In der Diskussion um die Ursachen für Amokläufe wird neben den psychologischen Ursachen zu selten darauf eingegangen, dass es immer Waffen sind, die töten. Die das Töten erleichtern. Wie Andreas Grieß in der RE schon richtig heraushob werden dabei Schützenvereine und der Waffenbesitz von der Politik oft als vollkommen unproblematisch angesehen. Dabei lässt sich bei den meisten Amokläufen im deutschsprachigen Raum ein Zusammenhang erkennen.
Amoklauf von Urfahr (1995), Täter 63, zuvor illegaler Waffenbesitz von vier Gewehren und einer Pistole. Wollte angeblich Mitglied in Schützenverein werden.
Der Amoklauf von Mauterndorf (1997), Täter 36, besaß sechs Pistolen, fünf Gewehre, zehn Kilogramm Schwarzpulver und 1000 Schuss Munition.
Zuger Attentat (2001), Täter 57, langjähriges Mitglied in einem Schützenverein.
Der Amoklauf von Erfurt (2002), Täter 19, Mitglied im Schützenverein.
Der Amoklauf von Emsdetten (2006), Täter 18, Waffen über Online-Händler erworben gegen den NICHT ermittelt wurde.
Der Amoklauf von Winnenden (2009), Täter 17, Waffen von seinem Vater der Mitglied in einem Schützenverein ist.
Dies ist eine vollständige Liste der Amokläufe im deutschsprachigen Raum zwischen 1995 und 2009 – also in einem Zeitraum von 14 Jahren. Das gemeinsame Element ist die Nähe zu Waffen. Entweder waren die Täter im legalen oder illegalen Besitz von mehreren Waffen oder sie oder ihre Väter waren Mitglied in einem Schützenverein. Wobei zum Waffenbesitz zu sagen ist, dass es sich hierbei nicht um Täter handelt, die nur für die Tat eine Waffe besorgt hatten, sondern allesamt über mehrere Jahre Zugriff auf mehrere Waffen hatten.
Im wesentlichen bedeutet das, dass 100 Prozent der Taten von Männern ausgeübt wurden, die eine große Affinität oder Nähe zu Waffen hatten. Dies ist kein Versuch die Psychologie der Attentäter zu erschliessen. Hier geht es nur darum, dass diese Taten sich alle auf einen Faktor reduzieren lassen. Es gibt natürlich mehrere Faktoren. Aber selbst der gestörteste Mensch kann ohne Schusswaffen nicht solche Massaker auslösen, die im Grunde nach oben offen in den Opferzahlen sind.
Die Politik ignoriert diesen eindeutigen Zusammenhang komplett, stürzt sich hingegen auf die “Killerspiele”, die aber nicht in jedem dieser oben genannten Fälle als Faktor eine Rolle spielen. Töten kann man eben nur mit realen und nie mit virtuellen Waffen. Es mag sein, dass es Täter gibt, die ohne Schusswaffen auf Messer und ähnliches ausweichen würden – deren Wirkung ist dann aber ungleich geringer und somit auch die mögliche Anzahl an Opfern.
Solange sich die Politik hier einer ernsthaften Debatte verweigert und Vereine fördert, die Menschen das gezielte Schiessen und Töten beibringen (inklusive dem Verein Bundeswehr) sind die Ergebnisse absehbar. Wer den Waffenkult fördert willigt ein, dass dieser Kult Opfer fordern wird und an dessen Händen klebt das Blut zukünftiger Opfer. Unser System will aber nicht das Töten und die Gewalt aus der Gesellschaft verbannen. Denn man braucht Soldaten und Polizisten, die zum Einsatz tödlicher Gewalt bereit sind – und man braucht diese Kultur der Lust am Töten. Lediglich das spielerische Töten im virtuellen Welten erscheint in den Augen von Politikern verzichtbar. Kriege gab es eben lange bevor es Computerspiele gab.
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