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Iran: “Gefangene der Farben” wird hingerichtet

Dienstag, den 12. Mai 2009 um 20:53 Uhr von Hamid Tehrani

Gegen Freitag morgen wurde Delara Darabi, eine 23-jährige Frau von den iranischen Behörden hingerichtet, für einen Mord für den sie mit 17 Jahren verurteilt wurde und für den sie mehrere Jahre im Rasht Zentralgefängnis gefangen gehalten wurde.

Delara wurde bekannt als “die Gefangene der Farben” durch ihre eindrucksvollen Gemälde über den Gefängnisalltag, die von vielen bewundert wurden.

Amnesty International gab in einer Stellungnahme bekannt, dass Delara Darabi hingerichtet wurde trotz eines zweimonatigen Hinrichtungsaufschub durch den obersten Richter der Justiz am 19. April.

Mehrere Blogger, darunter einige Anwälte, teilten ihre Gefühle über die Hinrichtung, und kritisierten das iranische Justizsystem dafür, Menschen hinzurichten für Verbrechen die sie als Minderjährige begingen.

Mohammad Mostafai, ein Anwalt der Delaras’ Fall genau beobachtete meint:

“Richter Javid Nya befahl die Hinrichtung. Kurz nachdem er zum Staatsanwalt von Rasht ernannt wurde, befahl der die Steinigung eines Menschen, und heute hat Delara Darabis Seele ihren Körper verlassen.

Einige sagen, dass Delara schuldig war. Einige sagen, es war ihr Vater, andere sagen ihr Anwalt trägt schuld.

Aber ich sage, das Justizsystem trägt Schuld.

Warum besteht das Justizsystem darauf Minderjährige hinzurichten, wenn die meisten Länder dieser Welt die Hinrichtung von Kindern unter 18 Jahren verboten haben?”

Mostafai, der mehrere minderjährige Sträflinge in iranischen Gefängnissen verteidigt, fügt hinzu, dass sie Delara töteten ohne ihrem Anwalt und ihrer Familie darüber zu informieren, da sie wussten, dass “Millionen von Menschen” in der Welt Delara unterstützten.

Vielleicht übertreibt Mostafi damit wie vielen Menschen Delararas Fall bekannt war, aber es steht außer Frage, dass sie viele Unterstützer im realen und im virtuellen Leben hatte.

Amnesty International in London organisierte kürzlich ein Protesttreffen vor der Botschaft der Islamischen Republik in London um ihre Hinrichtung zu verhindern.

In der virtuellen Welt wurde eine “Rette Delara Campaigne” gestartet, die über Twitter und Facebook lief.

Baloch meint der Iranische Staat “sät Wahnsinn und erntet Menschenleben”.

Die Blogger fragen was der Präsidentschaftskandidat von der Hinrichtung hält.

Sassan Aghayi schrieb ein Gedicht über Delara mit dem Titel “Maybe Tomorrow” (Morgen vielleicht).

Sie sagt die Geschichte geht über bloßes Schreiben hinweg und verlangt nach Poesie.

Ein Vers lautet:

“Vielleicht Morgen oder Uebermorgen

will der unzufriedene Todesengel jemand neues halten

Vielleicht bist dieser jemand Du”

Ardavan schreibt, dass Delara heute Nacht, endlich, ohne Alpträume schlafen wird.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Veronica Bauer, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.

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