Angola: Angolanischer Tag der Frau wird mit Gedichten gefeiert
Es ist März. Ein Monat mit weiblichen Zügen und jeder Frau der Welt gewidmet. Aber es ist auch der Monat der angolanischen Frau. Er gehört denjenigen Frauen, die mit einem breiten Lachen auf den Lippen und mutigen Augen leiden, lieben und kämpfen. Es ist der Monat der “Zungueiras“, Straßenhändlerinnen, die ihre Waren auf ihren Köpfen und Ihre Babys auf ihren Rücken tragen. Es ist der Monat der Geschäftsfrauen, die sich in einer chauvinistischen und unerbittlichen Gesellschaft ihren Weg bahnen.
März - Frauen. Der Monat der Ehefrauen, die von ihren seelenlosen Ehemännern als Arbeitskräfte ausgenutzt werden. März. Dieser Monat ist diesen und allen anderen Frauen gewidmet, die Angola zu einem stärkeren und wärmeren Land machen.
Der Angolanische Tag der Frau wird am 2. März gefeiert, aufgrund des Muts von vier Frauen, die für die Unabhängigkeit Angolas gekämpft haben. Sie heißen Deolinda Rodrigues, Irene Cohen, Engrácia dos Santos und Lucrécia Paim. Es wird angenommen, dass sie von der FNLA (Nationale Angolanische Befreiungsfront) im nördlichen Teil des Landes überfallen wurden. Sie wurden gefangen genommen und umgebracht, aber die Menschen in Angola erinnern sich immer noch an ihre Namen.
Wie zu erwarten war, ließen angolanische Blogger diesen Tag nicht unbeachtet verstreichen.
Im Blog Conde de Angola [pt] beschreibt der Autor angolanische Frauen, indem er seine Erzählung mit einem schönen Gedicht von Décio Bettencourt Mateus beginnt:
“Ein Junge auf ihrem Rücken, hungrig
Brennende Sonne
Röstende Sonne
Ein Junge auf ihrem Rücken, hungrig nach Essen
Fliegen umschwärmen ihn
Er spielt mit Müll!
Die Straßenhändlerin handelt, müde
Ihren Laden und ihr Auskommen auf ihrem Kopf
Auf ihren staubigen Füßen
Müdigkeit zurückgelegter Kilometer
Müdigkeit der überwunden Distanz
Die Straßenhändlerin handelt, mit einem hungrigen Jungen auf ihrem Rücken!
Dieser kurze Auszug aus dem Gedicht von Bettencourt zeigt den ‘Kampfgeist’ angolanischer Frauen, die auch Zungueiras genannt werden. Diese Woche beginne ich meine Niederschrift damit und widme sie allen angolanischen Frauen, denen wir am Angolanischen Tag der Frau, am vergangenen 2. März, unsere Ehre erboten haben… und sie haben es mehr als verdient, sie sind wirkliche Löwinnen, besonders die Frauen aus der Vorkriegszeit. Dick, dünn, groß, klein, ihre listigen Tricks verwandeln ein Avon- in ein Chanel-Parfüm. Sie haben im Durchschnitt jeweils sieben Kinder; einige sagen, dieses Phänomen gäbe es deshalb, weil nur ca. 6 % der Frauen verhüten. Auf der einen Seite tragen die vom öffentlichen angolanischen Fernsehen ausgestrahlten Sendungen nicht dazu bei, diese Zahl zu verbessern. Auf der anderen Seite glauben Männer, dass sie, ohne sich fortzupflanzen, gesellschaftlich ausgegrenzt würden. Am Ende kommt alles zusammen.
Die Zeiten sind vorbei, in denen allein die Männer für das Verdienen des täglichen Brots zuständig waren. Das Überleben wird zur Gleichheitsfrage, aber es ist die Frau, die all das stemmt: sie trägt ihr Kind auf dem Rücken, oft trägt sie eines auf dem Rücken und ein anderes in ihrem Bauch, sie trägt die schwere Last an Verkaufsprodukten für den Tag, sie trägt die Sonne auf ihrem Kopf, wenn sie geht, und kommt mit ihr wieder zurück, sie trägt die Undankbarkeit des Mannes mit seinen Flaschen nach Hause, sie trägt ihre Kinder durch ihr Gejammer, und macht weiter und weiter und weiter…”
António Spíndola [pt] drückt seine Meinung zu diesem Tag aus, indem er herausstellt, wie wichtig der Kampf der angolanischen Frau ist:
“Frauen in Angola wollen auf ihre Rolle und ihre Würde aufmerksam machen, genauso, wie sie wollen, dass die Gesellschaft ein gesellschaftliches Bewusstsein über den Wert des Menschen entwickelt, ihre Rolle versteht und Vorurteile und Grenzen überdenkt und herausfordert, die über Frauen verhängt wurden. Sie haben als Mütter, Ehefrauen, Töchter oder einfach als Frauen für ihre Emanzipation, gegen Analphabetentum und Gewalt aufgrund von Geschlecht und in der Familie gekämpft. Sie sind vor allem ein wichtiger Teil der nationalen Versöhnung und des Wiederaufbaus.”
Und um diesen, den Frauen von Angola gewidmeten Artikel abzuschließen, hier ein Gedicht vom Blog Universal [pt]:
“Ich warte ständig das unendliche Warten der Verzögerung
wie ein Engel verzweifelt
an den magischen Grenzen meines Himmels
Ich werde nie meine Tat der Zärtlichkeit vergessen
immer meinem Sohn gewidmet
verbannt weit weg
von Versprechen, die niemals erfüllt werden
Ich werde das Warten nie vergessen
meiner endlosen Warteschlangen
menschliche Schlangen um das Notwendigste
jedes Tages
Verzweifelte Jahrhunderte und Jahrhunderte
um mich selbst als Frau zu behaupten
Mit der Würde eines Sklaven
gewöhnte ich mich an das Ertragen
Die Verachtung in mir wuchs
Und in diesem aufgewühlten menschlichen Zustand
Erwacht erneut die schwarze Existenz in mir
und meditierend beteuere ich noch einmal:
Ich bin so schwarz wie die bräunliche Sonne
des Nachmittags gelb wird
wenn das Mondlicht natürlicher Nächte
von der gelben Blüte der jährlich blühenden Ringelblume
eingefärbt wird
Weil ich so schön bin wie der Sonnenaufgang
an jedem Tag
Ich bin eine schwarze, würdevolle Nachfahrin
des afrikanischen Adels”
Foto einer angolanischen Frau mit dem Namen Eurídice, von Flickr-User ccarriconde, mit freundlicher Genehmigung auf Global Voices veröffentlicht.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Tina Seidenberger, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.











