Der spirituelle Mehrwert

Wie schafft es ein touristisches Unternehmen, seine Reiseziele möglichst kundenwirksam zu vermarkten? Wie wirken bestimmte Angebote attraktiv auf den Urlauber? Was grenzt die eine Reisefirma von der anderen ab? All das sind Fragen, mit denen sich jedes Unternehmen beschäftigen muss, um zukünftigen Erfolg zu sichern. Das sind Fragen, auf die

reiblog.jpgWie schafft es ein touristisches Unternehmen, seine Reiseziele möglichst kundenwirksam zu vermarkten? Wie wirken bestimmte Angebote attraktiv auf den Urlauber? Was grenzt die eine Reisefirma von der anderen ab? All das sind Fragen, mit denen sich jedes Unternehmen beschäftigen muss, um zukünftigen Erfolg zu sichern.

Das sind Fragen, auf die der ITB Kongress Antworten gesucht hat. So erklärte Prof. Norbert Bolz von der Technischen Universität Berlin anlässlich des “Tourism and Culture Day”, dass die “neue Medienwirklichkeit” durch Internet-Blogs und virtuelle Kundenbewertungen eine sehr hohe Beteiligung der Reisenden an den Reiseangeboten zur Folge hat. Ruf und Ansehen eines Unternehmens hängen nämlich immer mehr von der virtuellen Kommunikation seiner Kunden untereinander ab – “Kunden vertrauen anderen Kunden. Jetzt ist das weltweit organisiert”, sagt Norbert Bolz. Empfehlungen und positive Bewertungen seien essentiell für die Entscheidung des Kunden. Die Unternehmen sollten daher bemüht sein, für ihre Kunden einen Mehrwert zu schaffen.

Doch was ist dieser Mehrwert?

Erstens ist es für Bolz wichtig, dem Kunden das Gefühl zu vermitteln, er bekäme alles bei einem Unternehmen. Deshalb brauchen die Angebote höchstmögliche Transparenz, denn die ist im World Wide Web ohnehin nicht aufzuhalten. Der Kunde möchte die ganze Bandbreite an Angeboten, mit der sich über Verlinkungsketten der gesamte Urlaub organisieren lässt. Vom Flugticket bis hin zur Buchung des Hotels und eines Mietwagens. Dazu gehören, so absurd es auch klingen mag, auch Hinweise zu Angeboten der Konkurrenten.

Pilgern an einen “Kult-Ort”

Aber das reicht nicht aus. Was letztlich zählt ist der Ort, an den man reist, meint Norbert Bolz. Der eigentliche Mehrwert für den Reisenden ist ein spiritueller. Reisen, so der Universitätsprofessor, sei heute ein Pilgern an einen so genannten “Kult-Ort”. Und solche Orte zu schaffen, sei zugegebenermaßen eine sehr schwierige Aufgabe für Reiseanbieter und eigentlich ein Metier für Kulturwissenschaftler, meint Bolz lachend.

Wie also kann es das Tourismusunternehmen, seine Reiseorte “mystifizieren”? Das Optimieren der Vermarktung ist laut Norbert Bolz letztlich ein Optimieren von Geschichten über das potenzielle Reiseziel. Geschichten, die Menschen ansprechen, weil Menschen in ihnen vorkommen. Geschichten, die ein klares Bild von der Stadt zeichnen, in die man fährt. Geschichten, die auf die Frage antworten: Wofür steht ein Ort? Was ist das Besondere, das Anziehende?

Für Norbert Bolz ist es die Aufgabe der Reiseunternehmen, entgegen aller Schnelligkeit und Bandbreite des Angebots, ihren Reisezielen eine erinnerungswürdige Identität zu verleihen. Ist dieser “mythische Markenkern” geschaffen, zeigt das bei den Touristen Wirkung: “Wenn sie zum Beispiel in eine Stadt gehen, fällt ihnen sofort eine Geschichte dazu ein.” Und die Kunden tragen die Erinnerung dann möglicherweise durch positive Blog-Einträge weiter.

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Photo Quelle/Copyright: ullaegino-sizilienreise, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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