Fed will für 1,15 Billionen US Dollar Wertpapiere aufkaufen

Die US Notenbank hat gestern beschlossen, massiv weitere Wertpapierkäufe zu tätigen. Insbesondere sollen auch für 300 Mrd. US Dollar US-Staatsanleihen von ihr gekauft werden. Damit macht die Fed ihre Ankündigung wahr, dass sie bereit ist, die exzessive Staatsverschuldung und einen erheblichen Teil der toxic papers durch inflationäre Geldschöpfung zu finanzieren.

Die US Notenbank hat gestern beschlossen, massiv weitere Wertpapierkäufe zu tätigen. Insbesondere sollen auch für 300 Mrd. US Dollar US-Staatsanleihen von ihr gekauft werden. Damit macht die Fed ihre Ankündigung wahr, dass sie bereit ist, die exzessive Staatsverschuldung und einen erheblichen Teil der toxic papers durch inflationäre Geldschöpfung zu finanzieren. Dies wird den US-Dollar gegenüber anderen Währungen auf Talfahrt schicken.Bereits gestern stieg der Euro gegenüber dem US-Dollar von rund 1,30 auf einen Wechselkurs von 1,35 sprunghaft an.Damit leitet die US Notenbank einen Prozess der kompetitiven Abwertung der eigenen Währung zu Lasten der übrigen Länder ein, die nicht einen sogenannten Pegan die US-Währung aufrechterhalten.

Stabilisierung der Finanzmärkte?

Offensichtlich räumt die Fed mit ihrer gestrigen Entscheidung ein, dass alle vorangegangenen Maßnahmen zur Konsolidierung der Finanzmärkte einschließlich der Konjunkturprogramme und der Nullzins-Politik nicht die durchschlagene Wirkung gezeigt haben, um eine nachhaltige Bodenbildung zu erreichen. Sie greift daher zum letzten Mittel einer kalkulierten Inflationierung der US-Wirtschaft. Dieser dramatische Schritt wird gravierende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Durch das Starten des Friedmanschen Hubschraubers, der US-Dollarnoten auf die Weltwirtschaft herabregnen lässt, wird erneut eine Überliquidität (Link: PDF) geschaffen, die für die globale Inflation nicht ohne Folgen bleiben wird.

Es ist naiv zu glauben, dass sich diese Flutung der Weltfinanzmärkte nur allein auf die USA hinsichtlich der Preissteigerungen auswirken wird. Empirische Untersuchungen seitens der EZB belegen eindeutig, dass es zu einer Inflationsübertragung von den USA in die übrige Welt kommen wird. (Link: PDF) Damit sind zwar die zuvor geäußerten Befürchtungen einer möglichen Deflation abgewendet, aber letztendlich treibt man den Teufel mit dem Belzebub aus. Das außerordentliche Privileg der USA, als Hegemon des Weltwährungssystemskeiner Zahlungsbilanzrestriktion zu unterliegen, d.h. durch exzessive Geldschöpfung sich jederzeit aufgrund der Reservewährungsfunktion gegenüber der übrigen Welt verschulden zu können, ermöglicht es sich auf Kosten der übrigen Länder zu finanzieren. Insbesondere diejenigen, die versuchen sich ihre Währung an den US-Dollar zu binden, werden eine entsprechende Inflationssteuer durch Übertragung des Impulses der Geldentwertung aus den USA die Kosten direkt tragen müssen.

Anstelle eines Protektionismus gegenüber anderen Ländern durch klassische tarifäre oder nicht-tarifäre Handelshemmnisse, führt eine bewusst herbeigeführte kompetitive Abwertung gegenüber anderen Weltwährungen dazu, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Wirtschaft zu Lasten der von Aufwertung betroffenen Länder erhöht. Mithin gehört ein solcher Akt in die Instrumentenbox des Beggar-Thy-Neighbour-Politiken.

Börsenstabilisierung um welchen Preis?

Zwar kann durch eine solche Politik einer Stabilisierung der Börsen hinsichtlich der Aktienkurse erreicht werden, der zunächst als Bear-Market-Ralleycharakterisierte Kursanstieg an den US-Börsen kann vor dem jetzt offensichtlich gewordenen Hintergrund als Flucht in Sachwerte angesehen werden. Offenbar gab es schon vor einigen Tagen für Insider Informationen, was die Fed gestern beschließen würde. Mithin haben die Insider vor dem offiziellen Bekanntwerden dieser Nachricht sich schon zu den niedrigen Kursen vorab eingedeckt. Da mittelfristig mit deutlichen Preissteigerungen gerechnet werden muss, sind Aktien als Sachvermögensanlagen inflationssicherer als festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen. Dabei wird unterstellt, dass Unternehmen eine Überliquidität durch Preisüberwälzungen nutzen können, und so die Realwertsicherung des Unternehmensvermögens gewährleistet ist.

Eine in Nominalwerten kontrahierte Schuldverschreibung, wie beispielsweise eine Staatsschuldverschreibung, verliert mit einem Anstieg der Inflationsrate zwangsläufig ihren Realwert in gleicher Höhe. Mithin droht eine rapide sinkende Nachfrage nach Schuldverschreibungen wie US-Staatsanleihen.Um diesen bereits beobachtbaren Trend im Zuge eines Zinsanstiegs aufgrund fallender Kurse für Staatsschuldverschreibungen zu bremsen, kauft die Fed nun anstelle der privaten Anleger diese Papiere direkt vom Staat. Die Folge aber ist eben die Finanzierung der Staatsdefizite mit der Notenpresse. Dies ist jedoch eine inflationäre Geldschöpfung, ob nun in den USA oder Simbabwe.

Das sind keine guten Aussichten für das G20-Treffen am 2. April, bei dem eine grundlegende Reform des Weltfinanzsystems unter Mitarbeit der USA beschlossen werden soll. Bernanke und die Fed wollen und werden eine neue Finanzblase schaffen ohne Rücksicht auf eine strikte Regulierung der globalen Finanzmärkte. Die Wallstreet will es so.

Kommentare

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  1. Und wann begann diese finanzielle Zügellosigkeit?
    In der Ära von Herrn Reagan, bitte hier zur allgemeinen Info:

    Auszug “Alarmstufe Rot” Amerikas Wild-West Kapitalismus bedroht die Welt von Theodore Roszak erschienen 2003

    Kriminelles Management
    doch was unsere Super-Manager auch immer antreiben mag, unstrittig ist , dass ihre Gier nicht vor den Schranken des Gesetzes Halt macht.In den letzten zwanzig Jahren erlebten die USA die wohl krasseste Welle krimmineller Umtriebe, die je durch die Führungetagen geschwappt ist.
    Wenn man den Wirtschaftsteileiner beliebigen amerikanischen Zeitung zur Hand nimmt, kann man feststellen, dass es in den meisten Berichten um kriminelle Machenschaften geht,die entweder bereits bewiesen sind oder noch untersucht werden. Und die in die Skandaleverwickelten Firmen gehören zu den größten im Land.
    Die Ursprünge dieses neuen Klimas finanzieller Zügerllosigkeit lassen sich ohne Mühe bis Mitte in die achziger jahre zurückverfolgen.
    Als Ronald Reagan 1980 seine Präsidentschaft antrat, war eine seiner ersten Amtshandlungen die Deregulierung des Amerikanischen-Darlehens-und Sparkassenwesens, des zweitgrößten Bankensystems des Landes!

    In der Hauptsache handelte es sich dabei um die während des Roseveltschen “New Deal” gegründeten Hypohteken-Kassen, deren einziger Zweck es damals war Kredite für Hausbau -oder Kauf bereitzustellen. Die Kassen verfügten über mehrere Billionen Dollar an Anlagevermögen. Reagans Deregulierungmassnahmen erlaubten ihnen nun, mit diesem Geld nach Belieben zu verfahren wie sie wollten. Es gab keine staatliche Aufsicht mehr.
    Das Ganze wirkte wie eine Aufforderung:

    “DIE POLIZEI HAT URLAUB! Stehlen und rauben Sie nach belieben!”

    Und genau das geschah dann auch. Die Vermögenswerte der Darlehens-und Sparkassen wurden für die wildesten Spekulationen eingesetzt, die man sich nur vorstellen konnte. Das System wurde innerhalb kürzester Zeit von krimminellen Finanzhaien ( von denen eineige eindeutig zur Mafia gehörten)
    auseinander genommen. Später hieß es hier habe die “größte Abzocke der Welt” stattgefunden.
    Natürlich wurden auch einige Protagonisten verhaftet, doch bestraft wurden lediglich ein paar Sündenböcke. Damals waren so viele Menschen wegen Unterschlagung angeklagt, dass die Gerichte gar nicht alle verurteilen konnten. Da der Staat für die Darlehen- und Sparkassen geradestehen musste, war es an der Öffentlichkeit, die Schulden abzutragen, die diese Massnahme hinterlssen hatte. Jedem Steuerzahlerim Land kostete Reagans Strategie
    einige Tausend Dollar.
    Man möchte meinen, dies habe der breiten Öffentlichkeit als Lehrstück gedient.Eigentlich hätte sie schon damals alamiert registriren müssen, dass das Geschäftsleben mittlerweile von Banditen gelenkt wird. Die unerschütterliche Ruhe, mit dem das Volk diesen gewaltigen Diebstahl hinnahm
    erstaunt mich noch heute. Dabei war das Debakel um die Darlehens-und Sparkassen nur der Anfang.
    In den nächsten zwei Jahrzehnten gingen die Vereinigten Staaten in der
    größten Welle von Berügereien und Bilanz-Tricksereien, die je über das Land hereingebrochen war.beinahe unter. Nur einige davon machten – wie den ENRON – Skandal um den Energieversorger aus Texas, dessen Vorstand sich zu den engsten Freunden von G. W. Bush und seinem Vize D. Cheney zählen durfte – auch international Schlagzeilen!”
    Zitatende