Staatsanleihen der USA: Eine sichere Anlage?

Die USA haben mit ihrer Politik der massiven Stimulierung durch Konjunkturpakete von Bush von 150 Mrd. US Dollar und Obama von 789,5 Mrd. US Dollar sowie Stützungsprogrammen wie TALF, TARP, etc. eine Verschuldungslawine insbesondere des Bundeshaushalts losgetreten. Hinzu kommen die Verstaatlichungen und Hypothekenfinanzierern wie Freddie Mac und Fannie Mae. Die

Die USA haben mit ihrer Politik der massiven Stimulierung durch Konjunkturpakete von Bush von 150 Mrd. US Dollar und Obama von 789,5 Mrd. US Dollar sowie Stützungsprogrammen wie TALF, TARP, etc. eine Verschuldungslawine insbesondere des Bundeshaushalts losgetreten. Hinzu kommen die Verstaatlichungen und Hypothekenfinanzierern wie Freddie Mac und Fannie Mae. Die Stützung von Banken durch Eigenkapitaleinlagen in Banken sowie die Milliarden Finanzhilfen für die AIG. All diese Aktivitäten zur Stützung der Wirtschaft müssen – wenn sie durch Defizite finanziert werden – am Kapitalmarkt gegenfinanziert werden. Es droht daher ein crowding out an den internationalen Kapitalmärkten aufgrund der gewaltigen Nachfrage der US-Regierung nach Liquidität mittels der Emission von Staatsschuldverschreibungen. China als größter internationaler Geldgeber hat bereits Bedenken gegen die Defizitpolitik der US-Regierung geäußert und fordert Garantien für die Bereitschaft der VR China, weiterhin US-Staatsanleihen in großem Umfang aufzukaufen.

Die Zinsen für US-Staatsanleihen steigen bereits deutlich

Die Zinsen für US-Staatsanleihen sind seit ihrem Tiefpunkt vor Weihnachten 2008 mit jährlich unter 2.2% bereits wieder auf 3% gestiegen. Da diese Zinssteigerungen jedoch auf einen Kursverfall der entsprechenden Papiere basieren, d.h. die Menge der Staatsanleihen nicht mehr zum vollen Nominalwert von beispielsweise 1000 US Dollar am Kapitalmarkt platziert werden kann, sondern die Kurse auf einen Wert von etwa 995 US Dollar fallen, entsteht ein deutliches Kursrisiko insbesondere für die Anleger, die bereits große Mengen von US-Staatsanleihen halten. Da China als größter Gläubiger der US-Regierung mithin bei einer solchen Entwicklung besonders hart getroffen ist, weil der Wertberichtigungsbedarf hier absolut gesehen besonders groß ausfällt, wollen sie von den USA offensichtlich Garantien, dass solche Verluste durch die US-Regierung ausgeglichen werden müssen. Dies könnte beispielsweise durch Indexierungen bzw. Kurssicherungsgeschäfte geschehen.

Es werden Anlagen von Staatsanleihen bereits in Aktien umgeschichtet

Weil eine Kapitalanlage in US Staatsanleihen als zu gering verzinst gelten, beginnen Anleger bereits auch Mittel wieder in den Aktienmarkt umzuschichten. Das Kalkül dahinter ist, dass eine sinkende Nachfrage nach Staatsanleihen die Kurse fallen und damit die Zinsen steigen lässt. Zugleich gelten Aktien wegen ihrer Anlageform in Realvermögen, d.h. das Eigenkapital bestehend aus Anlagen und anderen immateriellen Eigentumsrechten wie Patenten, etc. als inflationssicher.

Wenn man daher erwartet, dass eine exzessive Schuldenfinanzierung letztendlich doch über die Notenpresse finanziert werden muss, weil der Kapitalmarkt die Masse der Staatsschuldverschreibungen zu den angebotenen Konditionen nicht abnimmt, kann dies trotz derzeit bestehender deflationärer Tendenzen nach einiger Zeit nur zu einem drastischen Anstieg der Inflationsrate führen. Letztendlich wird dann durch die Überschuldung des Staates die Inflationsrate bestimmt. Der theoretische Erklärungsrahmen wurde bereits in der Theorie des fiskalischen Preisniveaus diskutiert. Sie hatte jedoch bisher wenig Relevanz, weil es derart exzessive Ausweitung der Staatsverschuldung wie derzeit in den USA und einigen anderen Ländern nicht vorlag.

Mithin wäre die derzeitige Situation als experimentum crucis anzusehen, dass auch der Staat als lender-of-last-resort eine Budgetrestriktion beachten muss, wenn er bei seiner Konjunkturpolitik nicht am Ende in ein Inflationsdilemma und eine marktbestimmte Schuldenbremse hineingeraten möchte. Der Staat kann zwar institutionell per Gesetz und politischer Entscheidung durch Regierung und Parlament alles tun, allerdings steht er nicht außerhalb der ökonomischen Gesetze. Die Omnipotenz des Staates findet seine Grenzen im Rahmen der allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten. Verletzt er diese leichtfertig, so muss er und seine Bürger am Ende die daraus sich ergebenden ökonomischen Konsequenzen tragen. Spätestens, wenn die US-Regierung für ihre Staatsanleihen beispielsweise die Bonität AAA von Stand & Poor’s verliert, wird auch den US-Bürgern und der übrigen Welt klar werden, dass es Grenzen der Staatsverschuldung gibt. Es könnte ein böses Erwachsen sein.

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  1. Sie sind nicht der einzige, der da Bedenken hat und Fragen aufwirft.
    Ein Thema, das sicherlich deswegen ueber kurz oder lang eine Rolle spielen
    werden wird, sind die Kriegskosten.
    Hier der Kriegskostenzaehler:
    http://www.nationalpriorities.org/costofwar_home

    Die Kriegskosten wurden lange Zeit ueberhaupt als quantite negligeable weggeten,
    weiterhin herrscht unter Kriegsbeforwortern oft genug die Meinung, dass sie
    profitabel sind. Und im Fall wurde bei den Kriegskosten oft genug genau so wie
    bei mortgages argumentiert, die Mathematik straeftlich misshandelt. Wofuer sie sich raechen wird, irgendwann einmal. Auf jeden Fall viel frueher als allgemein
    erwartet wurde.