Gordon Brown: Up against the Wall

Gordon Brown, dem britischen Premierminister, droht ein ähnliches Ende wie bereits dem tschechischen Ministerpräsidenten Topolanek. Dieser verlor gestern eine Vertrauensabstimmung im Parlament. Gordon Brown verliert derzeit wegen der sich rapide verschlechternden Lage der britischen Wirtschaft und der bisher wirkungslosen Maßnahmen der Regierung, den Zusammenbruch zu stoppen, an Vertrauen. Der gestrige

fordon.jpgGordon Brown, dem britischen Premierminister, droht ein ähnliches Ende wie bereits dem tschechischen Ministerpräsidenten Topolanek. Dieser verlor gestern eine Vertrauensabstimmung im Parlament. Gordon Brown verliert derzeit wegen der sich rapide verschlechternden Lage der britischen Wirtschaft und der bisher wirkungslosen Maßnahmen der Regierung, den Zusammenbruch zu stoppen, an Vertrauen. Der gestrige Versuch, für 1.75 britische Pfund Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 40 Jahren zu platzieren, scheiterte. Stattdessen konnten nur 1.63 Mrd. abgesetzt werden. Es offenbart sich darin, dass es der britischen Regierung derzeit nicht möglich ist, zu den von ihnen gewünschten Konditionen in ausreichendem Umfang den Kapitalmarkt durch Staatsschuldverschreibungen zu refinanzieren.

Crowding out zwingt zur Finanzierung durch die Notenpresse

Da es der britischen Regierung derzeit nicht gelingt, den hohen Bedarf an Finanzmitteln über den privaten Kapitalmarkt zu finanzieren, muss die Bank of England mit der Notenpresse aushelfen. Crowding out, d.h. ein Mangel an privater Nachfrage, die Staatsschuldverschreibungen zu kaufen, lässt der Regierung keine andere Wahl, wenn sie ihr Staatsdefizit nicht in der Krise zurückfahren will. Dies schürt jedoch die Inflation in Großbritannien. Mithin droht dem Premierminister demnächst ein Misstrauensvotum im Parlament, da die Konservativen eine Chance sehen, den Premier vorzeitig aus dem Amt zu jagen. Seine Popularität war bereits seit einiger Zeit auf einen Tiefpunkt gesunken. Erst mit dem Ausbruch der Finanzkrise gewann er kurzfristig wieder mehr Zustimmung in der Bevölkerung. Nachdem nun erkennbar wird, dass die Regierung weitgehend machtlos ist, den wirtschaftlichen Zusammenbruch wirkungsvoll zu begrenzen, wendet sich die Stimmung erneut gegen ihn.

Das britische Pfund wackelt erneut

Nachdem bereits zum Jahresende 2008 das britische Pfund kurz vor der Parität zum Euro stand, droht jetzt ein erneuter Schwächeanfall der britischen Währung. Würde es zu einem drastischen Verfall des britischen Pfundes kommen, dann würde dies wegen steigender Importpreise die Inflation in Großbritannien zusätzlich anheizen.

Allerdings stemmt sich die Bank of England mit guten Gründen gegen eine solche Entwicklung. London als immer noch herausragender Bankplatz in Europa würde mit hochproblematischen Wechselkursrisiken bei Anlageprodukten in ausländischen Währungen konfrontiert. Es käme dann zu einer Islandisierung der britischen Wirtschaft. Ebenso wie dort wäre die britische Regierung und die Zentralbank nicht mehr in der Lage, eine Zahlungsbilanzkrise Großbritanniens abzuwenden. Denn die britischen Banken, ob verstaatlicht oder nicht-verstaatlicht, würden bei einem drastischen unvorhergesehehen Kursverfall des britischen Pfundes hohe Verluste aus Fremdwährungsgeschäften erleiden. Da die Forderung jedoch in Dollar, Euro oder Yen beglichen werden müssen, reichen die verfügbaren Währungsreserven Großbritanniens nicht aus, diese Forderungen auch zu bedienen. Die Lösung hieße dann: Last Exit IMF. Großbritannien müsste um eine Zahlungsbilanzbeihilfe, d.h. einen IMF-Kredit nachsuchen.

Jetzt rächt sich der Hochmut mit dem die Briten einen Beitritt zur Eurozone abgelehnt haben. Wären sie Mitgliedsland, dann würde ihnen ein solches Schicksal derzeit erspart bleiben.

Photo Quelle/Copyright: World Economic Forum, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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  1. Nicht alles muss ubedingt eine Krise sein das wie eine Krise aussieht. Dass sich
    die Kapitalmaerkte zurueckhalten ist m. E. ein sehr gutes Zeichen. Bedeuten doch
    Staatsanleihen automatisch die Verpfichtung der Steuerzahler.
    Und die haetten da schon mal Grund, irgendwie zu streiken. Nicht einfach so weiter
    zu machen wie bisher, sich da treiben lassen. Die Schlamperei mit der alte Suenden
    ansonsten fortgesetzt werden wuerden, waeren das eigentliche Problem.
    Derzeit halten sich auch ziemlich poetentielle Kleinanleger zurueck, bleiben von den
    Boersen erst mal weg. Nicht jeder ist ein Boesenprofi der das in Hand hat. Und recht
    haben. Schlimm waere es, wenn niemand lernen wuerde aus der Erfahrung.
    (Und da gibt es eigentlich noch einen groessen Aufholbedarf an Lektuere.)
    Zielich problematisch ist sehr oft m. E. die “Problem – isierung” von allerhand, das
    nur wegen der Darstellung eigentlich ein Problem wird.
    Zurert gilt es derzeit wohl erst grundsaetzlich mal die Banken zurecht zu setzen
    dass sie wieder Dienstleister werden die diese Bezeichnung. – Und bis dahin darf
    wohl noch warten. Aus diesem Grund ist eine vorsichtige Zurueckhaltung ganz
    allegemein, individuell, auch voellig berechtigt.