hinweise auf eine verbesserte Prävention von pathologischer Gewalt liefern.” (sic!)
Ich erspare den Lesern die unappetitlichen Schilderungen der Tierversuche, die die Forscher zu ihren Annahmen geführt haben. Schlussendlich weisen sie darauf hin, dass dann, wenn – was anzunehmen ist – diese Erkenntnisse uneingeschränkt auch für den Menschen gelten, gut erklärlich ist, “warum ein schlechter Tag am Arbeitsplatz später zu Gewalt gegen die Familie” führen kann.
Der junge Mensch, der aktuellen Stress wegen seiner Unterversorgung mit dem wichtigen Neurohormon Serotonin nicht verarbeiten kann, kann natürlich auch nicht die aus den Tiefen seines Inneren hochkommenden Erinnerungen an Belastungen aus der Kindheit verarbeiten. Nur innerhalb des Rahmens des überhaupt funktionsfähig einsetzbaren zerebralen Serotonins kann daher eine Psychotherapie und auch eine menschliche Zuwendung helfen, die Gefahren, die sich aus einer chronischen Unterversorgung mit Serotonin ergeben, zu mindern.
Wie eingangs ausgeführt, ist nicht jede psychische, psychotherapeutische und menschliche Zuwendung zum Gefährdeten müssig. Wo aber die Versorgung des Betroffenen mit Serotonin so dürftig ist, dass er sich völlig abkapselt, in tiefe Depression fällt und sich in eine unbändige Wut gegen alle Welt hinein steigert, hilft nichts als die reale Vermehrung des Hormons im Gehirn oder zumindest die mit Medikamenten erzwungene wiederholte Aktivierung dessen was an diesem Hormon überhaupt im Kopf vorhanden ist. Bei guter Versorgung wirken unsere Neurohormone fast selbsttätig. Wird ausreichend vom Glückshormon Dopamin ausgeschüttet, empfinden wir schon den Blick in die Landschaft als beglückend, selbst wenn wir sonst wenig zu jubeln haben. Dagegen fühlen wir uns selbst in äußerlich besten Umständen schon bei der kleinsten unbedeutenden Störung todunglücklich, wenn uns Dopamin fehlt. Daher gibt es auch keine Versuche sich oder andere umzubringen, wenn das Suizid und Impulskotrollhormon ausreichend vorhanden ist.
Schon die Sprache legt es nahe: wer wir sich oder anderen schon was antun, wenn er mit dem Wohlfühlhormon gesegnet ist!
Die Politik soll nicht nur betroffen tun, sie muss handeln!
Nach jedem Amoklauf zeigt sich die ganze Politik betroffen, aber tut sich was? Was ist nach Erfurt und Emsdetten denn geschehen? Damit es so nicht weiter geht, muss die Politik zeigen, dass sie Lösungen prüfen und sie konkret angehen kann.
Gute Vorschläge sind immer wieder gemacht worden. So hat der bekannte Ganzheitsmediziner Dr. Rüdiger Dahlke schon vor zwei Jahren im österreichischen Fernsehen angeregt, dass allen Schülern in unseren Schulen morgens als erste Nahrung eine kleine Mahlzeit mit im Kern getrockneter und fein vermahlener roher Pflanzennahrung zum Verzehr angeboten werden soll, weil er – wie ich meine zu Recht – davon ausgeht, dass dies neben einer Verbesserung der allgemeinen Versorgung mit den vielen benötigten Vitalstoffen die unverzichtbare Basis ist für die körpereigene Herstellung des Neurohormons Serotonin. Er dachte wohl nur an die größere Besonnenheit und Friedfertigkeit der Schüler wie auch an eine bessere Lernbereitschaft, Konzentration und Lernfähigkeit.
Aber solch eine Maßnahme sollte auch dafür sorgen, dass wir uns künftig nicht mehr wegen weiterer Amokläufe an unseren Schulen und den plötzlichen gewaltsamen Tod unserer Kinder in der Schule ängstigen müssen. Der viel beschworene Terror von rechts und der islamistische Terror tritt ja weit zurück hinter diesen Terror an unseren Schulen! Und der trifft nicht nur die Amokläufer, die nur die brutalste Spitze eines unerträglichen Gewaltklimas an vielen Schulen sind. Wie viele Lehrer haben schon innerlich vor der Gewalt in der Schule kapituliert und wie viele Kinder nehmen die Gewaltbilder aus der Schule mit in ihr ganzes Leben?!
Ob es wer an entscheidender Stelle begreift und sich für eine solch revolutionäre Maßnahme stark macht wie sie von Dr. Rüdiger Dahlke propagiert wird?
Das wäre doch mal was: statt Milchschnitte voller Industriezucker hochwertige voll verstoffwechselbare Pflanzenkost voller Vitalstoffe, dazu mit der Erwartung, künftig an den Schulen in friedlicher Umgebung Wissen vermitteln und aufnehmen zu können. Das wäre mal eine echte Bildungsinitiative und nicht nur leeres Gerede.
MacDonalds hält das Szepter in der Hand.
Denken Sie einmal darüber nach: wenn es wirklich richtig ist wie alle Wissenschaft weiß, dass die richtige Versorgung des Menschen mit all den vielen benötigten Nähr- und Vitalstoffen die unabdingbare Voraussetzung ist nicht nur für die Erhaltung der körperlichen Gesundheit, sondern gleichermaßen für die Freiheit von psychischen Störungen, was bedeutet das für die Frage der Gewalt an unseren Schulen?! Welche Kinder kriegen denn überhaupt das an Nahrung, was sie unbedingt brauchen? Mit dem Siegeszug von MacDonalds und Burger King, die sich neben dem angestammten ungesunden deutschen Fast Food wie der Bratwurst mit Pommes, der Spaghettis mit Tomatensauce, der Pizza mit Formschinken und dem “deutschen Döner” breit gemacht haben, ist doch der Zug längst in die falsche Richtung abgefahren. Dem Staat, der – Merkels altes Credo – auch in Fragen der Ernährung sagt: “Die Wirtschaft muss frei sein” ist zuzutrauen, dass er immer weiter zusieht, wie unsere allgemeine Fehlernährung uns zugrunde richtet. Er schaut auch weiter zu, wie immer mehr Kinder gegen Kinder und Lehrer zur tödlichen Gewalt greifen. Mit dem Ausdruck tiefer Trauer ist es dann wieder bis zum ächsten Mal getan.
- Schulen für die Zukunft. Architektur für Menschen.
- Schule als Glückskiller Nr. 1
- Ist Fritzel ein geborener Sexualverbrecher?
- Die Bestie in uns. Eine Nachbetrachtung.
Mit Esoterik und Psychopharmaka kann man da nix machen. Es wird immer Leute geben de ausflippen. Die Illusion ist der gesunde Mensch – ja fast schon ein Götzenbild.
Die einfachste Methode derartige Amokläufe zu verhindert ist und bleibt die Verbreitung von Schusswaffen deutlich zu reduzieren und auch die Ausbildung daran deutlich einzuschränken. Waffen töten – wenn wir Junge Leute früh (vor 18) an Waffen heranführen, sie daran ausbilden und ihnen Zugriff drauf geben, dann werden sie es in einer psychischen Krise nutzen. Ansonsten würden sie sich vielleicht nur prügeln.