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Der Dschihaad jetzt auch in Äthiopien - Ein Heiliger Krieg für Afrikas Mädchen

Dienstag, den 14. April 2009 um 23:12 Uhr von Michael-Ron Stallwood
Nehberg mit der „Karawane der Hoffnung“ durch die Wüste Mauretaniens

Am 16. Oktober 2008 verkündete Hamden Ould Tah, Philosoph und Großmufti von Mauretanien:”Wir werden den Geist des GOLDENEN BUCHES in unsere Moscheen tragen und verkünden lassen. Unsere Mädchen stehen unter dem Schutz der Religion”. Gemeint war damit DAS GOLDENE BUCH vom deutschen Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg. Mit der von ihm gegründeten Menschenrechts-Organisation “Target” verschrieb sich Nehberg dem Kampf gegen die Weibliche Genitalverstümmelung.

“Täglich werden 8.000 Mädchen ihrer Genitalien und Würde beraubt. Alle elf Sekunden eins. Weltweit sind davon 150 Millionen Frauen betroffen.”

Beschneidungsbesteck in den Händen einer Verstümmlerin.

Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Annette Weber überzeugte der inzwischen 74-jährige Nehberg die geistige Führung des Islams in Ägypten vom Widerspruch der Genitalverstümmelung zur islamischen Religion. Von dort aus zog “Target” in “Der Karawane der Hoffnung” nach Mauretanien, wo weitere geistige Größen des Islams vom Unrecht der Verstümmelungen an den Mädchen Afrikas überzeugt wurden. Nach der kritischen Lektorierung wurde das Schriftwerk abgesegnet und der Menschenrechts-Organisation die volle Unterstützung zugesagt.

Morgen, am 15. und 16. April, ein halbes Jahr später werden die zwei Menschenrechtler im Hochgebirge Äthiopiens die “Internationale Gelehrtenkonferenz DAS GOLDENE BUCH für Ost-Afrika” halten, welche “Target” eigens organisierte. “Target” versucht auch Äthiopiens geistige Führer für den Kampf gegen die Weibliche Genitalverstümmelung zu gewinnen. Am Tag nach der Konferenz wird beim Mittagsgebet in der Großen Moschee von Addis Abeba vor Tausenden von Gläubigen aus dem GOLDENEN BUCH vorgelesen werden. Das Buch welches ausschließlich für Imame in den von diesem Brauch betroffenen Ländern gedacht ist, soll abhängig von der Finanzierung im Laufe der Zeit ca. vier Millionen Mal hergestellt werden. Durch die Imame soll die “Goldene Botschaft” in allen Moscheen an die Gläubigen vermittelt werden. Weiterhin sollen Koranschulen und Universitäten DAS GOLDENE BUCH erhalten.

Obwohl der leidvolle Brauch der Genitalverstümmelung kein typisch muslimischer Brauch ist, ist er unter den Muslimen in Afrika am Stärksten vertreten. Mit Hilfe des Islams erhofft sich “Target” die größten Erfolge, die auch christliche und anders gläubige Familien von der Sinnlosigkeit und dem Unrecht solcher Vergehen überzeugen soll.
Von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba aus soll der Dschihaad gegen das Unrecht weiter durch insgesamt 35 Ländern Afrikas getragen werden. Überall dahin wo diese aus “falsch verstandener Tradition begangenen Verbrechen” verübt werden. Ein “Dschihaad der Menschenrechte”, wie ihn afrikanische Rechtsgelehrte des Islams nennen.

Bevor sich die zwei norddeutschen Weltenbummler (und Helden der Redaktion) auf dem Weg nach Afrika machten, gestatteten sie dem Bürgerforum www.infotrier.de noch ein Interview.

Unser Korrespondent Michael-Ron Stallwood berichtet:

Rüdiger Nehberg und Annette Weber mit einem Afar-Mädchen.

Frau Weber, wenn Sie mir einige Fragen erlauben, wie wird es denn jetzt weiter gehen, oder besser, wohin wollen Sie als nächstes das GOLDENE BUCH tragen?

Nach dem beeinduckendem Erfolg in Kairo scheinen Sie eine wirkungsvolle Strategie gewählt zu haben. Mit der Unterstützung des Islams, so hoffen bereits viele, könnten diese Verbrechen bald der Vergangenheit angehören. Sind meine Erwartungen da, Ihrer Einschätzung nach, etwas zu euphorisch?

Annette Weber und Rüdiger Nehberg:
Wir haben realistische Erwartungen. Mindestens eine Generation wird es noch dauern, ehe die Botschaft auch beim letzten Nomaden angekommen ist. Aber wir arbeiten daran, dass das möglichst gestern ist.

Michael-Ron Stallwood (infotrier.de):
Alle Moscheen in 35 Länder anzulaufen ist ein ambitioniertes Ziel, welches alle Ehre und Bewunderung verdient, doch ist es leider anzunehmen, dass eventuelle Enttäuschungen auch nicht ausbleiben könnten. Sie und Herr Nehberg kennen Afrika, besser und anders als die meisten Europäer es kennen. Worin sehen Sie die größten Herausforderungen mithilfe des GOLDENEN BUCHES die Genitalverstümmelungen an Frauen und Mädchen entgegen zu wirken?

Rüdiger Nehberg:
Dieser Satz ist keine Frage. Er ist eine Feststellung. Er ist die
Denkweise der Pessis. Wir sind Optis. Wir freuen uns sogar über eventuelle Enttäuschungen. Denn sie offenbaren uns unsere Feinde. Und die putzen wir weg. Man hat doch sonst nichts zu tun.

DAS GOLDENE BUCH enthält die Fatwa von Al-Azhar und die wichtigsten Zitate der prominentesten Muslime der Welt. Ägyptens Großmufti Ali Gom’a hat das Vorwort geschrieben. Hochrangige Muslime haben das Buch geprüft und für “des Islams würdig” befunden. Wenn die Botschaft nun in den Moscheen verkündet wird (Mauretanien hat damit begonnen. Ab April folgen Äthiopien und Dschibuti), beginnt das Umdenken. Dort hören die Gläubigen von höchster geistlicher Instanz, dass sie eine Sünde begehen, wenn sie den Brauch weiter praktizieren.

Michael-Ron Stallwood (infotrier.de):
Gab es bereits offene Widerstände? Von den naturräumlichen und Ressourcen bedingten Umständen mal abgesehen?

Annette Weber und Rüdiger Nehberg:
Echte Widerstände haben wir noch nicht erlebt. Es gibt Neid. Davon steht einiges in unserem Buch “Karawane der Hoffnung”. Aber Neid ist der sicherste Beweis für Erfolg. Ohne ihn müssten wir unsere Arbeit überdenken. Dann machten wir etwas falsch.

Michael-Ron Stallwood (infotrier.de):
Der Verein Target wurde ja im Jahre 2000 mit der Anzahl von 7 Mitgliedern gegründet. Blieb die Anzahl Mitglieder bisher gleich?

Rüdiger Nehberg:
Wir sind nach wie vor die sieben Gründer, haben aber einen sehr großen Fördererkreis.

Michael-Ron Stallwood (infotrier.de):
Und inwiefern kann mensch Sie denn unterstützen?

Rüdiger Nehberg:
Unterstützen kann man uns mit Förderbeiträgen ab 15 € jährlich, mit speziellem Fachwissen, mit Aktionen (Beispiele auf unserer Homepage) und Fantasie.

Michael-Ron Stallwood (infotrier.de):
Darf ich Dich duzen, Rüdiger?

Rüdiger Nehberg:
Mach das.

Michael-Ron Stallwood (infotrier.de):
Wie habt Ihr eigentlich den ägyptischen Großmufti Ali Gom´a für Eurer Anliegen gewinnen können?

Rüdiger Nehberg:
Wir haben ihn um ein Gespräch gebeten und es erhalten. Dabei war uns Ägyptens Religionsminister Prof. Dr. Hamdi Mahmoud Zakzouk entscheidend behilflich. Er beobachtet unsere Arbeit seit vielen Jahren und meinte einmal gegenüber einem Journalisten, wir hätten uns das Vertrauen, das man uns entgegen bringt, mehr als verdient mit der Art und Weise, wie wir arbeiteten.

Allahu akbar.

Gruß Rüdiger

Michael-Ron Stallwood (infotrier.de):
In diesem Sinne: Viel Erfolg, Glück und alles Gute in Afrika Rüdiger und Annette!

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.infotrier.de.

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6 Reaktionen zu “Der Dschihaad jetzt auch in Äthiopien - Ein Heiliger Krieg für Afrikas Mädchen”

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  1. Raif

    am 15. April 2009 um 00:54 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ist es tatsächlich erforderlich, dass dort Missionars arbeit geleistet wird? Ist die Bevölkerung unfähig selbst zu beurteilen, was erforderlich ist oder nicht? Die Natur und Evulution haben Ihre eigenen Gesetze.

    Ich bin gegen jeglicher Art von Außeneinmischung.

  2. Nadine

    am 15. April 2009 um 15:28 Uhr | Link | Kommentar melden

    “Ich bin gegen jeglicher Art von Außeneinmischung.”

    Prinzipell stimme ich Ihnen zu RAIF. Prinzipell…. Wenn ich aber die konservative Einstellung der Muslime bedenke, kann ich mir beim bestem Willen nicht vorstellen, dass Nehberg in typisch europäisch missionarischem Eifer versucht die Leute zu bekehren, sondern ein Verbrechen aufzeigt und aufzeigt dass dieses Verbrechen auch gegen den Glauben des Islams sowie jeder Weltreligion verstößt.

    Das tut er ohne den Islam bekehren zu wollen und deshalb findet er auch große Zustimmung.

    Außerdem wenn ich folgendes lese, dann wird mir so übel, dass ich Ihren Kommentar einfach fehl am Platz finde:

    Aussagen verstümmelter Frauen

    „Alle Menschen freuen sich auf die Heirat und die Hochzeitsnacht. Nur nicht die Afar. Für sie ist es der Beginn der Hölle.“

    „Meine Öffnung war so klein wie ein Reiskorn. Wenn ich urinieren musste, dauerte das 30 Minuten, meine Regel 14 Tage.“

    „Ich konnte mein Kind nicht gebären. Sie schnitten mich quer auf. Ohne Betäubung, mit dem Schwert. Wie immer. Damit ich nicht verblutete, haben sie mein Kind stückchenweise herausschneiden müssen.“

    „Als ich meine Regel bekam, floss das Blut nicht ab. Ich wälzte mich wie ein geschlachtetes Schaf auf dem Boden, um den Blutstau zu lösen. Als das nicht half, musste ich mir mein Blut mit einem Stöckchen herauskratzen. Zwei Wochen lang.“

    Quelle:
    http://www.target-human-rights.de/HP-01_genitaleVerstuemmelung/u1-1_dasVerbrechen/index.php

  3. Raif

    am 15. April 2009 um 16:00 Uhr | Link | Kommentar melden

    @nadine

    “Wenn ich aber die konservative Einstellung der Muslime bedenke, kann ich mir beim bestem Willen nicht vorstellen, dass Nehberg in typisch europäisch missionarischem Eifer versucht die Leute zu bekehren, sondern ein Verbrechen aufzeigt und aufzeigt dass dieses Verbrechen auch gegen den Glauben des Islams sowie jeder Weltreligion verstößt.”

    Sie vermischen leider einige grundlegende Tatsachen:

    Die Herkunft der Beschneidung ist nachweislich nicht islamischer Art, zumal sie auch pharaonischer Frauenbeschneidung genannt wird und in Ägypten auch von islamischen Lesbierinnen praktiziert wird.
    Die Beschneidung wird bei vielen Völkern dieser Erde aus unterschiedlichen Gründen durchgeführt: zum Beispiel aus medizinischen, hygienischen Gründen wie in Amerika, oder auch aus religiösen Gründen wie im Islam oder im Judentum. Wenn im Islam von Beschneidung die Rede ist, dann ist die Beschneidung von Jungen gemeint.

    Diese Art der Beschneidung von Jungen ist nicht nur ein islamischer Brauch. Nach der islamischen Überlieferung ist die Beschneidung auf den Propheten Abraham zurückzuführen, der vor ca. 4000 Jahren gelebt haben soll. Der Prophet Muhammed, der letzte und der wichtigste Prophet für die Muslime, hat die Beschneidung in die islamische Tradition aufgenommen und als einen wichtigen islamischen Brauch integriert. Im Koran selbst - dem heiligen Buch der Muslime - wird die Beschneidung jedoch nicht erwähnt. Dennoch wird sie aufgrund der Empfehlungen und der Lebenspraxis (Sunna) des Propheten Muhammed von vielen Muslimen aus allen Teilen der Welt als ein unverzichtbares religiöses Gebot betrachtet.

    Während die Beschneidung von Jungen auf die Lebenspraxis (Sunna) des Propheten Muhammed zurückzuführen ist, kann die Beschneidung der Frau nicht auf den Islam oder auf die islamische Tradition zurückgeführt werden.

  4. Jan van Winried

    am 15. April 2009 um 16:34 Uhr | Link | Kommentar melden

    Genitalverstümmelung: Ein weiterer Beleg für die Unmenschlichkeit von Religion!!!!

  5. Nadine

    am 16. April 2009 um 17:30 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Raif

    >>Sie vermischen leider einige grundlegende Tatsachen:

    >>Die Herkunft der Beschneidung ist nachweislich nicht islamischer Art, …

    Ich vermische gar nichts, denn ich habe nie behauptet dass die Herkunft der Beschneidung islamischer Art wäre.

    >>Diese Art der Beschneidung von Jungen …

    … steht nicht zur Debatte, sondern die GENITALVERSTÜMMELUNG von kleinen Mädchen. Hier wird nicht die Vorhaut des Penis beschnitten, sondern das weibliche Genitalorgan in der Art verstümmelt, dass dort bei dem Mädchen keine sexuellen Reize mehr entstehen. Das ist zu vergleichen wie in etwa wenn Ihnen jemand die Eichel vom Penis mit einer Rasierklinge und ohne Betäubung abschneidet.

    Finden Sie das in Ordnung?

  6. Der Dschihaad jetzt auch in Äthiopien – Ein Heiliger Krieg für Afrikas Mädchen « AfrikaBlog

    am 20. Juni 2009 um 17:41 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Readers Edition » […]

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