Das Konzept “grün” für Produkte und Dienstleistungen.

Wer kennt nicht das alte Klischee: der Öko als Selbstversorger in Strick und Birkenstock mit langen, ungewaschenen Haaren. Dass dieses Bild mit einem ökologischen Bewusstsein in Verbindung gebracht wird, ist lange passé. Bio und grün dagegen nicht, insbesondere wenn ein nachhaltiges Bewusstsein für Natur und Mensch mit dem eigenen Lebensstil

radit.jpgWer kennt nicht das alte Klischee: der Öko als Selbstversorger in Strick und Birkenstock mit langen, ungewaschenen Haaren. Dass dieses Bild mit einem ökologischen Bewusstsein in Verbindung gebracht wird, ist lange passé. Bio und grün dagegen nicht, insbesondere wenn ein nachhaltiges Bewusstsein für Natur und Mensch mit dem eigenen Lebensstil sowie Konsumverhalten vereinbar wird. Das hängt nicht nur mit der europaweiten Einführung des Bio-Siegels im Jahr 2001 zusammen, sondern auch mit der öffentlichen Debatte über schädliche Rückstände in Nahrungsmitteln und Gegenständen.

Die öffentliche Meinung zu einer Änderung von Produktions- und Konsumstandards haben nach eigenen Angaben bereits 96 Prozent der EU-Bürger verinnerlicht, wie in einem Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema ökologisches Bewusstsein und Handeln nachzulesen ist. Doch etwas thematisieren, heißt noch lange nicht, es praktisch auszuüben, denn 70 bis 80 Prozent würden gerade bei der Veränderung des Lebensstils und des Konsumverhaltens passiv bleiben. Erfolgreich kommunizierte Konzepte seien hier ausschließlich die Mülltrennung, das Energiesparen oder der Kauf von Lebensmitteln aus ökologischem Anbau.

Dennoch: Ökologisches Verhalten tritt nur dann in den Vordergrund, wenn ein Eigennutzen entsteht. Gemäß dem Motto: Wer sein Auto mal stehen lässt, entlastet die Umwelt und sein Gewissen. Allein an diesem Beispiel wird deutlich, dass schon das gute Gewissen als Distinktionsmoment nutzt. Denn ohne das vergleichbare Mantra “Ich kaufe Bio und lebe gesund.”, wäre der oftmals unhinterfragte Bio-Boom der letzten Jahre nicht zu erklären.

Dieser grüne Distinktionsmoment ist zurzeit wieder ein besonders wichtiger Aspekt in der Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen jenseits des Bio-Siegels. So strebt beispielsweise das Klimaschutzprogramm GoGreen der Deutschen Post und DHL an, den CO2-Ausstoß des Konzerns bis 2020 um 30 Prozent zu reduzieren. Und auch der Musikkanal MTV macht mit der Kampagne MTV Switch auf die globale Erwärmung aufmerksam: ein Fernsehsender ruft dazu auf, den Apparat auszuschalten – umzudenken! Wohl gemerkt, erst nach Ende des Lieblingsprogramms.

“Grün” wird zum Evergreen

In diesem Sinne etabliert sich das Motto grün – im wahrsten Sinne des Wortes – zum Evergreen. Ein Trend, der sich auch in der Herstellung unterschiedlichster Waren durchsetzt. Im Schulterschluss mit Design und Umweltbewusstsein tritt das Unternehmen Apple mit dem energiesparenden und quecksilberfreien MacBook Green gerade medienwirksam in den Vordergrund, um sich auch in diesem Sektor gewinnbringend als Vorreiter zu positionieren.

Nicht zu vergessen ist dabei die Debatte, um die Vielzahl der aus Asien importierten Produkte, die aus Weich-PVC bestehen oder enthalten. Hier wird insbesondere der Verzicht von toxischen Phthalaten als Weichmacher diskutiert, die eine deutliche Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Problematisch gestaltet sich hier der differenzierte Einsatz von Weichmachern in der Bauindustrie, in der Elektro- und Kabelindustrie, Automobilindustrie sowie Sport- und Freizeitindustrie, wie auf Phthalate-Frei zu lesen ist.

Ob die gesetzlichen Verbote von Schadstoffen wie Phthalate, die Kennzeichnung schadstofffreier Produkte durch die Gütesiegel Phthalate-Frei, Blauer Engel oder Bio eine gravierende Änderung unserer Produktions- und Konsumstandards provozieren können oder doch nur ein kurzer Trend ist, wird weiterhin zu beobachten sein.

Photo Quelle/Copyright: BirgitH, via pixelio.de

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  1. Wer kennt nicht das alte Klischee: der Öko als Selbstversorger in Strick und Birkenstock mit langen, ungewaschenen Haaren. Dass dieses Bild mit einem ökologischen Bewusstsein in Verbindung gebracht wird, ist lange passé.

    Stimmt, heute gehören diese Leute der gehobenen Mittelschicht an, rennen in Armani-Klamotten rum und fordern auf Verbrauchers Rücken s.g. “erneuerbare” Energien.