Jugendreiseanbieter müssen sich zunehmend über das Internet präsentieren
Was sich in ein paar Jahren nicht alles ändern kann: Noch 2003 war das Fernsehen das meistgenutzte Medium unter Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren. Bereits vier Jahre später, so eine Studie JIM über das Mediennutzungsverhalten der Jugend von 2007, liegt das Internet vorn. Schwere Zeiten für Jugendzeitschriften wie die BRAVO und das Fernsehen, das nur noch nebenher konsumiert wird, die angesichts der rasanten Informationsverbreitung via Internet jeglichen Aktualitätsanspruch verloren und es somit schwer haben, sich dauerhaft zu halten.
Diese Trends sind auch für die Werbetreiber (touristischer) Unternehmen mehr als beunruhigend, um nicht zu sagen “katastrophal”, wie es Dirk Föste, Bereichsleiter für Marketing and Sales bei RUF-Jugendreisen, ausdrückt. Die seit zehn Jahren stetig sinkenden Auflagen von Jugendzeitschriften und die Verkümmerung des Fernsehens zum Nebenbei-Medium machen es schwer, vielversprechende Werbeflächen zu platzieren. Um Reiseangebote wirksam unter den Jugendlichen zu verbreiten, gäbe es für die Werbe-Branche nur eine Lösung: Der Weg ins World Wide Web ist heute unerlässlich für Jugendreise-Anbieter, ohne eigene Internetseite geht überhaupt nichts, weiß Dirk Föste.
Wie macht man als Reiseanbieter nun auf sich aufmerksam? Wo platziert man die Werbung?
Trotz seiner hohen Reichweite machen das Internet und seine jungen Konsumenten es den touristischen Unternehmen schwer. Da die Jugendlichen sich in den durchschnittlich zwei Stunden ihres Internetbesuches zum größten Teil in Communities wie SchülerVZ oder Facebook aufhalten, sei ihre Wahrnehmung auf den Chat mit Freunden reduziert und wenig empfänglich für Werbung. Zumal Werbebanner auf Internetseiten so klein sind, dass sie ohnehin leicht übersehen werden.
Doch gerade dieser Community-Trend, der es den Reiseanbietern so schwer macht, ihre Werbeflächen zu platzieren, birgt gleichzeitig eine Chance. RUF-Jugendreisen hat darauf bereits reagiert und auf seiner Website eine eigene Community eingerichtet, in der Jugendliche sich austauschen und ihren nächsten Urlaub planen können. Der Erfolg gibt dem Reiseanbieter Recht: Täglich verzeichnet die Website im Durchschnitt 10000 Besucher. Die Plattform so unter anderem auf das Bedürfnis junger Leute, Gleichaltrige zu treffen. Sehr wichtig, so Dirk Föste, sei letztlich auch die Glaubwürdigkeit der Internetangebote: “Jugendliche sind sehr medien- und konsumerfahren. Sie sind daher super-kritisch.”
Photo Quelle/Copyright: luistxo eta marije, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr
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