Yambalaya und Tequila Terminators brachten frischen Wind vor die Tore Hammelburgs
Um es vorweg zu nehmen: Eigentlich hätten sie mehr Publikum verdient – einiges mehr. Denn am vergangenen Samstagabend fand sich lediglich eine überschaubare Anzahl an Zuschauern im hiesigen Vereinshaus der Musikinitiative Hammelburg e.V. ein. Schade, denn was Yambalaya aus dem Großraum Erlangen sowie die Tequila Terminators aus Miltenberg während des ersten OffBeatAbends des neuen Jahres geboten haben, das fiel schon unter die Kategorie “Ska vom Feinsten”.
Spiel, Spaß und Musik, so könnte die vorherrschende Atmosphäre im kleinen Club wohl am besten beschrieben werden. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten tanzte sich das Publikum in Verzückung und schnell ward vergessen, dass ringsherum noch jede Menge Platz herrschte. Die Tequila Terminators, die sich als “sympathischste Tanzkapelle westlich des Maindreiecks” bezeichnen, kamen ihrer Selbstbeschreibung vollends nach. Trotz ihrer Position als Opener des Abends ließen sie sich keinesfalls irritieren und sorgten mit viel Comedy und so manch Sketcheinlage für ausgelassene Atmosphäre. “Ska ist einfach gute Laune Musik”, so ist es vielfach von eingefleischten Fans der ursprünglich von Jamaika nach Europa kommenden musikalischen Spielart zu hören.
Christopher Haas, Christian Wojnowski, Joachim Oswald, Sebastian Tausch, Phillipp Meisenzahl und Lukas Fuchs überzeugten sowohl mit eigenen Kreationen wie “Walker Texas Ranger”, “Tequila Song” oder “Black and White” als auch gelungenen Interpretationen altbekannter Stücke wie “I shot the Sheriff” oder “Lambada”. Seit viereinhalb Jahren sind sie nun schon in dieser Besetzung unterwegs. Und ganz gleich ob im bekannten Colos-Saal in Aschaffenburg oder aber im kleinen Wasserhaus, die quirrlige Truppe sorgte wie angekündigt für “ein Rundumsorglospaket für jeden, der gerne lacht und noch lieber das Tanzbein schwingen will!”. Im Grunde seien sie auch in der Lage ein komplettes Vier-Stunden-Programm durchzuziehen, erzählten sie am Rande der Show. Doch so wie hier in Hammelburg sei es ihnen auf jeden Fall lieber. “Das war ein Auftritt, wie man ihn sich nur wünschen konnte”, waren sich die Vollblutmusiker einig. In ihrer gut einstündigen Performance konnten, die für ihr loses Mundwerk “berühmten” Herren, zeigen, was in ihnen steckt. Ihr für dieses Jahr geplante ABBA-Cover macht jedenfalls Lust auf mehr.
“Hammelburg ist für uns ein klares Sekundärziel”
Diese hatte dann auch das Publikum. Auf die humorvolle Tanzkapelle folgte nämlich sogleich Yambalaya aus der mittelfränkischen Universitätsstadt. Dank des vielversprechenden Supports, war es für das sichtlich unkonventionell daher kommende Siebener-Pack ein leichtes, ihr Publikum auf Kurs zu halten. “Wir haben viel Spaß und Leute, die Lust haben abzurocken, erwartet”, gab das mittlere Orchester unverblümt zu. Ihre Erwartungen wurden denn auch nicht enttäuscht. “Obwohl wir auch schon auf dem Chiemsee Reggae Summer spielen durften, sind wir nicht abgehoben oder hegen gar Vorurteile gegen so beschauliche Clubs wie das Wasserhaus”, betonten sie nachdrücklich. “In solch kleineren Locations kommt meist sogar eine bessere Stimmung auf als bei Großveranstaltungen.” Die unter dem bekannten Label “Soulfire Artists” agierenden Künstler stellten sichtlich engagiert zahlreiche Songs ihres Debüt-Albums “Life’s a circus and you are the clown” aus dem Jahr 2008 vor und sollten mit ihrer Prophezeiung durchaus Recht behalten. Sänger Tobias Naturski, Gitarrist Sönke Sarfert, Keyboarder Tom Flierl, Trompeter Andreas Klieber, Posaunist Simon Kintopp, Bassist Thorsten Koch sowie letztlich Schlagzeuger Viktor Kollmannsberger haben sich ganz und gar dem “modern Ska” verschrieben und heizten dem Publikum mit ihrer Mischung aus Reggae, Swing, Country, Salsa oder auch Polka mächtig ein. “Hammelburg ist für uns ein klares Sekundärziel gleich nach Erlangen”, freuten sich diese denn auch über das tanzfreudige Geschehen vor der Bühne.
Songs wie “Evil Ska”, “Farewell” oder “Dicksoup” haben es geschafft die Gäste zu ihren Füßen zu begeistern und bis in die frühen Morgenstunden feiern zu lassen.
“Hier in Hammelburg tanzen die Männer lieber als die Frauen”
Neben dem Lob an die Musikfreunde, konnten diesmal auch die Verantwortlichen im Hintergrund einige Lorbeeren ernten. “Wir legen Wert auf eine gute Organisation. Hier im Wasserhaus ist jeder Helfer an seinem Platz und weiß, was er zu tun hat”, würdigten Yambalaya das Engagement der Musikini. Sie fühlten sich offensichtlich genauso wohl wie alle anderen Anwesenden, die es immer wieder in Richtung Hammelburg-Ost verschlägt. Eines ist den aktiven Musikern jedoch aufgefallen: “Hier in Hammelburg tanzen die Männer lieber als die Frauen”, stellten sie mit einem Augenzwinkern fest. Was die Damenwelt jedoch nicht davon abhalten sollte, den Empfehlungen von den Tequila Terminators genauso wie ihre männlichen Kollegen nachzukommen: “www.tequila-terminators.de – da kann man mal nei guck!” Dem konnten sich auch die fleißigen Helfer hinter den Kulissen nur anschließen. Vielleicht hilft ein Blick auf die Internetpräsenzen der Künstler solche mageren Zuschauerzahlen zu vermeiden. Denn erklären konnte sich diese keiner.
Text: N. Oppelt/S. Schmelz
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.