Nun brennt das Dorf und der Heimatsender MDR weint um seinen Lieblingsverein 1. FC Magdeburg. Der spielt als Tabellenvierter gegen die U23 von Wolfsburg, den Tabellenachten – für die Hauptstadtredaktion der Dreiländeranstalt Anlass, sich ganz auf das Großereignis zu konzentrieren: Neunmal meldet sich der MDR-Reporter allein in der ersten Halbzeit im Live-Ticker, 13 Minuten dauert der Filmbericht vom traurigen und früh feststehenden 0:3 der einstigen Europacup-Siegerelf, nach eigener Ansicht heute noch die “Größten der Welt”, gegen die aus Mitteln der Abwrackprämie finanzierten Wolfsburger Nachwuchstruppe.
Kopfball führt zum Ausgleich
Die Fans des Halleschen FC, der als Tabellenzweiter mit nur zwei Punkten Rückstand auf Ligaprimus Kiel im Gegensatz zum FCM noch dick im Aufstiegsrennen ist, bekommen im Liveticker fünf Wasserstandsmeldungen und im Fernsehen einen Sechsminuten-Bericht. Beim Spiel in Berlin führt Türkiyemspor früh 2:0, dann schießt Halle den Ausgleich, dann noch ein Tor, das nicht anerkannt wird. In der zweiten Minute der Nachspielzeit schließlich gelingt Torwart Darko Horvat, zuvor 981 Minuten unbezwungen, mit einem fulminanten Kopfball von der Strafraumgrenze der längst verdiente Ausgleich.
Horvat darf im Interview auch noch einen schnellen Satz sagen. So kommt der Tabellenzweite zusammen mit Tabellenführer Kiel, das in Chemnitz 1:0 gewinnt, immerhin auf dieselbe Sendezeit wie die im Mittelfeld dümpelnden Magdeburger. Horvat allerdings kommt wieder: Der Treffer des Kroaten wird das nächste “Tor des Monats”. Sagt auch der MDR-Kommentator. Zähneknirschend.
Quelle: politplatschquatsch.com
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.