Lyrileison – Neue Lyrik und deren kritische Betrachtung: Teil 14

Freundliche Betrachtung des Hirten . . . . . Freilich betrachtet freundlich das Kind den Hirten, Wenn er den Stab ergreift und lockt die wogende Herde: “Aiee, aiee, ihr Guten!” Setzt sich in Trab gemächlich und über die Auen gleitet der hilfreiche Wind. Drunten die Dörfer in ihrem stillen Gemäuer,

jenpho11111111111.jpgFreundliche Betrachtung des Hirten
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Freilich betrachtet freundlich das Kind den Hirten,

Wenn er den Stab ergreift und lockt die wogende Herde:

“Aiee, aiee, ihr Guten!”

Setzt sich in Trab gemächlich und über die Auen gleitet der hilfreiche Wind.

Drunten die Dörfer in ihrem stillen Gemäuer,

Brandschatten huschen herauf und ruhig kräuselt der Rauch.

Neben den Wäldern dehnen sich seitliche Wiesen,

Sperrige Zweiglein zum Stolpern und dornige Sträucher in Menge.

Und immer dazwischen ein stilles, ein herbes Gewächs,

Das sie gerne sich nehmen, unsere Tiere.

Abend und Morgen wechseln im stetigen Gang,

Sonne und Mond, Regen und webender Nebel,

Alles in Fülle spendet Er uns und viel

Leitet herüber der Eine dem helfenden Hirten.

Hatte nicht einst um Hilfe gebeten der leidende Mensch und hielt

Nahe dem Gnadensee endlich das Ziel in der Hand?

Wissen aber vom Sein und zitternde Sicherheit

Glitten ins Dornenholz, Blut und Gewalt ohne Ende.

Bis sie erkennen den hilfreichen Hirten am Ruf:

“Kommet, ihr Guten, kommet, aiee, aiee!”

Klaus Grunenberg

Kritik

Ein Lied, eine im lyrischen Ton gebrachte Melodie wie aus alter, aus antiker Zeit und doch eingebettet ins Heute. Denn gerade im Moment verspüren wir etwas, das uns bedrückt und gerne hätten wir etwas Haltbares, hätten gerne was in Händen. Oder wir läsen gerne in einem Buch, das uns führt in eine Welt, die existieren könnte, jedoch ohne Hektik, ohne diese Qual für eine gewisse Zahl der Menschen auf unserer Erde.

Ohne Wasser, ohne ausreichende Nahrung zu sein, ist eine Unmöglichkeit für mitdenkende Menschen. Und wie die Herde sich schon vor Zeiten Nahrung und Wasser suchte, trotz Gestrüpp, trotz vieler Widrigkeiten, so geschieht es auch heute immer noch.

Wo aber bleibt ein Retter, oder werden wir uns alle retten müssen, sind wir selbst zu unserer Rettung auserkoren?

Ed Moercke

Man kennt solche Lieder zur Genüge und ist versucht zuzustimmen, mit einzustimmen in den Gesang, oder gar weiter noch zu singen. Machen wir es, es schadet niemandem, es hilft vielleicht dem einen oder der anderen und somit ist es eigentlich gut, was wir tun, endlich einmal nicht schädlich, wie so manches Andere.

Oder gehen wir doch lieber shoppen, laufen schlechten Hirten nach, die Kriege suchen?

Mark Beil-Ritzi

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Photo Quelle/Copyright: Jenzig71, via pixelio.de

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