Best of Readers Edition – eine Wochenbilanz

“Kinderpornografie”: wohl das Reizwort der Woche. Die Medien übetrafen sich mit Meldungen, Kommentaren und auch die Blogosphäre mischte eifrig mit. Auf der Readers Edition wurde das Für und Wider von Zensur ebenfalls ausgetragen, was laut heise.de nun auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) auf den Plan ruft. Sie warnt heute vor

streit.jpg“Kinderpornografie”: wohl das Reizwort der Woche. Die Medien übetrafen sich mit Meldungen, Kommentaren und auch die Blogosphäre mischte eifrig mit. Auf der Readers Edition wurde das Für und Wider von Zensur ebenfalls ausgetragen, was laut heise.de nun auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) auf den Plan ruft. Sie warnt heute vor “weiteren Beschränkungen des Datennetzes”.

Vergangenheit, Zukunft und besorgte Autoren

Um Beschränkungen ganz anderer Natur sorgt sich auch unser neuer Autor Bobbele Wittal, den wir an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich begrüßen möchten. Mit seinem Debüt “Finanzkrise führt zum Zeitungssterben” macht er uns noch einmal auf die missliche Lage so manch renommierten US-Blattes aufmerksam. Ob nun der “Chicago Tribune” oder “Chicago Sun Times” – Medien mit langer Tradition befinden sich derzeit auf dem Sterbebett – zumindest, was deren Lokalteile anbelangt. Ab ins Netz lautet nämlich die Devise jenseits des Großen Teiches. Mit Blick auf unsere hiesige Medienlandschaft, in der sich entgegen der USA der Trend zu kostenlosen Inhalten breitzumachen scheint, fragt der Autor jedoch schnell: “Warum, so fragt man sich, ist es bis dato nicht möglich, die Inhalte, die einen interessieren, so online zu abonnieren, dass ich sie morgen wieder neben meiner Tasse Kaffee lesen kann?”

Über Freiheiten sinniert seit vergangenen Samstag auch unser Autor Karl Nagel. “Freiheit ist kein gesellschaftlicher Wert“, stellt er seinen Ausführungen, die einen bewegenden Einblick in seine eigene Vergangenheit als Heimkind liefern, voran. Schlimmes hat er in seiner Kindheit erleben müssen. Umso weniger erschließt sich ihm das derzeitige Gebaren ehemaliger Heimkinder, die von so genannten “Wiedergutmachungsaposteln” seit einigen Jahren im TV forgeführt würden. Mitleid erregen, um Schadensersatz zu erzielen, so die in seinen Augen verwerfliche Formel. Denn “Gewinnen werden nur die, die darüber schreiben oder Forderungen juristisch durchsetzen. Das Heimkind selbst bleibt Verlierer.” Heimzöglinge würden so einmal mehr zum Gegenstand von Lobbyisten verkommen. Ihre Würde jedoch bleibt auf der Strecke.

Französische Betrachtungsweisen nebst Überwindung des Status Quo

Die Überschrift mag vielleicht etwas schlüpfrig klingen: “‘Im Bett’ mit Neimo – Ein Blick hinter französische Kulissen“. So schreibt es uns in dieser Woche unsere junge Autorin Sandra Schmelz. Die Abiturientin, die schon des Öfteren ihren Faible für Musik hat anklingen lassen, wagte sich nun erstmals an ein Interview heran. Objekt der Begierde, das sie in der vergangenen Woche in Frankfurt am Main treffen durfte, ist Bruno Dallesandro, seines Zeichens Frontmann der Pariser Band Neimo. Im Zuge ihrer derzeitigen Tour durch Deutschland tauchte Sandra Schmelz gemeinsam mit dem smarten Franzosen ein in das turbulente Leben einer Band, die es auf Grund ihres Stils nicht immer einfach zu haben scheint. Zwischen zerrissenen Hosen und Studioatmosphäre kommen die beiden auch dem Thema Mode näher. Und wer hätte schon geglaubt, dass ausgerechnet der große Karl Lagerfeld eine Schwäche für Rock’n'Roll haben könnte.

Ähnlich einladend kommt uns seit letzten Montag auch Kai Beisswenger daher. Sein Titel lautet schlicht “Überleben! Der Sinn des Lebens in der Postmoderne“, um uns sogleich in die Welt von Peter Sloterdijk zu entführen. “Du musst dein Leben ändern!”, ist sich dieser nämlich sicher. Der Sprung zur Diskussion rund um den Klimawandel ist da nur noch ein kurzer. Beisswenger formuliert es jedoch anders: “Es herrscht ein Glaubenskrieg auf dem Raumschiff Erde und niemand unter der eifernden Besatzung merkt, dass bald der Treibstoff ausgeht”, fasst er den Status Quo zusammen. Doch spielt der überhaupt eine Rolle? Anscheinend nicht. “Unaufhaltsam tickt die Uhr!”, warnt uns der Autor einige Zeilen später. Dagegen getan wird jedoch nichts. “Wir verharren in Unbeweglichkeit, Starrheit und Zorn.”

Der Wert von Menschen und Kultur

Bleiben wir doch gleich beim Thema, drehen die Diskussion allerdings in eine neue Richtung. “Sind dicke Menschen Klimaschädlinge?“, schallt es uns seit gestern von Rudolf Kipp entgegen. Der Autor hat sich aufgemacht, eine kürzlich veröffentlichte englische Studie auseinander zu nehmen. Denn das Ergebnis der Forscher lautet schlicht: “dicke Menschen (haben) einen größeren Einfluss auf das Klima (…) als dünne (…)”. Simple Thesen hätten die Wissenschaftler da aufgestellt. Besser macht es das aber ganz und gar nicht. “Weil dicke Menschen mehr essen und mehr wiegen verursachen sie aufgrund von Nahrungsproduktion, Nahrungskonsum und erhöhtem Energieaufwand beim Reisen höhere CO2-Emissionen als Schlanke”, so die Quintessenz, die völlig im Trend zu liegen scheint. Kipp sieht das anders. Er möchte solcherlei Aussagen am liebsten mit einer Diskriminierung gleichsetzen.

Um Werte geht es auch unserem Claus-Dieter Stille. Er erinnert uns am gestrigen Donnerstag an den “Tag der Bücher in der Welt“. Nach einem kurzen Abstecher rund um das Treiben unzähliger fleißiger Autoren hier auf der Readers Edition, geht es für den Autor weiter. Denn am “Welttag des Buches” gilt es nicht nur an hübsche Traditionen und unzählige Veranstaltungen zu erinnern, sondern auch den Sinn dieses Tages noch einmal zu unterstreichen. “Lesen hilft uns Erkennen” ist er sich sicher. Fragen nach dem “Woher”, “Wohin” oder “Weshalb” könnten nämlich gerade durch Literatur ein Stück weit erschlossen werden. Umso bedauerlicher, dass allein in Deutschland anscheinend jeder Vierte kein Buch zur Hand nimmt. Ein geradezu unhaltbarer Zustand für den Schreiberling. Seine Devise lautet daher: “Werben für die Welt der Bücher. Heute ist Gelegenheit und reichlich Anlaß dazu.”

Nun sind wir auch schon wieder am Ende unseres kleinen Wochenrückblicks angelangt. Und während die Diskussion rund um die Warnung von Frau Zypries so richtig an Fahrt gewinnt, wird hier auf der Readers Edition ein anderes Thema zur Priorität erhoben. Denn “Name ist Schall und Rauch“, lässt uns BMD, den wir ebenfalls herzlich begrüßen möchten, wissen. Doch machen Sie sich doch einfach selbst ein Bild.

Mit diesem Lesetipp verabschieden wir uns von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Wir wünschen Ihnen ein geruhsames Wochenende. Machen Sie’s gut. Wir lesen uns nächsten Freitag.

Ihre Redaktion Readers Edition

Photo Quelle/Copyright: rico kühnel, via pixelio.de

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