Im September 2002 veröffentlichten die Burschen von “The Flames” ihre wohl berühmteste Single, die zum absoluten Hit mutierte und nicht nur in den heimischen CD-Playern, sondern auch in Radio und Fernsehen rauf und runter gespielt wurde. Mit “Everytime” schufen sie den Songtitel für die populäre “Afri-Cola”-Kampagne und rockten sich so in die Gedächtnisse ihrer Zuhörer. Knapp sieben Jahre nach ihrem Riesenerfolg veröffentlichen “The Flames” nun ihr drittes Album “Caution: Heat Inside” und präsentieren ihre neuen musikalischen Errungenschaften gleich zwei Tage nach dem Release im April auf ihrer Tour.
Schon einiges hat das Mannheimer Quartett um Sänger und Gitarrist Oliver Heydenreich, Keyboarder Andrés Bertomeu, Bassist Philipp Rehm und Schlagzeuger Martin Maurer in seiner 15-jährigen Bandgeschichte erlebt. Nach der Gründung im Jahre 1994 durch Sänger Oli musste die Bandbesetzung zahlreiche Wechsel durchleiden. Seit drei Jahren sind “The Flames” nun, dank des Beitritts von Philipp Rehm am Bass, komplett. Doch ihre Passion für “Rockabilly” blieb bis heute in ihren musikalischen Grundzügen erhalten. Auf ihren ersten beiden Alben “Slicker” (2000) und “Strike a light” (2005) frönten sie demnach dem “oldschool rock” – und das kam an. Die Single “Everytime”, der Titelsong zur “Afri-Cola”-Werbung von 2002, wurde zum bahnbrechenden Erfolg. Die bis dato unbekannten Mannheimer Musiker wurden durch sämtliche Medien gereicht, so dass es wohl kaum jemanden geben dürfte, dem der Werbesong entgehen konnte.
Sich allerdings auf dem Erfolg vergangener Tage auszuruhen, das liegt den Vieren so gar nicht. “Es steckt jede Menge Rocker-Herzblut in unserem neuen Werk”, offenbaren die Jungs. So wagten sie sich in neue Gefilde, abseits ihrer bisherigen Stilrichtung, die vom “Rockabilly” dominiert wurde und somit nicht viel Platz fürNeues ließ. “Mit unseren kantigen Gitarrenriffs, ruhigen Balladen, tempogeladene Disco- und Surf-Nummern wollen wir uns keinem bestimmten Genre unterwerfen.”
Es geht also wieder los
Einen ersten Vorgeschmack auf das neue Album, das am vierten April in den Läden zu ergattern ist, bietet die seit dem sechsten März veröffentlichte Single “Lunatic Dreams“, die durch ihre besonders psychedelische Atmosphäre und den eindringlichen Gesang von Sänger Oliver überzeugt und nicht zu Unrecht zu den Favoriten von “Caution: Heat Inside” zählt. Bei den bisherigen Hörern scheint diese schon einen gewaltigen Eindruck hinterlassen zu haben. “Hammer!!!” und “sehr gute nummer und video. es geht also wieder los…!”, schallt es da aus den Fankreisen und lässt deren Vorfreude auf das neue Album nur zu gut erahnen. Doch geben sich die Jungs bei der Präsentation nicht mit halben Sachen zufrieden. Sie haben sich etwas ganz besonderes ausgedacht und keine Kosten und Mühen gescheut, ihre Anhänger zu beeindrucken. “The Flames” werden ihre aktuelle Scheibe bei ihrer Releasetour in Cineplex-Kinos quer durch die Republik vorstellen.
“Caution: Heat Inside” hält, was es verspricht
Eines vorweggenommen: Neue Welten eröffnen sich dem Zuhörer beim Lauschen der besagten Platte nicht. Doch “Caution: Heat Inside” hält, was es verspricht, denn bei Titeln wie “Shake me” oder auch “Let’s get wild”, das die Klänge der 60er Jahre ins Gedächtnis ruft, wird dem Zuhörer mit Garantie heiß. Und selbst bei Musik-Muffeln werden zu diesen mitreißenden Rhythmen zumindest die Füße zucken. Etwas ruhiger wird es in der Mitte der Platte und wie soll es auch anders sein – das treibende Thema in den Songs “Beautiful Nowhere” und “Still Waiting” ist die Damenwelt, oder genauer gesagt, eine ganz bestimmte Dame, die es dem Songwriter wohl kräftig angetan hat. Nicht umsonst schweifen Zeilen wie:
durch die Luft und paaren sich in aller Stille mit sachten Beats und sanften Gitarrenakkorden. Ansonsten haben “The Flames” eine Menge Songs zu bieten, darunter Titel wie “You hate me” und “On my way”, die den Anschein erwecken, als wären sie ganz locker von der Leber weg gespielt worden, um sich klammheimlich ins Gehör der Zuhörer zu schleichen und diesen dazu zu nötigen, mit dem Kopf mitzuwippen.
So vielfältig wie versprochen wirkt das dritte Album von “The Flames” nun nicht. Insgesamt ergibt sich jedoch aus den zahlreichen Einflüssen eine ganz eigene Stilrichtung der Band, die sich in den einzelnen Songs, die durchaus hitverdächtig sind, wiederfinden lässt. Eine Weiterentwicklung von Seiten der Band ist somit ganz offensichtlich geschehen und auch zu begrüßen, denn welcher Musiker möchte schon immer wieder gleichartige Songs produzieren?
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