Africa Festival 2009: Eine Zusammenkunft starker Frauen

“Jung, selbstbewusst, brillant”, so seien nach Angaben von Christian Raith, Pressesprecher des Africa Festivals, die Künstlerinnen, die die 21. Ausgabe des größten Afrikafestivals in Europa im kommenden Mai beehren werden. In nicht einmal mehr zehn Wochen beginnt der Aufbau auf den Würzburger Mainwiesen und damit erneut ein buntes Treiben, das

sarat.jpg“Jung, selbstbewusst, brillant”, so seien nach Angaben von Christian Raith, Pressesprecher des Africa Festivals, die Künstlerinnen, die die 21. Ausgabe des größten Afrikafestivals in Europa im kommenden Mai beehren werden. In nicht einmal mehr zehn Wochen beginnt der Aufbau auf den Würzburger Mainwiesen und damit erneut ein buntes Treiben, das zwischenzeitlich sogar schon bis Sansibar bekannt geworden ist. Besonderes Augenmerk gilt in diesem Jahr den Damen der afrikanischen Sangeszunft, bilden sich doch sowohl im Zirkuszelt als auch auf der Offenen Bühne einen wesentlichen Bestandteil des hochkarätigen Programms.

Da ist zum einen Madosini, die als “Queen of the Xhosa Music” bezeichnete Musikerin, Sängerin und Geschichtenerzählerin aus Südafrika ist bereits am ersten Festivaltag auf der Offenen Bühne präsent. Mit so außergewöhnlichen Instrumenten wie umrhubhe (Mundbogen), isitolotolo (Maultrommel) oder uhadi (Berimbau) begeistert sie nicht nur ihre Zuhörer, sondern gilt für viele ihrer jungen Kollegen auch als ausgesprochene Inspirationsquelle. Ihr folgt schon wenig später am selben Tag “The New Voice of South Africa”, Camagwini nach. Mit einem “Tribute to Miriam Makeba” erinnert die ebenfalls aus Südafrika stammende Dame gemeinsam mit Thandiswa Mazwai aus Johannesburg an “Mama Africa”.

Von Zwangsverheiratung bis Bürgerkrieg – Frauen beziehen offen Stellung

mounira.jpg“Auf der Landkarte der Weltmusik ist der Tschad, das Herkunftsland der Sängerin Mounira Mitchala bisher kaum zu finden”, betont das Team des Africa Festivals. Umso erstaunlicher sei es denn auch, dass ausgerechnet aus diesem Land eine der aufregendsten Stimmen Afrikas komme. Zu finden ist diese am 30. Mai auf der Offenen Bühne, wo der auserkorene Geheimtipp der diesjährigen Veranstaltung schonungslos Stellung zu Themen wie Zwangsverheiratung oder Bürgerkrieg beziehen wird. Weit bekannter im “Frauenreigen” der 21. Ausgabe ist Oumou Sangare aus Mali. Auch sie greift die alltäglichen Probleme ihrer Heimat auf und singt offen über die Schwierigkeiten mit denen die Frauen im afrikanischen Alltag konfrontiert werden.

Dann ist auch schon Halbzeit in der unterfränkischen Universitätsstadt. Ob diese allerdings eine Verschnaufpause garantiert, ist ungewiss. Immerhin heißt es am Sonntag “Äthiopische Tradition trifft Moderne”. Minyeshu, die bereits 2004 zu Gast war, ist auch heuer auf der Offenen Bühne zu bewundern, um dann zusammen mit ihrer frisch zusammengestellten multinationalen afrikanischen Band traditionelle Lieder mit modernen Sounds zu kombinieren. Modern, dieses Attribut trifft ebenfalls auf die aus Nigeria stammende Künstlerin Nneka zu. Die zart und zerbrechlich wirkende Dame, die im Rahmen des Projekts “Sisters Keepers” bereits auf dem Africa Festival zu sehen war, überrascht. Ihr Mix aus Soul, Hip Hop, Reggae und Afrobeat geht nicht nur unter die Haut, sondern auch tief in die Gehirnwindungen. Sie tut es ihren Kolleginnen gleich und macht wie diese ganz unmissverständlich auf die Missstände in ihrer alten Heimat aufmerksam.

Ein gefeierter Star kehrt nach Würzburg zurück

Abgeschlossen wird die Zusammenkunft starker Frauen von Sara Tavares. Die kapverdische Sängerin ist am letzten Festivaltag im Abendprogramm zu sehen, nachdem ihre außergewöhnliche Stimme bereits im Jahr 2001 auf dem Africa Festival entdeckt werden konnte. “Jetzt kehrt sie endlich, inzwischen als gefeierter Star, nach Würzburg zurück”, freuen sich die Organisatoren. Die in Portugal aufgewachsene Sängerin versteht sich als Repräsentantin einer neuen Generation afrikanischstämmiger Menschen im urbanen Portugal, die sich ihre ganz eigene musikalische Szene samt Ausdrucksformen geschaffen haben.

“Die Planung steht, alle Verträge sind fix”, mit diesen Worten schließt Christian Raith die am vergangenen Donnerstag stattgefundene Pressekonferenz. Das Programm auf der Offenen Bühne, das auch 2009 über vier Tage stattfindet, ist nun ebenso geschnürt wie das Abendprogramm. Jede Menge “musikalische Lebenserfahrung” wird dann vom 29. Mai bis zum 1. Juni an den Ufern des Mains zu finden sein, um die Menschen erneut in die unterschiedlichsten Facetten des Schwarzen Kontinents eintauchen zu lassen.

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