25.3. ist Document Freedom Day

Am 25. März findet zum zweiten Mal der globale Document Freedom Day statt. Der Document Freedom Day (DFD) ist ein weltweiter Tag für die Befreiung von Dokumenten. Es wird ein Tag einer Graswurzel-Bemühung sein, um die Öffentlichkeit über die Wichtigkeit von Freien Dokumentformaten und Offenen Standards im Allgemeinen zu unterrichten.

faldg.jpgAm 25. März findet zum zweiten Mal der globale Document Freedom Day statt.

Der Document Freedom Day (DFD) ist ein weltweiter Tag für die Befreiung von Dokumenten. Es wird ein Tag einer Graswurzel-Bemühung sein, um die Öffentlichkeit über die Wichtigkeit von Freien Dokumentformaten und Offenen Standards im Allgemeinen zu unterrichten.

2009 ist das zweite Jahr, in dem zum Document Freedom Day aufgerufen wird. DFDs Hauptziele sind das Propagieren des Einsatzes von Freien Dokumentenformaten, der Aufbau eines globales Netzwerkes und Koordination von Aktivitäten, die am letzten Mittwoch im März stattfinden: Document Freedom Day.

Einmal im Jahr wird der Document Freedom Day als eine weltweite Community gefeiert. Zwischen diesen Tagen wird DFD sich darauf fokussieren Community-Aktionen zu unterstützten und ein Bewusstsein für die Themen Freie Dokumente und Offene Standards zu schaffen. Die Hauptorganisatoren sind die FSF Europe (FSFE) und die OpenDocument Format Alliance.

Ziele des Aktionstages

Im Kern des Aktionstages steht das OpenDocument-Format, das das einzige international anerkannte Dokumentenaustauschformat ist. Nichtsdesdotrotz beherrschen die nichtstandartisierten Dokumentenformaten von Microsoft immer noch viele Büros und  viele Bereichen, in denen Dokumente ausgetauscht werden.

Nachteile von Microsoft-Office-Lösungen

Aber warum ist das überhaupt ein Problem? Viele Menschen nutzen täglich Microsoft-Produkte und tauschen Dateien aus. In vielen Fällen gibt es dabei auch keine großen Probleme. Problematisch sind aber folgende Aspekte:

  1. Die Abhängigkeit und Ausrichtung  von und auf nur einer Firma. In den meisten Bereichen gibt es Konkurrenz – und man ist bemüht Aufträge öffentlich auszuschreiben. Bei Bürosoftware ist das oft anders. So heißt es dann auch ganz unverblümt in einem Bericht der Stadt Kiel zur Umsetzung eines EDV-KonzeptesAls einheitliche Betriebssystemsoftware sind durch die IT-Leitlinien die Microsoft-Produkte vorgeschrieben worden.” – das ist kein Einzelfall, sondern die Regel
  2. Die Microsoft-Dokumente enthalten keine ausreichenden Informationen zur Interpretation der Darstellung. Das Wissen darüber wie etwas dargestellt wird, steckt also in den Programmen der Firma Microsoft. Das bedeutet, dass selbst mit dem besten Re-Engineering nur immer eine grobe Näherung  erreicht werden kann. Selbst Microsoft hatte das erkannt und daher als neuen Standard OOXML eingereicht.
  3. Die Unterstützung von Microsoft-Office-Dokumenten war bislang immer einem großen Wandel unterlegen. Zum einen Bestand dadurch ein Druck zur Aktualisierung, zum anderen führte dies immer wieder zu Inkompatibilitäten zwischen verschiedenen Microsoft-Office-Versionen. Dadurch entstand auch wieder der Zwang, alle Office-Installationen auf einmal umzustellen, mitsamt allen damit verbundenen einmaligen Investitionsaufwendungen für Lizenzen.
  4. Augrund der Tatsache, dass Microsoft-Office-Formate nie offen dokumentiert waren fehlte es auch an Implementationen in frei verfügbaren Programmen. OpenOffice.org hat zwar stets den Import und das Anzeigen unterstützt, stieß dabei aber aus den o.g. Gründen immer an Grenzen. Dies wird besonders im Punkt “1.” deutlich.
  5. Alternativen, wie dem genannten OpenOffice.org aber auch Alternativen in der Vergangenheit konnten und können sich nicht als Konkurrenz etablieren. Nicht aber aufgrund einer herausragenden Qualität der Microsoft-Produkte, sondern aufgrund des Microsoft-Monopols. Die Firma Microsoft schließt zum Beispiel mit Bundesländern Verträge ab, um statistisch wahrscheinliche Raubkopien mit einem Schlag zu legalisieren.
  6. Microsoft führt zusammen mit der Business Software Alliance (BSA) seit Jahr und Tag einen harten Kampf gegen Raubkopien/illegale Softwareinstallationen, z.B. auch über Seiten wie www.legalesoftware.de. Wer Raubkopien verwendet steht somit immer mit einem Bein im Gefängnis, oder muss zumindest mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Lizenzpflichtige Software darf nicht einfach kopiert werden.
  7. Für jeden Rechner braucht man eine neue Kopie. Das heißt, dass Anwender, die neben einem Desktop-Rechner noch einen mobilen Notebook haben eben nicht nur einmal, sondern mindestens zweimal ein komplettes Office-Paket kaufen müssen. Eine MS Office Professional-Lizenz kostet aber rund 500 EUR. Bei einer Vervielfachung der eingesetzten Computer, was bei sinkenden Hardwarepreisen immer stärker die Norm ist, würde das genau so einer Vervielfachung der Kosten für Office-Anwendungen bedeuten.

Vorteile von OpenDocument und OpenOffic.org

Auf der anderen Seite gibt es eben Alternativen, wie das freie OpenOffice.org – z.B. auch mit der beliebten PrOOo-Box für Windows-User. Diese bieten den Anwendern diese Vorteile:

  1. Eine Kopie darf beliebig oft weiterkopiert werden, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Es wird sogar dazu ermutigt das zu tun.
  2. Heute kann man mit OpenOffice.org eigentlich alles machen, was man früher mit anderen Office-Paketen erledigt hat. Es gibt nach wie vor Schwächen an der einen oder anderen Stelle – aber eben auch Stärken. Microsoft Office und OpenOffice.org sind eben nicht identisch.
  3. Da OpenOffice.org im anerkannten ISO-Standard OpenDocument speichert kann man sicher sein, dass die Dokumente von einer Vielzahl an Applikationen gelesen werden können.
  4. Auch für Microsoft-Office gibt es einen  optionalen Importierer und Microsoft möchte dieses Format in Zukunft besser unterstützen.
  5. Als Offener Standard gibt es keine einzelne Firma, die mit dem Format herumspielen kann um Konkurrenten auszuschalten.
  6. Bei dem Einsatz von freien Betriebssystemen wie Linux wird OpenOffice.org gleich mitinstalliert. Weder ein Hantieren mit Lizennummern noch eine mühsame Installation sind dann nötig – und auch eine Aktualisierung erfolgt im Zuge regelmäßiger Systemupdates.
  7. Das freie Kopieren fördert auch die gegenseitige Hilfe der Anwenderinnen untereinander und ermöglicht es in Firmen und Organisationen, dass Installationen zur Not auch selbst vor Ort durchgeführt werden können anstatt auf die Anschaffung von Lizenzen von einer zentralen Stelle zu warten.
  8. OpenOffice.org hat einen hervorragenden, integrierten PDF-Export, der sonst nur über zusätzliche PDF-”Drucker”treiber erhältlich ist.
  9. OpenOffice.org integriert sich wunderbar mit anderer, freier Software wie Firefox oder Thunderbird.
  10. OpenDocument garantiert, dass Dokumente um ein vielfaches länger lesbar bleiben als andere, nichtstandartisierte Dokumentenformate. Dies ist in vielen Bereichen ein sehr wichtiger Faktor.

Selbstverpflichtung zur Offenheit

In manchen Behörden und Ländern wurde der Wert von OpenDocument bereits erkannt:

Das OpenDocument-Format ist der Kernbestandteil moderner und zukunftsfähiger IT nicht nur in Behörden und Unternehmen, sondern auch und gerade für den Privatanwender, weil sie sich dadurch aus der zwangsweisen Umklammerung durch einen einzigen Konzern lösen. Noch fehlt es in Deutschland, Österreich oder Schweiz an einer konsequenten Strategie für einen Wechsel der Dokumentenformate (mit denen keine Festlegung auf nur eine Software verbunden ist). Aber jede Anwenderin kann für sich selber bereits heute entscheiden dieses Format zu verwenden und eine Software, die dieses Format unterstützt. Problematisch ist lediglich der Aspekt, wenn zwischen ODF und MS-Office-Formaten ständig hin- und hergewandelt wird. Daher ist es zu empfehlen den 25. März zu nutzen, um gemeinsam umzusteigen. In Deutschland finden Aktionen in (mindestens) folgenden Städten statt:  Berlin, Hamburg, Kiel, Offenburg.

Weitere Informationen findet man hier.

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