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	<title>Kommentare zu: Kampusch, Fritzl, Thies F. &#8211; Machtorientierte Gewaltdelikte als Gesellschaftsphänomen</title>
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		<title>Von: Nagel</title>
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		<dc:creator>Nagel</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2009 15:07:41 +0000</pubDate>
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		<description>Individualismus als Lizenz zum Wegschauen? na, das finde ich ja eine gelungene charakterisierung. vor vielen jahren wohnte ich einmal in einem kleinen hinterhaus. gegenüber im ersten stock, in einem großen gründermietshaus wohnte ein alter mann. der machte pünktlich 22 uhr den fernseher aus. ich konnte danach die uhr stellen. irgendwann fiel mir auf, der fernseher lief die ganze nacht durch. ich rief den vermieter im vorderhaus an. der versprach, sich darum zu kümmern. nach ein paar tagen lief der fernseher immer noch. ich ging ins vorderhaus, um selbst nach dem rechten zu sehen. schon der geruch veranlasste mich, gleich die polizei zu rufen. in dem haus wohnten auch einige sozialarbeiter. der alte mann war seit tagen tot und bereits verwest. ob man extreme einzelfälle zum anlass nehmen kann, mit der politik abzurechnen, bezweifle ich. das umfeld sieht meistens weg. es ist ein normales verhalten, sich möglichst keinen ärger einzuhandeln. kostenvermeidung ist ebenfalls ein normaler menschlicher zug. forschung bei gestellten unfällen haben ergeben, dass siebziger prozent der leute bei unfällen vorbeifahren. bei fritzl war alles normal, ein gutbürgerliches umfeld. das versorgungssystem klappte. ein insich geschlossenes system. unauffällig nach außen. kein grund, hinzuschauen. einen zusammenhang zur globalisierung kann  ich gar nicht herstellen und raffgierige manager würde ich so nicht formulieren, weil auch die manager unterliegen dem mathematischen zinssysthem, das im exponenten wächst, wie der krebs. das system zwingt die menschen. nicht andersrum. unbestritten ist, dass zins erwirtschaftet werden muß, vom gros der menschheit. das nun wird ein problem, denn der einzelnen hat keinen blick mehr für den nebenan im sichabstrampeln für den zinsgewinn  ganz weniger. aber das ist doch normal. wir essen ja zwischenzeitlich unsere eigenen toten auf. wir sind eine hochkultur. das muß man sich immer vor augen halten. kapital kennt keine heimat. das war schon immer so. es gibt keine globalisierte gesellschaft. das ist ein modewort. fritzl hatte das kleingärtnerniveau: wehe ein blatt wächst über meine grenze. so hält man sich in schach: da dein garten hier mein garten. ganz normal. nix schwätzen. fritzl redet nicht, seine frau auch nicht. ganz normal.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Individualismus als Lizenz zum Wegschauen? na, das finde ich ja eine gelungene charakterisierung. vor vielen jahren wohnte ich einmal in einem kleinen hinterhaus. gegenüber im ersten stock, in einem großen gründermietshaus wohnte ein alter mann. der machte pünktlich 22 uhr den fernseher aus. ich konnte danach die uhr stellen. irgendwann fiel mir auf, der fernseher lief die ganze nacht durch. ich rief den vermieter im vorderhaus an. der versprach, sich darum zu kümmern. nach ein paar tagen lief der fernseher immer noch. ich ging ins vorderhaus, um selbst nach dem rechten zu sehen. schon der geruch veranlasste mich, gleich die polizei zu rufen. in dem haus wohnten auch einige sozialarbeiter. der alte mann war seit tagen tot und bereits verwest. ob man extreme einzelfälle zum anlass nehmen kann, mit der politik abzurechnen, bezweifle ich. das umfeld sieht meistens weg. es ist ein normales verhalten, sich möglichst keinen ärger einzuhandeln. kostenvermeidung ist ebenfalls ein normaler menschlicher zug. forschung bei gestellten unfällen haben ergeben, dass siebziger prozent der leute bei unfällen vorbeifahren. bei fritzl war alles normal, ein gutbürgerliches umfeld. das versorgungssystem klappte. ein insich geschlossenes system. unauffällig nach außen. kein grund, hinzuschauen. einen zusammenhang zur globalisierung kann  ich gar nicht herstellen und raffgierige manager würde ich so nicht formulieren, weil auch die manager unterliegen dem mathematischen zinssysthem, das im exponenten wächst, wie der krebs. das system zwingt die menschen. nicht andersrum. unbestritten ist, dass zins erwirtschaftet werden muß, vom gros der menschheit. das nun wird ein problem, denn der einzelnen hat keinen blick mehr für den nebenan im sichabstrampeln für den zinsgewinn  ganz weniger. aber das ist doch normal. wir essen ja zwischenzeitlich unsere eigenen toten auf. wir sind eine hochkultur. das muß man sich immer vor augen halten. kapital kennt keine heimat. das war schon immer so. es gibt keine globalisierte gesellschaft. das ist ein modewort. fritzl hatte das kleingärtnerniveau: wehe ein blatt wächst über meine grenze. so hält man sich in schach: da dein garten hier mein garten. ganz normal. nix schwätzen. fritzl redet nicht, seine frau auch nicht. ganz normal.</p>
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