Parteien-Websites unter der SEO-Lupe – Ein Lesetipp

Erst gestern erfuhren wir von unserem RE-Autor Patrick Brauckmann: “Alle Parteien haben sich neu aufgestellt.” Das Superwahljahr kann nun richtig los gehen. Und das vor allem mit Hilfe der “Zielgruppe der jungen, dynamischen, im Netz aktiven Menschen”, die es jetzt vor allem zu erschließen gilt. Neue Wählergruppen sollen also vor

Erst gestern erfuhren wir von unserem RE-Autor Patrick Brauckmann: “Alle Parteien haben sich neu aufgestellt.” Das Superwahljahr kann nun richtig los gehen. Und das vor allem mit Hilfe der “Zielgruppe der jungen, dynamischen, im Netz aktiven Menschen”, die es jetzt vor allem zu erschließen gilt. Neue Wählergruppen sollen also vor allem über das Internet aggregiert werden. Doch findet der ins Visier genommene User die relevanten Seiten überhaupt?

Bastian Ebert, ebenfalls aus Jena, hat sich dieses Aspektes auf seinem Blog blogs-optimieren.de angenommen. Er fragt: “Hat man sich fit gemacht für den Wahlkampf im Internet?” Der Autor, der sich im Folgenden sowohl der CDU, SPD, FDP, der Linken als auch der Grünen annimmt, gibt dem Leser allerdings schon vor den ersten Zeilen ein ernüchterndes Studienergebnis mit auf den Weg: “(…) bereits ein kurzer Blick auf die Website (lässt) erkennen, dass es keiner Partei gelingt, klassische SEO-Fehler zu vermeiden”, so das Urteil von Diplom Kaufmann Hanns Kronenberg, der die Sichtbarkeit der Sites über Google bereits Ende Februar getestet hat.

Zurück zu den Basics?

Ebert geht nun einen Schritt weiter. Themenbelegung lautet sein Stichwort der Stunde. Denn den Parteinamen plus “.de” eingeben, das kann schließlich jeder. Wenn es aber um ein optimales Ranking innerhalb der Suchmaschinen über einschlägige Schlüsselwörter geht, da sieht es seiner Meinung nach schon ganz anders aus. “Gezielte interne Verlinkung” oder das Auffinden von Inhalten über eigene URLs – Fehlanzeige. Der Interessierte scheint alleingelassen. “Die eigenen Inhalte sind über die Parteienseiten nur schwer auffindbar und von außen kaum zu erreichen”, so eine Bilanz. Auch Hanns Kronenberg mahnt da entsprechend: “Die Parteien dürfen sich nicht einfach darauf verlassen, dass die Bürger aktiv nach ihren Parteiprogrammen suchen und ihre Websites besuchen. Vielmehr müssen sie mit ihren Botschaften und Themen dort präsent sein, wo sich die Internet-Nutzer im Jahr 2009 informieren, bei Google.”

“Der deutsche Internetwahlkampf wird ‘schwachbrüstig’.”

Gleichzeitig nimmt er jedoch ein Stück weit die Euphorie bezüglich des Social Webs, die der US-Wahlkampf im letzten Jahr auch hierzulande ausgelöst haben mag. So stellt er fest: “So modern und nützlich Facebook, Twitter und YouTube auch sind. Die Parteien sollten nicht nur das Social Web nutzen, sondern sich auch um die Basics des Internet-Marketings für ihren Wahlkampf kümmern.”

Während die einen noch gute Ratschläge erteilen, sieht der Journalist Friedrich Küppersbusch die Angelegenheit schon wieder ganz pragmatisch. Sein unaufgeregtes Fazit zur “hochgelobten neuen Strategie”: “Der deutsche Internetwahlkampf wird ‘schwachbrüstig’ ausfallen.” Und ist das vielleicht auch gut so?

Zwischen Tür und Angel: Friedrich Kueppersbusch from politik-digital on Vimeo.

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