Mit Deglobalisierung bezeichnet man die Umkehrung der Globalisierung. Statt wie bisher eine fortschreitende Integration insbesondere der Weltwirtschaftsbeziehung zu erleben, hat sich spätestens mit der Pleite der Investmentbank Lehmann Brothers und der daraus ausgelösten globalen Wirtschafts- und Finanzkrise eine schockartige Umkehrung vollzogen.
Exporte und Importe brechen weltweit ein
Die Exporte Japans fielen im Januar 2009 gegenüber dem Vorjahresmonat um 45,7 Prozent, d.h. halbierten sich nahezu. Auch in den USA sanken die Exporte und Importe dramatisch. Das Handelsbilanzdefizit sank auf 36 Mrd. US-Dollar. Dieser Rückgang, der nach Ausbruch der Krise im September 2008 einsetzte, scheint sich derzeit unvermindert fortzusetzen. Damit würden die USA zum Jahresende eine fast ausgeglichene Handelsbilanz erreichen können. Die Ausfuhren der VR China sanken gegenüber dem Vorjahresmonat im Januar 2009 ebenfalls um 17,5 Prozent und die Importe sanken dramatisch um 43,1 Prozent. Auch in Deutschland sind ähnlich scharfe Einbrüche im Außenhandel zu verzeichnen. Hier fielen im Januar 2009 gegenüber dem Vorjahresmonat die Exporte um 20,7 Prozent und die Importe um 12,9 Prozent. Somit findet auch ohne erhebliche protektionistische Maßnahmen ein rascher Deglobalisierungsprozess unter den wichtigsten Handelsnationen statt. Die WTO rechnet mit einer Schrumpfung des Welthandels in diesem Jahr von neun Prozent insgesamt.
Investitions- und Konsumstreiks kennzeichnen die Lage
Wegen der andauernden Kreditklemme, wachsender Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung, rapide steigender Arbeitslosigkeit halten sich Unternehmen und Haushalte bei ihren Ausgaben soweit wie möglich bei langfristigen Ausgaben zurück. Die Vermögensverluste, die bereits eingetreten sind, zwingen darüber hinaus zu einer Erhöhung der Sparquote. Ein Anstieg der Sparquote der privaten Wirtschaftssubjekte aufgrund der bereits eingetretenen Vermögensverluste verschärft aber die Krise der Wirtschaft.
Diese als Vermögenseffekt (engl. real-balance-effect) bezeichnete Anpassung an eine drastisch veränderte zukünftige Einkommenssituation ist unvermeidlich, wenn die Erwartungen nicht nur einen vorübergehenden Einbruch der Einkommen erwarten lassen.
Null-Zinspolitik verschärft zusätzlich die globale Krise
Darüber hinaus ergeben sich aus der Null-Zinspolitik wie sie derzeit rund um die Welt bei den Zentralbanken en vogue ist, erhebliche negative intergenerative Verteilungseffekte zwischen alten und jungen Wirtschaftssubjekten. Im Klartext bedeutet dies, dass die zukünftigen Schuldenlasten von den Jüngeren überproportional aufgrund der längeren Lebenserwartung im Verhältnis zu den Älteren getragen werden müssen (siehe hier). Wenn man daher eine nachhaltige Geldpolitik, d.h. eine zumindest intergenerativ verteilungsneutrale Geldpolitik betreiben wollte, dann wäre eine Null-Zins-Politik zu vermeiden. Letztendlich strangulieren Bernanke & Co. die Weltwirtschaft mit ihrer vielleicht gut gemeinten, aber falschen geldpolitischen Strategie.
Disfunktionales Bankensystem verstärkt zusätzlich den globalen Abwärtstrend
Die Manager der Geschäftsbanken haben es bei Ausbruch der Krise geschafft, ihre Interessen als vorrangig gegenüber allen deren Wirtschaftsinteressen zu definieren. Kern ist die Drohung mit der Kreditklemme, die die gesamte übrige Wirtschaft in den Abgrund reisst. Leider verhalten sich die Geschäftsbanken keineswegs im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen systemischen Verantwortung, sondern betreiben ausschließlich ihre eigene Sanierung auf Kosten des Staates und der übrigen privaten Wirtschaft. Da sie quasi kostenlos Geld von den Zentralbanken zur Verfügung gestellt bekommen und dieses ohne weiteres aufgrund der bestehenden starken Kreditnachfrage an Kreditnehmer zu hohen Zinsen ausleihen können, haben sie einen starken Leverage-Effekt über die außergewöhnlich günstigen Finanzierungskosten bei einer Null-Zinspolitik. Sie nutzen die niedrigeren Zinsen der Zentralbanken nicht primär zur Zinssenkung gegenüber ihren Kreditnehmern, dem so genannten Pass-through-Effekt, sondern zur Gewinnmaximierung ihrer Bank. Die hohen Zinsspreads zwischen den Finanzierungskosten (nahezu Null) und sogar ansteigenden Ausleihungszinsen bei drastisch kritischerer Auswahl kreditwürdiger Kreditnehmer steigert selbstverständlich die Rentabilität der Geschäftsbanken.
Herrliche Zeiten
Kein Wunder, wenn jetzt Bankmanager sich über die sprudelnden Gewinne aus dem Neugeschäft freuen können. Da ihnen auch noch das notwendige Eigenkapital seitens der staatlichen Rettungsfonds zur Verfügung gestellt wird, tendenziell die Verluste aus den Altschulden des toxic papers abgenommen werden und eine kostenlose Risikoabschirmung erneut durch den Staat geboten wird, leben sie im laufenden Geschäft im Candyland. Besser geht’s nicht.
Das einzige was sie drückt sind die faulen Kredite der Vergangenheit. Es kann daher auch nicht verwundern, dass die Geschäftsbanken diese traumhaften Zustände solange als möglich aufrechterhalten wollen. So günstige Bedingungen gab es nur zu Hochzeiten der Bubbleökonomie. Wegen der generösen Bilanzierungsvorschriften, muss man sich um eine Insolvenz auch derzeit keine Gedanken machen. Klemmt’s dann steht der Staat mit der dicken Geldspritze bereit und pumpt ohne viel Federlesen jede gewünschte Milliardensumme hinein.
Während der Bubbleökonomie konnte man sich noch per endogener Geldschöpfung über die Verbriefungen ohne Zutun der Zentralbank selbst finanzieren. Nun übernehmen die Zentralbanken und die Staaten diese Aufgabe für sie. Das ist letztlich den Geschäftsbanken egal. Hauptsache der Rubel rollt wieder und er rollt in ihre Taschen.
Wenn man sich dann saniert hat, kann’s ja wie vorher weitergehen. Bis dahin muss der Rest der Wirtschaft eben warten. Wir leben aus ihrer Sicht in herrlichen Zeiten!
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… und dann kommt der superGAU.
das geld ist dann ohne wert und das chaos bricht los.
die wut der bürger wird dann so maßlos sein das man es kaum in worte fassen kann. da können sich die banker warm anziehen…
viel zeit bleibt nicht bevor es so richtig kracht , denn diese krise hat sich ert warm gemacht und wird mit unglaublicher brutalität , ganz überraschend zuschlagen !
BEVORRATET euch !!!