Mit den furchtbaren Ereignissen in Winnenden vor wenigen Wochen rückten sie wieder in den Fokus der Öffentlichkeit: Computerspiele – von den einen verteufelt von den anderen bedingungslos verteidigt. Die eSport Bundesliga, die am 20. März dieses Jahres in ihre 14. Saison startete, setzt nun auf Aufklärung und schickt ihrem Finale, das am 13. und 14. Juni in Köln ausgetragen wird, eine so genannte Eltern-LAN voraus.
Die mit 130.000 Euro höchstdotierte Liga für professionelles Computerspielen in Deutschland lässt in insgesamt vier Disziplinen Profispieler um die Deutsche Meisterschaft im elektronischen Sport kämpfen. Live vor Publikum messen diese sich anhand von “Warcraft 3″, “Counter-Strike”, “FIFA 2009″ und “Counter-Strike:Source”. Doch vor den beiden Finaltagen auf der EXPO XXI geht die Electronic Sports League (ESL) noch einmal in die Offensive. Gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung und weiteren Partnern wird es in diesem Jahr eine LAN-Party nur für Eltern geben. Unter dem Motto “Zusammen.Spiele.Erleben” soll hier eine “Brücke zwischen den Generationen” geschlagen und “Einblicke in jugendliche Medienwelten” geliefert werden. Denn sowohl für die ESL als auch die bpb ist klar: “Immer mehr Jugendliche begeistern sich für Computerspiele. Eltern stehen der Faszination ihres Nachwuchses oft ratlos gegenüber.”
Das Ziel der Initiative, die sich neben den Eltern auch an alle pädagogisch Tätige richtet, ist deshalb so einfach wie weitreichend formuliert: Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit dem Hobby ihrer Kinder und Schüler. Konkret erhalten “Die Teilnehmenden (…) eine medienpädagogische Einführung zu Computerspielen, bauen Berührungsängste mit dem Medium Computer ab und probieren selber unter pädagogischer Anleitung Computerspiele (wie “Trackmania” oder “Counter-Strike“) aus.”
Aus Unkenntnis erwachsen Vorurteile und Unsicherheiten
Wie wichtig eine solche Auseinandersetzung ist, kann auch der Schirmherr der Initiative, Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, gar nicht genug betonen. “Oft mangelt es an Wissen und eigenen Erfahrungen mit virtuellen Spielwelten”, mahnt er an. “Aus dieser Unkenntnis erwachsen Vorurteile und Unsicherheiten, wie die neuen Spielformen die Entwicklung der Heranwachsenden beeinflussen.” Auch die Informationsmedien würden da nicht immer für Klarheit sorgen. Negative Einflüsse stünden oftmals ebenso im Vordergrund wie der Erwerb von Schlüsselqualifikationen. Eltern und Pädagogen jedoch blieben ratlos zurück. Umso wichtiger sei daher eine sachgerechte, aber vor allem sensible Diskussion über Computerspiele. Ganz im Sinne eines konstruktiven Dialogs zwischen den Generationen. Sätze der Sprösslinge wie: “Ach, Ihr habt ja gar keine Ahnung, worum es bei meinem Spiel geht”, könnten durch das Sammeln eigener Erfahrungen jedenfalls vermieden werden.
Die nächsten Termine sind:
08.05. Hamburg – CCH-Congress Center
05.06. Karlsruhe – Schwarzwaldhalle
13.06. Köln – EXPO XXI
Eine Anmeldung erfolgt über die bpb unter:
arne.buss@bpb.de
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