“Wie hast du’s mit der Religion?”

Endlich mal wieder richtige Politik: Kulturkämpfchen in Berlin: Sogar Papst-Kritikerin Angela Merkel unterstützt die Initiative Pro-Reli. Und auch coole Typen wie Arne Friedrich und Günter Jauch. In Sachen „Coolness-Faktor“ kann die Initiative also gegen Berlins Partybürgermeister Wowereit anstinken. Der ist nämlich dagegen. Freilich kann man der Merkel unterstellen, dass es

Endlich mal wieder richtige Politik: Kulturkämpfchen in Berlin: Sogar Papst-Kritikerin Angela Merkel unterstützt die Initiative Pro-Reli. Und auch coole Typen wie Arne Friedrich und Günter Jauch. In Sachen „Coolness-Faktor“ kann die Initiative also gegen Berlins Partybürgermeister Wowereit anstinken. Der ist nämlich dagegen.

Freilich kann man der Merkel unterstellen, dass es ihr weniger um die Rettung der Seelen, als um die Rettung ihrer christlich-konservativen Reputation geht. Trotzdem bezieht sie eine deutliche Position im Sinne eines bekenntnisbezogenen Religionsunterrichtes. Genau so stellt Klaus Wowereit sich an die Spitze seiner Klientel, indem er einen einheitlichen Ethik-Unterricht fordert. Und das ist (Verzeihung für den plumpen Wortwitz) gut so.

Ein direkter Bürgerentscheid und zwei gegensätzliche Alternativen

Ob der Debatte um die Krise der Demokratie ist es sehr erfreulich, dass eine Interessensgruppe wie „Pro-Reli“ von ihren demokratischen Möglichkeiten Gebrauch macht. Die Initiierung eines Volksentscheides ist naturgemäß mit einem außerordentlichen Aufwand verbunden. Dass dieser Aufwand betrieben wird, dass er Gegner mobilisiert, dass er eine Debatte entfacht, das ist eine feine Sache.

Der Ausgang des Bürgerentscheides wird in Deutschland kein Ruder herumreißen. Dazu sind Medienecho und öffentliche Debatte zu marginal, das Interesse am Berliner Schulsystem zu klein. Dennoch ist es höchsterfreulich, dass öffentlich und mit klaren Fronten über Religion gestritten wird, ohne die Debatte auf eine vermeintliche islamische Bedrohung zu reduzieren. Eine schöne Signalwirkung. Vielleicht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.dasgespraech.de.

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