Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (sh. Photo) hat gut Lachen. Vielleicht wird er (SPD-Mitglied: man muss es schon hinzusetzen) schon bald – spätestens aber nach der nächsten Bundestagswahl – der oberste Diplomat unserer nunmehr 60-jährigen Bundesrepublik Deutschland. Er wäre, es zeichnet sich fast täglich mehr und mehr ab, tatsächlich die allererste Wahl, was die Besetzung des wahrlich nicht unwichtigen Außenamtes der Bundesregierung angeht. Nein, nein: was nun wirklich keine Kritik an der Erfüllung seiner momentanen – nun in der Tat nicht leichten – Aufgaben als Bundesfinanzminister sein soll. Wirklich nicht! Aber man muss es nun einmal neidlos anerkennen: Peer Steinbrück ist ein toller “Finanzer” – um Längen besser noch als dessen SPD-Mitgenosse, der unermüdliche “Sparschwein”-Sammler Hans Eichel - aber leider sozusagen überqualifiziert für dieses Ressort! So nimmt es nicht wunder, dass im politischen Berlin bereits über seine Ablösung als Finanzminister gemunkelt wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel soll bereits diese Nacht entsprechende Überlegungen von Prag aus nach Berlin gekabelt haben.
A Hund isser scho, der Steinbrück!
Die Grundlagen dafür hat Steinbrück freilich schon lange zuvor selbst gelegt! Der Bursche ist zwar ein steingrauer, zuweilen norddeutsch steif wirkender, Bürokrat – ähnlich wie sein sozialdemokratischer Ministerkollege, der jetztige Außenminister, die “Graue Effizienz” Frank-Walter Steinmeier, aber – wie es die Bayern ausdrücken würden: a Hund isser scho! Warum wohl hat der gute Mann Steinbrück – Sie erinnern sich? – vor kurzem den Schweizer Indianern noch mit der Kavallerie gedroht, und so für reichlich Verstimmung bei den eidgenössischen Nachbarn ausgelöst? Zum Spaß gewiss nicht! Sie dachten eventuell, es sei um die Eindämmung der Steuerhinterziehung gegangen, durch welche dem deutschen Fiskus jährlich Milliarden von Euro entgehen, weil Bundesbürger, die das Schwarzgeld ins Ausland transferieren, es hierzulande partout nicht zu versteuern gedenken? Naja, auch ein bisschen, ganz sicher ja doch. Attac schränkt die Hoffnungen aber dennoch diesbezüglich etwas ein und meint in Person ihres Experten Detlef von Larcher, der Kampf der Bundesregierung gegen Steuerhinterziehung würde ja mehr oder weniger bloß verbal geführt: “Außer markigen Sprüchen der Bundeskanzlerin und des Finanzministers haben Steueroasen und Steuerflüchtlinge nichts zu befürchten”. Und Dieter Ondracek, Vorsitzernder der Deutschen Steuergewerkschaft, gibt zu Bedenken, dass neue Gesetz gegen Steuerhinterziehung sei zwar sinnvoll, mehr Personal zur Überprüfung wäre aber dagegen wesentlich effektiver. “Ein Steuerfahnder kostet den Staat einschließlich Pension 70 000 bis 80 000 Euro im Jahr, bringt aber gut eine Million Euro an Steuern ein.” Also warum vollführt Steinbrück diese ganzen verbalen Kapriolen? Weil es eben ein Sturkopp ist!, werden manche einwenden. Nun ja. Freilich ist Peer Steinbrück stur. Und wie! Wie ‘ne olle Dampflok, die führerlos gegen den Prellbock losgeht. Mag es auch zum Entgleisen und so in die Katastrophe führen!
Österreich und Luxemburg = Ouagadougou?
Erst jetzt wieder hat er es getan, der Steinbrück. Im Kontext seines Lieblingsthemas “Kampf gegen Steueroasen” brachte der Noch-Bundesfinanzminister diese Woche Länder wie Österreich und Luxemburg zusammen mit Ouagadougou in Erwähnung! Die Österreicher kochten. Und auch Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker war alles andere als amüsiert. Ouagadougou ist die Hauptstadt des westafrikanischen Staates Burkina Faso. Ein sehr armes Land, welches aber wegen eines dort veranstalteten Filmfestivals Eingeweihten durchaus bekannt sein dürfte. Was aber nun – werden Sie fragen – hat “Finanzer” Peer Steinbrück mit seiner jüngsten Kavallerieattacke erreicht? Hat er den deutschen Fiskus dadurch etwa auch nur ein winziges Stück näher an die ihm entzogenen Auslands-Schwarzgeld-Milliarden der Deutschen herangebracht? I wo! Er hat aber kleine Länder wie Österreich und Luxemburg ziemlich verärgert. Womöglich sind jetzt auch die Menschen in Burkina Faso beleidigt. Was sein könnte. Immerhin, so sagte gestern Abend bei Maybrit Illner der luxemburgische Ministerpräsident Junker, heißt Burkina Faso ins Deutsche übersetzt Das Volk der Gerechten. Der ebenfalls in der Illner-Talkshow anwesende einstige bundesdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) hielt aus seiner Erfahrung und Sicht auf die Dinge in der Welt den verbalen Umgang Steinbrücks mit kleineren Ländern für – sagen wir es mal geschrödert – einigermaßen suboptimal…
Dahinter steckt Methode
Sicher. Wohl wahr. Nur Kaum jemand ist bis jetzt offenbar dahintergekommen, was Peer Steinbrück mit diesen – wie einige finden – wörtlichen Entgleisungen – wirklich bezweckt. Da steckt sicher Methode dahinter: Er wird sich als künftigen Bundesaußenminister empfehlen! Was sonst? Nicht so einer altmodischer Natur, wie olle Genscher aus Reideburg bei Halle an der Saale – nein ganz im Gegenteil: einer, der ganz in die heutige Zeit paßt. Wie die Faust auf’s Auge! Könnte jemand in diesem unserem Lande einen noch größeren Diplomaten, gar den würdigsten, obersten Diplomaten aller deutschen Diplomaten abgeben und somit der beste aller Außenminister werden? Westerwelle etwa? O Gott! Bewahre! Steinbrück ist doch da von ganz anderem Schrot und Korn, oder?! Das müssen Sie doch zugegeben.
Wetten, Peer Steinbrück wird als Bundesfinanzminister abgelöst? Aber nur damit er ins Außenamt wechseln kann. Wo er aber wirklich besser aufgehoben wäre. Freilich zöge diese Personalentscheidung höchstwahrscheinlich noch eine weitere nach sich: Deutschland benötigte dann gewiss bald auch einen neuen Verteidigungsminister. Jung wäre dann nicht mehr der Richtige (der er ja jetzt schon nicht ist). Aber davon einmal ganz abgesehen. Unser Land hätte, gesetzt den Fall, Steinbrück rückte ins Außenamt ein, im Bendlerblock eine taffe Person nötig, die auf alles gefaßt ist. Auf wirklich alles…
Das ist doch völlig absurd.
Oder soll das hier eine Satire sein und ich bin der Einzige, der es nicht merkt ?!?
Steinbrück ist weder als Finanzpolitiker noch als Diplomat die preisgekrönte Sau im Stall. Noch im Oktober 2008 (!) stand er vor den Fernsehkameras und fragte, was denn die Pleite einer isländischen Bank mit der deutschen Finanzwirtschaft zu tun habe.
Nein, danke, dieser Mann ist total inkompetent. Schauen Sie sich mal bitte sein Video auf der Startseite von http://www.fuer-alle-da.de an.
Ganz abgesehen davon würde sich nicht einmal die so genannte Sozialdemokratische Partei Deutschlands den Irrsinn erlauben, ihren Kanzlerkandidaten als Außenminister abzulösen.
Um nach der Bundestagswahl wieder an der Regierung beteiligt zu werden, muss die SPD auch erstmal stark genug sein, um eine rechnerische Mehrheit von CDU & FDP zu verhindern. Das ist alles Andere als sicher.