Unachtsame Führungskräfte… schnelle Fotografen

Aufgrund dieses an sich so harmlos aussehenden Fotos reichte “Scotland Yard’s counterterrorism chief” Bob Quick seinen Rücktritt ein. Denn dieses kleine Foto gefährdete eine landesweite Razzia gegen das Terror-Netzwerk El Kaida. Was Quick da vor seiner Mappe für alle Fotographen öffentlich zur Schau gehalten hat, war nicht irgendein Dokument: Es

bobq.jpgAufgrund dieses an sich so harmlos aussehenden Fotos reichte “Scotland Yard’s counterterrorism chief” Bob Quick seinen Rücktritt ein.

Denn dieses kleine Foto gefährdete eine landesweite Razzia gegen das Terror-Netzwerk El Kaida. Was Quick da vor seiner Mappe für alle Fotographen öffentlich zur Schau gehalten hat, war nicht irgendein Dokument: Es waren streng geheime Informationen zu Untersuchungen des britischen Geheimdienstes über einen möglichen Terrorangriff El Kaidas. Weiterhin waren auf dem “Top Secret” Dokument namens “Opartion Pathway” Hinweise zu einer landesweiten Razzia zu sehen, unter anderem mit einer Auflistung der Namen aller Verdächtigen.

Von da an ging alles ganz schnell für Bob Quick

Die Fotos der Geheimunterlagen “Operation Pathway” verbreiteten sich über das Internet rasend schnell. Das Verteidigungsministerium versuchte zwar die Medien davon abzuhalten, dieses Foto zu verbreiten, aber da es bereits vielen Zeitungen vorlag, fiel die Entscheidung der Ermittler auf eine vorgezogene Razzia. Diese musste nun bei Tageslicht durchgeführt werden.

Glaubt man Innenministerin Jacqui Smith, verlief die Razzia trotzdem erfolgreich. Bob Quick aber entschied sich dennoch “schnell” dafür seinen Rücktritt einzureichen.

Nur eins von vielen Beispielen

Dass dies nur eines von vielen Beispielen ist, wie unbedacht Politiker ihre Unterlagen zur Schau tragen, kann man an anderen Fällen sehen. In dem immer wieder aufkommendem Konflikt Belgiens, dem Streit zwischen Flamen und Wallonen, rief König Albert im Sommer 2007 den ehemaligen Ministerpräsident Jean-Luc Dehaene zu sich, damit dieser ihm Vorschläge zur Lösung des Konflikts unterbreiten konnte. Pech nur, dass diese Vorschläge noch vor Ende des Gesprächs bereits im Internet zu sehen waren: Fotografen hatten ihn mit samt seinen Vorschlägen auf dem Schoß im Auto fotografiert und die Vorschläge veröffentlicht.

Die Technik macht’s möglich

“Du fehlst mir. Ich hoffe, Dich am Wochenende zu sehen. Millionen Küsse.”

Auch Frankreich war im September 2007 ziemlich überrascht zu erfahren, dass ihr Präsident Nicolas Sarkozy in wichtigen Sitzungen offenbar damit beschäftigt war, Liebesbriefe seiner zukünftigen Frau zu lesen. Auch er hatte sich nach der Kabinettssitzung den Fotographen gezeigt, zu seinem Leidwesen mit dem Liebesbrief Carlas gut sichtbar ganz oben auf den Unterlagen…

“Die Technik macht’s möglich.” Daran werden sich Politiker und wichtige Führungskräfte wohl oder übel langsam gewöhnen müssen, wollen sie sich zukünftige Pannen und Peinlichkeiten ersparen!

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