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Best of Readers Edition – eine Wochenbilanz

Freitag, den 17. April 2009 um 15:46 Uhr von nicole oppelt
Will Frau von der Leyen die Internetzensur hoffähig machen? Photo: Screenshot via Youtube

Erst gestern rief der Chaos Computer Club zum “Aufstehen für ein freies Internet” auf. Punkt neun Uhr heute morgen sollte sich alles, was Beine hat vor dem Presse- und Besucherzentrum der Bundesregierung einfinden. Jetzt, wenige Stunden später ist es jedoch Gewissheit. Wie unter anderem heise.de meldet, haben fünf Provider den Vertrag zu Kinderporno-Sperren unterzeichnet. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen habe nun ihr Ziel erreicht, heißt es weiter. Die Politikerin freut sich und die User sind entsetzt. Ein “Stopp-Schild für den Staat” wird ebenso gefordert wie ein “Stasi Reloaded” herauf beschworen.

Auch unsere Autoren haben sich in der vergangenen Woche mit demnächst anstehenden politischen Themen beschäftigt. Darüber hinaus jedoch nicht den Blick über den Tellerrand vergessen.

Einmal Afghanistan und zurück

Bildung, das steht hierzulande ganz groß auf der Agenda. Ganz wesentlich müsse hier investiert werden tönt es allenthalben aus Politkreisen. Doch auch in weiter Ferne ist diese mehr als nur nötig. Thomas Brackmann stellte uns deshalb bereits am vergangenen Samstag “Einen kleinen Beitrag zum Wiederaufbau Afghanistans” vor. Er berichtet uns von Bastian Kuhl, Hauptmann der Reserve, Sascha Hertel, Hauptmann sowie Ronny Rose, ebenfalls Hauptmann, die mit ihrem Afghan German Management College eine sichtlich unabdingbare Institution für Studenten in Afghanistan gegründet haben. “In Afghanistan ist ‘Bildung’ nach dem Thema ‘Sicherheit’ ein wichtiges Aufgabenfeld für die internationale Gemeinschaft”, stellen diese ihre Intention heraus. Es fehle gerade dort an Schulungen von fundiertem, praxisorientierten Managementwissen. Also haben sie sich aufgemacht und eine Erfolgsstory wurde geboren.

Bereits einen Tag später lenkt unsere Autorin Franziska Sylla den Blick wieder in heimische Gefilde. “Europawahl am 7. Juni 2009: Volksabstimmung wählbar“, so ihr Titel, der im Folgenden nicht nur die Wahlorgane, sondern auch das gesamte Verfahren noch einmal Revue passieren lässt. Mit aussagekräftigen Zahlen und Statistiken im Gepäck stimmt uns Sylla auf den Tag ein, an dem rund 380 Millionen Menschen aller EU-Staaten zur Wahlurne gehen dürfen und auch sollten. Darüber hinaus gibt sie wertvolle Tipps für alle Bundesbürger im Ausland nebst einem Überblick gerade eben zugelassener Parteien. Derart informiert, kann es nun zur Sache gehen…

Unsägliche Greueltaten nebst historischer Annäherungen

“Am 16. Oktober 2008 verkündete Hamden Ould Tah, Philosoph und Großmufti von Mauretanien:”Wir werden den Geist des GOLDENEN BUCHES in unsere Moscheen tragen und verkünden lassen. Unsere Mädchen stehen unter dem Schutz der Religion”, so beginnt Michael-Ron Stallwoods Einleitung zu einem Thema, das die Menschen, vor allem Frauen, weltweit nicht erst seit gestern bewegt. Sein Beitrag “Der Dschihaad jetzt auch in Äthiopien - Ein Heiliger Krieg für Afrikas Mädchen” setzt sich mit einer der wohl abscheulichsten Greueltaten auseinander, die jungen Frauen angetan werden kann: die Beschneidung ihrer Genitalien. Der Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg, Gründer der Menschenrechtsorganisation “Target” kann hier nicht länger zusehen. Er verschreibt sich ganz “dem Kampf gegen die Weibliche Genitalverstümmelung”. 8000 Mädchen fallen ihr täglich zum Opfer, 150 Millionen Frauen auf dem gesamten Globus sind betroffen. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Annette Weber führt er nun die “Karawane der Hoffnung” an, um die Größen des Islams von diesem Unrecht zu überzeugen.

Einem nicht minder brisanten Thema widmet sich auch unser Autor Lukas Lehmann in einer insgesamt dreiteiligen Reihe. “Antisemitismus - Geschichte eines umstrittenen Begriffs“, so der Titel seiner umfassenden Studien, die er am letzten Dienstag mit Teil 1 begann. Die Notwendigkeit sich dieses komplexen Gebildes anzunehmen ergibt sich für Lehman einmal mehr aus dem derzeitigen Nahostkonflikt sowie dem Holocaust. “Antisemitismus” sei in aller Munde und so beginnt unser fleißiger Autor tief in der Geschichte zu graben. Angefangen bei Willhelm Marr arbeitet er sich vor, um im erst gestern erschienenen zweiten Teil nun bei seinen verschiedenen Ausprägungen anzugelangen. Zwei äußerst lesenswerte Beiträge, die für den ein oder anderen sicherlich so manch neuen Aspekt zum Vorschein bringen wird.

Gewaltdelikte und schlimme Schicksale

Auch Martin Böcker legt wert auf neue Perspektiven. Unser Autor startete Anfang April ebenfalls eine neue Reihe und widmet sich seitdem, neben vielen anderen Themen, vor allem den “stillen Helden des Alltags”. Nach dem Porträt eines Lokalpolitikers, dreht sich in der heutigen Folge alles um die Arbeit eines Münchner Polizeihauptmeisters. Der Familienvater, der sich seit zwölf Jahren im Dienst befindet, erzählt im Interview von seinen täglichen Herausforderungen, dem Umgang seiner Familie damit und der eigenen Entwicklung, die er im Laufe von mehr als einer Dekade im Einsatz durchgemacht hat. Vom Gedanken die “Welt zu retten” habe er sich schon lange verabschiedet, sein Engagement ist heute gezielter, gerade was seine so genannte “Stammkundschaft” beträfe. “Ich helfe in den konkreten Situationen, aber zu glauben, dass man als Polizist eine Dauerverantwortung (…) übernehmen könnte, das ist hanebüchen”, gibt er zu verstehen. Und dennoch geht er tagtäglich Risiken für die Bürger dieses Landes ein “und lebt damit”.

Mit diesen Eindrücken verabschieden wir uns auch schon wieder von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Nach diesen Einblicken in den Alltag eines Ordnungshüters gestatten wir uns jedoch noch einmal ein Auge auf die Debatte rund um Ursula von der Leyens vermeintlichen Triumph zu werfen. Nahezu 900 aufgeregte Kommentare finden sich mittlerweile unter der Meldung, die uns seit 11.13 Uhr in Atem hält. “Ein schwarzer Freitag für die Meinungsfreiheit” ist dort nun ebenso zu lesen wie der Vorwurf der “reinen Symbolpolitik”. Doch lassen wir zum guten Ende lieber ein Video sprechen…

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2 Reaktionen zu “Best of Readers Edition – eine Wochenbilanz”

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  1. anonym

    am 17. April 2009 um 17:40 Uhr | Link | Kommentar melden

    Wer hat denn die Kuh von der Leine gelassen?

  2. Sylla

    am 21. April 2009 um 09:55 Uhr | Link | Kommentar melden

    Danke für die nette Aufnahme meines Artikels über die Europawahl in Eure Wochenbilanz. Chic!

    Viel Erfolg weiterhin für readers-edition.de
    Franzi Sylla (fs)

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