Insgesamt 158 Tunesier und deren Freunde aus aller Welt traten gestern (26. März) für einen Tag in Hungerstreik, um ihre Solidarität für fünf Studenten zu bekunden, die sich seit dem 11. Februar in Tunesien im Hungerstreik befinden.
Die Initiative wurde als symbolische Unterstützung der Studenten über eine Gruppe auf Facebook [Fr] ins Leben gerufen. Die Studenten sind Mitglieder der tunesischen Studentengewerkschaft (UGET) und waren aufgrund ihres Aktivismus auf dem Campus von der Universität verwiesen worden.
In der Gruppe auf Facebook heißt es:
“Ein Tag im Hungerstreik aus Solitarität gegenüber den tunesischen Studenten, die sich seit dem 10. Februar 2009 im Hungerstreik befinden
Die tunesische Studentengewerkschaft (UGET) ist seit mehreren Jahren Ziel systematischer Verfolgung durch tunesische Behörden… Junge UGET-Gewerkschaftler werden regelmäßig, ohne jeden Respekt vor dem Gesetz, in Polizeigewahrsam schikaniert, geschlagen, terrorisiert und gefoltert. Die Polizei greift auf alle möglichen Arten von Gewalt zurück, um Gewerkschaftsführer zum Rücktritt, Verrat ihrer Kameraden und zur Aufgabe ihres Engagements zu zwingen. Seit vielen Jahren (genauer gesagt, seit Ben Ali unter Bourguiba zum Premierminister ernannt wurde) werden die Eingänge und Korridore der Universitäten von bewaffneten Polizisten überwacht. Diese Polizeibeamten, allwissende Fremdkörper, verfolgen tunesische Studenten seit mehr als 23 Jahren, um zu verhindern, dass sie mithilfe von Aushängen, Treffen und Kundgebungen ihre Forderungen durchsetzen können. Gewalt wie diese ist nicht gerechtfertigt… die UGET-Studenten beteiligen sich nur an gewaltfreien Protesten, die sie deshalb organisieren, um eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und des Bildungsstandards zu erreichen, und für die Vergabe neuer Arbeitsmöglichkeiten nach dem Studium… sie setzen sich außerdem für die arabische Sache ein, besonders in Palästina…
Am 11. Februar 2009 erklärten fünf UGET-Gewerkschaftsführer in ihrer winzigen Filiale in der Rue Naplouse Nr. 19 in Tunis einen Hungerstreik mit offenem Ende. Sie fordern ihr Recht auf Fortsetzung ihrer Studien an der Universität und die Wiederaufnahme an ihren Fakultäten nach ihrem ungerechtfertigten Verweis, der Disziplinarmaßnahmen aufgrund ihrer Gewerkschaftstätigkeit folgte.”
Die fünf Studenten heißen Ali Bouzouzeya,Taoufik Louati, Aymen Jaabiri, Mohamed Boualleg und Mohamed Soudani. Sie befinden sich im Hungerstreik, mit dem sie die Rückkehr in ihre Vorlesungen fordern.
In der Zwischenzeit hintert die Polizei Menschen, die die Studenten unterstützen wollen, am Betreten des Gebäudes der UGET, wo sich die Studenten im Streik befinden, wie das Video oben zeigt.
Nach nun schon 43 Tagen Hungerstreik verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand und ihre Leben sind in Gefahr. Sie wurden bereits mehrfach ins Krankhaus eingeliefert und Ärzte drängten auf ein Ende des Hungerstreiks. Die Studenten bestehen jedoch auf eine Fortsetzung bis ihnen die Rückkehr an ihre Universitäten erlaubt wird. Trotzdem lässt eine Änderung der Haltung der tunesischen Behörden noch auf sich warten.
Was wird als Nächstes passieren? Wird die Regierung warten, bis sie sterben, bevor etwas getan wird? Nur die Zeit wird diese Frage beantworten.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Tina Seidenberger, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.
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