Haschmisch zwischen dem Online-Magazin Blaue Narzisse und den StudiVz-Moderatoren: Vordergründig ging es in den letzten Tagen um das wiederholte Löschen und Gründen von Gruppen. Hintergründig um die Frage, inwieweit Konservativen erlaubt wird, sich in der Öffentlichkeit -außerhalb ihrer eigenen Blogs- zu äußern.
In erster Linie dienen diese Gruppen der Selbstdarstellung im Studentenverzeichnis. Wer zum Beispiel Mitglied in der Gruppe “Blaue Narzisse” ist, stellt sich anders da als einer, der Mitglied in der Gruppe “Kommunismus oder Tod!” [sic!] ist. Solche Gruppen können auch als Diskussionsforum genutzt werden, wovon die Freunde des Online-Magazins regen Gebrauch machten.
Dem Team der StudiVz-Moderatoren fielen in dieser Gruppe jedoch “rassistisch geprägte Inhalte” auf, woraufhin die Gruppe gelöscht wurde.
Die Moderatoren nannten keine Beispiele für derartige Inhalte, und die Vertreter des Online-Magazins bestreiten diese Vorwürfe. Sie wollten die Löschung nicht auf sich sitzen lassen und gründeten erneut eine Gruppe mit dem Namen “Blaue Narzisse – Ihr könnt uns mal”. Die Moderatoren löschten auch diese Gruppe. Im Anschluss kam es zum wilden Haschmich von Gründen und Löschen, das in etwa so schnell aufhörte, wie es begann.
Die Pressevertreter des Studentenverzeichnisses äußerten sich bislang nicht. Der Herausgeber der Blauen Narzisse, Felix Menzel, zeigte sich empört. Es werde seitens StudiVz geduldet, wenn man öffentlich über perverse Sexualpraktiken, Gewaltphantasien oder Einschüchterungsmaßnahmen gegen Rechte plaudere. Bei der Gründung einer kleinen konservativen Gruppe schreite das Studentenverzeichnis jedoch sofort ein. Er sieht darin eine “nicht hinnehmbare Einschränkung der Meinungsfreiheit”.
Natürlich steht es den Betreibern von StudiVz zu, ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen in ihrem Sinne auszulegen.
Aber die Löschung einer rechtskonservativen Gruppe namens “Blaue Narzisse” erscheint fragwürdig, wenn eine Gruppe namens “Kommunismus oder Tod!” toleriert wird. Die Betreiber des Studentenverzeichnisses unterwerfen sich unnötigerweise einem vermeintlichen common sense und werden damit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, die sie aufgrund der hohen Anzahl an Mitgliedern haben, nicht gerecht.
Dieser Artikel erschien zuerst auf www.dasgespraech.de.
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