Es ist nicht notwendig, dass die fünfte Jahreszeit herrscht, damit es auf unseren Straßen laut her geht. Für viele Stadtbewohner ist es das tägliche Leid – brummen, quietschen, summen, raunen. Besonders ärgerlich sind dabei nicht die Tageszeiten, denn insbesondere in den Abendstunden und während der Schlafenszeit können die Lärmstinker einem den letzten Nerv rauben.
Eine Lärmquelle, die vor allem Städter nerven können ist die Straßenbahn. Eigentlich als umweltgerechtes Verkehrsmittel zu feiern (jährlich bewegen bundesdeutsche Straßenbahnen zusammen mit den U-Bahnen fast 20 Miiliarden Menschen) kommt es häufig zum Konflikt mit den Anwohnern.
Wo ist das Problem mit der Straßenbahn
Vielschichtig und komplex. So lässt sich das Thema am ehesten charakterisieren. Denn gerade hier spielen viele Faktoren eine tragende Rolle. Das Hauptproblem liegt darin, dass Straßenbahen in der Regel vor allem im urbanen Raum, das heißt in Wohngegenden, eingesetzt werden. Daraus folgt auch eine höhere Zahl an potentiell belasteten Anwohnern. Verstärkt wird diese Belästigungssituation durch den teils schluchtartigen Charakter dieser Wohnbebauung, da sich diese verstärkend auswirken kann. Des Weiteren sind die Gleise der Straßenbahn im Vergelich zu der herkömmlichen Eisenbahngleisen einer viel stärkeren Belastung ausgesetzt (z.B. durch LKW und PKW-Verkehr). Vor allem diese Beanspruchung sorgt dafür, dass die Gleise “veriffeln”. Damit sind rillenartige Vertiefungen gemeint, die eine (relativ) ruhige Fahrt der Straßenbahn zu einem Höllenritt machen können.
Wege zu leisen Straßenbahnen
Natürlich kann auch viel Lärm vermieden werden, indem die Straßenbahn als solche nach dem neuesten Stand der Technik gefertigt wurde. Allerdings haben Untersuchungen bestätigt: nicht die Bahn macht den Lärm, sondern der Kontakt zwischen Rad und Schiene. Und hier wirken die oben angesprochenen Riffel verheerend. Will man also die Lärmemissionen verringern, muss an diesem Punkt begonnen werden. Als effektiv kann sich dabei ein “besonders überwachtes Gleis” (BüG) im Straßenbahnbetrieb erweisen. Das BüG wird im Bereich der Eisenbahnen bereits mit mehr oder weniger großen Erfolg eingesetzt. Dort ist wohl vor allem die enorme Streckenlänge das Problem (insgesamt unterhält z:B. die Deutsche Bahn als größtes Schienenverkehrsunternehmen mehr als 30.000 km Gleise- von denen freilich nicht alle ein BüG sind).
Ein weitere Ansatzpunkt ist, sich überhaupt ein Bild zu machen, welche Emissionen ein Straßenbahnsystem machen kann. Hierbei geht es darum, einzelne Komponenten als maßgebliche Faktoren auszumachen und dann zu optimieren. Forschung und Wissenschaft stehen da jedoch noch am Anfang.
Endlich denkt jemand darüber nach, nicht beleibig die alten Verkehrsstrukturen in alle Zukunft mitzunehmen! Dass der Verkehrslärm und -dreck das Leben in den Städten weithin unzumutbar gemacht hat, wird von den Städte – und Verkehrsplanern einfach ncht berücksichtigt!
So wie die Bauarchitektur muss auch der Verkehr menschengerechter werden. Wo ist die Psychologie der Straßenarchitektur? Wir stehen erst am Anfang, die schnellen Änderungen unserer Welt in ihren Auswirkungen auf unser Leben richtig zu erfassen und die richtigen Antworten darauf zu finden.