Die Seite heißt schlicht IDF Monday. Israeli Defence Forces Montag. Nicht mehr, nicht weniger. Die Seite zeigt ausschließlich Bilder wie diese.
Ist’s die Ästhetik der Waffe am weiblichen Körper, die verführerische Soldatin als Objekt? Es gäbe zwar das Genre der Sozialfotografie, der engagierten Abbildung von Momenten, von Ein-Blicken. Gäbe es.
Aber das hier?
Um die 450 Frauen dienen in israelischen Kampfeinheiten, nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofes dürfen Frauen von der Pilotenausbildung nicht mehr ausgeschlossen werden; allerdings gibt es bis heute nur eine Handvoll Kampfjet-Pilotinnen. Es gibt den Posten der Beraterin für Frauenfragen im Generalstab. Ein rundes Drittel aller Frauen im wehrpflichtigen Alter ist allerdings vom Militärdienst enthoben, zumeist aus religiösen Gründen.
Im babylonischen Talmud (Nasir 59a) ist zu lesen, einer Frau sei es verboten, in den Krieg zu ziehen. Nicht, weil ihre Keuschheit dadurch bedroht sei, auch nicht weil sie den Schrecken des Krieges nicht gewachsen wäre, sondern weil es sich bei Waffen um “Männerkleidung” handele, deren Tragen Frauen in der Bibel untersagt werde.
Unter den Waffen der Frauen kann Mann durchaus etwas anderes verstehen.
Dafür muss niemand den Talmud bemühen – und schon gar nicht das Internet vollmüllen.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf andremarty.com, einem inhaltlichen Partner der Readers Edition.
“Dafür muss niemand den Talmud bemühen – und schon gar nicht das Internet vollmüllen.”
So wie sie die Situation in Israel immer wieder aus einer eurozentrischen Sichtweise aus beschreiben, so beschränkt scheint Ihnen auch die Sicht auf das Judentum zu sein. Talmudverbot, nur weil es im Christentum dieses Buch nicht gibt? Das scheint für Sie der logische Rückschluss zu sein – ein Rückschuß, der die Unsensibilität Ihrer Berichterstattung über Israel zeigt.
Warum ist der Talmud so wichtig für das Judentum? Eine rabbinische Weisheit besagt, dass neben den Gesetzestafel dem Erzvater Mose am Sinai auch das mündliche Wort Gottes gegeben wurde. Dieses mündliche Wort wurde von Generation zu Generation weiter gegeben, bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels und der Herrschaft der Römer. Als Hadrian den Juden den Zutritt nach Jerusalem verbot, sah sich das Judentum in seiner Existenz bedroht. Nicht nur die Zerstörung des zentralen Heiligtums, sondern auch die Zerstreuung der Juden in der Diaspora, machten es fast unmöglich, dass die mündliche Überlieferung durch Erzählungen weitergegeben werden konnte.
Die Rabbinen, u.a. Jehuda Ha-Nasi, beschlossen, das mündliche Wort Gottes schriftlich nieder zuschreiben. Die Mischna entstand. Im Laufe veränderter Lebensbedingungen wuchs die rabbinische Literatur heran bis zum heutigen Tag. Nicht nur diese existentielle Geschichte des Talmuds und des Judentums machen dieses Werk so wichtig, sondern auch deren Auslegungen des Tanah. Denn ohne den Talmud kann man das “alte Testament” nicht in seiner ganzen Fülle verstehen.
Für viele gläubige Juden gilt der Talmud bis heute als wichtiger Teil ihres Lebens. Nehmen Sie nur den Schulchan Aruch, der das Leben des gläubigen Juden in allen Lebenslagen, auch im Krieg, begleitet und bestimmt. Ihre höhnische Bemerkung am Schluss dieses Beitrags spricht indes von Ignoranz, Unwissen, Lächerlich machen -so wie Sie es schon in Ihren Beiträgen in der Reihe “black power” zum orthodoxen Judentum meines Erachtens versuchen. Wäre es nicht besser, wenn Sie sich mit dieser Thematik ernsthafter auseinander setzen würden, bevor Sie den Lesern im untersten Niveau verfasste Beiträge aufbürden?