Pro-Reli verliert die Abstimmung

Die Chancen der Abstimmungsniederlage Spontaner Gedanke: Schade. Die Änderung des Berliner Schulsystems in der Frage des Religionsunterrichtes wäre ein schönes Zeichen gewesen. Leider hat’s nicht sollen sein, die Berliner haben sich dagegen entschieden. In Anbetracht der abgegebenen Stimmen war es ein recht deutliches Ergebnis: Nur 14,2 Prozent der Stimmberechtigten wollten

Die Chancen der Abstimmungsniederlage

Spontaner Gedanke: Schade. Die Änderung des Berliner Schulsystems in der Frage des Religionsunterrichtes wäre ein schönes Zeichen gewesen. Leider hat’s nicht sollen sein, die Berliner haben sich dagegen entschieden.

In Anbetracht der abgegebenen Stimmen war es ein recht deutliches Ergebnis: Nur 14,2 Prozent der Stimmberechtigten wollten einen bekenntnisbezogenen Unterricht. Wobei deutlich gesagt werden muss, dass es auch nicht viel mehr waren, die dagegen gestimmt haben. Die großen Wahlentscheider waren die desinteressierten und unentschlossenen Nichtwähler.

Aber wie schade ist diese Abstimmungsniederlage jetzt tatsächlich? Das Instrument des Bürgerentscheides wurde genutzt, um den Bürgerwillen zu ermitteln, jetzt ist es nun mal so. Trotzdem hat die Initiative Pro-Reli eine Debatte entfacht, die bundesweit geführt wurde und sich vielleicht noch ausbreitet. Religion ist ein Thema – und das ist gut so.

Ein paar Berliner Politiker – auch das kann positiv bewertet werden – zeigen nach ihrem gar nicht so deutlichen Abstimmungssieg zudem ihre unversöhnliche Fratze. Sie interpretieren das Ergebnis als “schallende Ohrfeige” (Wowereit) oder so, dass die Berliner von der “von der Materialschlacht von Pro-Reli angewidert” seien (Sommer). Diese Einschätzung dürfte zumindest als gewagt bezeichnet werden, eine vernichtende Niederlage sieht anders aus.

Die Befürworter des reinen Ethik-Unterrichtes seien zudem darauf hingewiesen, dass ihre Vorstellung eines Unterrichtes für die Integration nicht die einzig wahre Lösung ist. Wer nicht über seine eigene Kultur Bescheid weiß, kann nicht besonders tolerant für die Eigenheiten einer fremden Kultur sein. Bekenntnisbezogener Religionsunterricht, wäre also nicht das Ende von Toleranz und Integration.

Doch in einem Punkt hat Wowereit vielleicht recht. Die Erziehung zur Religiösität kann nicht vom Staat übernommen werden. Hier sind immer private Initiativen, die Familie und er Einzelne gefragt. Der Staat, vielmehr die Schule, kann da nur unterstützen. Muss sie aber nicht.

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  1. Glücklicherweise leben wir in einer modernen Gesellschaft und die Berliner Abstimmung lässt hoffen, dass die Zeit religiöser Verhaltensdiktate zu Ende geht. Unsere Kultur haben wir selbstverständlich der Aufklärung zu verdanken und nicht der Kirche oder der Religion. Andernfalls würden wir immer noch im Zeitalter grausamer Mythen und Märchen leben, den Stimmungslagen irgendwelcher Päpste oder Inquisitoren ausgeliefert. Das ist vorbei und die Deutschen wollen da auch nicht wieder hin. Allerdings werden religiöse Fanatiker nicht nachlassen, uns den Glauben als Kulturbasis einzutrichtern. Das geht jetzt erst richtig los …

    Gut, dass es einen Ethikunterricht für alle gibt. Dort können die Werte unser Gesellschaft frei von religiösen Anfeindungen vermittelt werden. Gemeinsamkeiten werden herausgestellt, die uns alle verbindet. Respekt und Toleranz sind Werte, die Religion nicht vermitteln kann oder möchte, die aber die Gesellschaft im Inneren zusammen halten.