Gesundheitsschäden durch PAK – Billigöle in PVC

Seit vielen Jahren wird immer wieder vor Weichmachern – Phtalaten – in Kunststoffen (PVC) gewarnt, die schwere Gesundheitsschäden bis hin zum Krebs auslösen können. Das Umweltbundesamt informierte ausführlich und so eindringlich, dass jeder annehmen musste, dass der Gesetzgeber sich der Sache annehmen, die übelsten Schadstoffe verbieten und im übrigen Obergrenzen

Weicha.jpgSeit vielen Jahren wird immer wieder vor Weichmachern – Phtalaten – in Kunststoffen (PVC) gewarnt, die schwere Gesundheitsschäden bis hin zum Krebs auslösen können. Das Umweltbundesamt informierte ausführlich und so eindringlich, dass jeder annehmen musste, dass der Gesetzgeber sich der Sache annehmen, die übelsten Schadstoffe verbieten und im übrigen Obergrenzen festlegen würde.

Der Gesetzgeber reagierte nur verhalten.

Der Gesetzgeber hat es aber der Industrie und dem Handel überlassen, selbst Grenzen für den Einsatz von Weichmachern zu bestimmen. Diese sind natürlich nicht hoch und werden selbstverständlich nicht regelmäßig eingehalten. Dies wird überdeutlich bei jetzt endlich hochaktuell ins Visier geratenen Weichmachern mit dem Namen PAK, den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen.

Der Gesetzgeber reagierte auf die Gefahr durch Weichmacher überhaupt nur schrittweise und zögerlich. 1999 wurden die meisten Phtalate in einer Reihe von Spielzeugen und Babyartikeln verboten, erst 2004 wurde das Verbot auf alle Spielzeuge und Babyartikel ausgeweitet. Zugleich wurde das Verbot auf kosmetische Mittel ausgeweitet und die Verwendung in Farben und Klebstoffen eingeschränkt. In PVC-Produkten aller Art wie Bodenbelägen, Teppichböden, Wandbelägen, Rohren, Kabeln, KFZ-Bauteilen, Werkzeuggriffen, Vinyl-Handschuhen, Schuhsohlen und Medizinprodukten  aller Art von Medikamenten bis zu Hilfsmitteln wie Infusionsschäuchen und Magensonden (!) werden Weichmacher wie insbesondere DEHP( Di (2-ethylhexyl) phtalat) und das mit ihm verwandte DBP eingesetzt, wenn auch nach und nach immer etwas weniger. Man könnte ganz auf sie verzichten, indem man auf die – teureren – langkettigen Phtalate auswiche, die als viel weniger gefährlich eingestuft werden oder ganz auf den Einsatz von PVC verzichtete.

Nach tierexperimentellen Studien verlangt die EU wenigstes eine Deklaration bei der Verwendung von DEHP und DBP nach 2003/36/EG und 76/79/EG als

- Fortpflanzungsgefährdend,

- Kann das Kind im Mutterleib schädigen und

Kann möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.

Einfach toll, nicht? Ob und wie sehr sich diese Gefahren realisieren, wird natürlich von Politik und Wissenschaft genau beobachtet. Wir alle sind nämlich ungefragt Teil der großen Studie, mit der herausgefunden werden soll, ob die Industrie weiter jedes Jahr Hunderttausende von Tonnen Weichmachern benutzen darf oder ob wir dadurch schwer geschädigt werden.

Bei Tieren weiß man positiv, dass sich mickrige Föten bilden, Knochen schlecht aufbauen, Fortpflanzungsorgane, Nieren und Augen missbilden und die Zahl der männlichen Spermien drastich zurückgeht. Dabei geht es nicht “nur” um die Fortpflanzungsaspekte. Alle Phtalate stehen noch immer unter Verdacht, auch kanzerogen und endokrin wirksam zu sein.

PAK unterbindet in den Körperzellen die Abwehr gegen Umweltgifte

Bereits Ende 2005 berichteten Forscher des Instituts für Toxikologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz über neue Ergebnisse in der Erkenntnis der Ursachen für die Schädlichkeit der Umweltgifte. Durch das Eindringen von Giftstoffen wie Dioxin, aber auch PAK wird danach die durch Ausschüttung bestimmter Hormone und Neurotransmitter bedingte natürliche Aktivierung der Dioxin-Rezeptoren der Körperzellen stark und lange anhaltend gestört. Dieser Vorgang erhöht erheblich die Gefahr der Entstehung von Krebs, zumal diese Gifte jahrelang im Körper verbleiben.

Der Angriff dieser Gifte auf die menschliche Gesundheit kann fundamentaler nicht sein, weil er die körpereigene Abwehr jeder der etwa 70 Billionen Zellen unseres Körpers zugleich erheblich einschränkt. Wir haben noch keine lange Erfahrung im Umgang mit diesen künstlichen Giftstoffen. Zu befürchten ist indes, dass da bereits in jedem von uns eine Zeitbombe tickt.

Schwerste Gesundheitsschäden durch PAK

PAK kommen durch Verunreinigungen in Weichmacheröfen oder auch als Ruß in Gummiprodukte hinein oder verstärkt durch die Verwendung von Billigölen, insbesondere Teeröle, die mehr oder weniger als Rückstände in asiatischen und indischen Kokereien anfallen.

Kein Aprilscherz ist der Bericht der Rheinischen Post vom 1.4.2009 über die durch PAK durch eine Vielzahl der von uns täglich verwendeten Gegenstände ausgelösten Schäden. Man kann da nicht mehr von bloßen Gefahren reden. Denn die Aufnahme der PAK mit der Nahrung oder über die Haut als solche ist bereits ein schrecklicher Schaden, weil die Folgewirkungen wie Krebs, Unfruchtbarkeit und Schädigung der Kinder im Mutterleib mit Sichereheit zu erwarten sind.

Die RP berichtet über das Ergebnis einer aktuellen Stdie des TÜV Rheinland über den PAK-Gehalt in Produkten aus Billigmärkten und Baumärkten wie Lenkrad-Überzügen, Badelatschen, Fahrradhupen, Uhrenarmbänder und Griffe von Hämmern und Schraubendrehern. Fast 80 Prozent enthielten deutlich mehr PAK als die vom Handel selbst gesetzte Obergrenze. Bei einem Massage-Lenkrad-Überzug stellten die Tester gar das 140-fache des Zulässigen fest.

Eine Stunde Arbeit mit dem Hammer = schädlich wie 3500 Zigaretten

Parallel zu der Presseveröffentlichung nahmen sich auch die Fernsehsender des Problems an. Ein besonders einprägendes Bild stand dort im Blickpunkt: eine Stunde Arbeit mit einem China-Hammer mit Kunststoffgriff brachte nach der Messung des TÜV über die Haut mit dem PAK so viel an krebserregendem Benzapyren in den Körper wie der Konsum von 3.500 Zigaretten. Schauen Sie sich das kurze Video einmal an, das der WDR am 1.4. ins Netz gestellt hat und Sie werden ihren Werkzeugkasten nach solchen Giftschleudern untersuchen!

Photo Quelle/Copyright: zoom, via pixelio.de

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  1. Hauptsache die Gewinne stimmen. Das Risiko tragen nicht zuletzt durch die fragmentierte Wirtschaft immer die Verbraucher. Den Rest regeln dann die Gesetzgeber, denen mit Hilfe von Beraterfirmen immer wieder etwas einfällt, um die Verursacher von der Haftung auszunehmen. Die KAPITALMARKTKRISE, ASSE und die CO2-Verklappung sind die jüngsten Beispiele “verantwortungsvoller” Politik.