Chemnitzer Klüngel: Zschockes Wandbild soll zerstört werden

Der Bürgermeister von Chemnitz, dieser “Stadt der Moderne”, ist ein Wächter der Demokratie. Wachsam, blitzgescheit und klug. Auf einem 30 Quadratmeter großen Wandbild in einem Schulzentrum entdeckte er ein Kreuz, um dessen Mitte ein Ring liegt: Pfui Spinne, Keltenkreuz! Das Bild muss übermalt werden! Und wie Recht er hat. Natürlich

zschoc.jpgDer Bürgermeister von Chemnitz, dieser “Stadt der Moderne”, ist ein Wächter der Demokratie. Wachsam, blitzgescheit und klug. Auf einem 30 Quadratmeter großen Wandbild in einem Schulzentrum entdeckte er ein Kreuz, um dessen Mitte ein Ring liegt: Pfui Spinne, Keltenkreuz! Das Bild muss übermalt werden!

Und wie Recht er hat. Natürlich wird einem schnell klar, dass die Kritik am Keltenkreuz etwas konstruiert ist. Aber das ist legitim, schließlich handelt es sich bei dem 22-jährigen Maler um Benjamin Jahn Zschocke. Und der ist rechts, und das ist böse. Er arbeitet einerseits als Schreibkraft für Pro Chemnitz und veröffentlicht andererseits Texte beim Online-Magazin “Blaue Narzisse”. Ekelhafterweise sind die einen rechtmäßig gewählter Teil des Stadtrats und die anderen Teil der freien deutschen Presse.

So könnte man am Ende noch den Eindruck bekommen, dieser rechtsumtriebige Zschocke wäre kein verkappter Nazi, sondern einfach nur ein konservativer Künstler. Und dummerweise auch noch talentiert. Doch daran sollte man keinen Gedanken verschwenden, sonst holt einen noch das schlechte Gewissen ein. Denn das kann schnell passieren, wenn man darüber nachdenkt, dass man ein 30 Quadratmeter großes Wandbild aufgrund politischer Bedenken übermalen möchte.

Auf der einen Seite stehen ehrenamtliches Engagement, journalistische Arbeit, Broterwerb und freie Kunst – alles innerhalb des demokratischen Spektrums, aber rechts. Auf der anderen Seite steht ein drei Meter hohes und zehn Meter breites Wandbild, solide Arbeit, das an einer Stelle ein in einen Ring gefasstes Kreuz zeigt. Nach einer kurzen, sachlichen Güterabwägung muss uns allen klar sein, dass dieses Bild übermalt werden muss.

Denn eines ist gewiss, wer heutzutage nicht alles rechts der Union verunglimpft, verpasst nicht nur die schnelle Wählerstimme, sondern auch den langfristigen Machterhalt. Aus diesem Grunde sei eindringlich an die Hüter der Moral appelliert: Übermalt dieses Bild! Redet nicht mit Rechten! Seid kreativ in euren Repressalien!

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Vielleicht klappt es ja zum ersten Mal, eine Jugendkultur mit derartigen Mitteln zu unterdrücken. Vielleicht klappt es ja zum ersten Mal, eine Jugendkultur mit derartigen Mitteln unattraktiv zu machen. Vielleicht habt ihr ja Recht.

(Portrait Zschocke: Josephine Leistner, Fotografie vom Wandbild: BJ Zschocke)

Dieser Kommentar erschien zuerst auf www.dasgespraech.de.

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  1. Chemnitz scheint ja sonst keine Probleme zu haben. Wenn Herr Zschocke clever ist, kann er mit der Verunstaltung seines Gemäldes noch einmal richtig Geld verdienen. Anwalt einschalten lohnt sich!