Der Manager
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Hier steht er und zeigt sein Gesicht,
Bekanntermaßen unbeeindruckt von
Allem, was bisher geschah und
Zwanzig Prozent, sagt er, oder mehr,
Wären immerhin angebracht, wobei
Der Student in seiner ersten Vorlesung
Über Thermodynamik soeben etwas von
Entropie hört, von Wirkungsgrad und
Ausgleich, der irgendwo liegen muss,
Doch Er, der Manager denkt:
In der Realität, doch nicht bei mir.
Und somit schafft er sich das Vertrauen,
Wir dürfen weiter auf ihn schauen,
Und Egon, mein Nachbar, meint dazu:
Jetzt wird er bald wieder Bratwurst essen,
Ohne Beeinträchtigung.
Klaus Grunenberg
Kritik
Nun ja, ein eindeutiger Text, den man als Gedicht durchgehen lassen kann.
Wenn man die einzelnen laut Zeilen liest, kann es auch als Satire gelten, als Aufruf sogar und was will man mehr in heutiger Zeit, wo das Verrauen gesucht wird, doch oftmals nicht gefunden.
Wir denken da besonders jetzt an Verweigerungen aller Art, sogar beim Fußball. Doch Vertrauen ist gut, Sicherheit wäre besser, deswegen sollten wir uns an festgeschriebene reale Regeln halten und nicht an Wunschträume.
Der Manager im Gedicht aber scheint mir mehr ein Träumer zu sein.
Ed Moercke
Ich bin nicht einverstanden, dass so etwas als Lyrik ausgegeben wird, und normalerweise lese ich so Zeug auch gar nicht, weil ich seit meiner Jugendzeit eine bestimmte Art der Lyrik bevorzuge, die ich von meiner Frau ans Herz gelegt bekommen habe.
Da können Sie lachen, wie sie wollen, das ist mir alles schnuppe.
Ja, aber recht hat er doch einwenig, der Schreiber, wenn ich mich so ausdrücken soll, doch, man sollte es auch mal sagen, was einen ärgert, meine ich. Die Coda aber ist doch recht lustig.
Mark Beil-Ritzi
- Lyrileison – Neue Lyrik und deren kritische Betrachtung: Teil 6
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Photo Quelle/Copyright: Jenzig71, via pixelio.de
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