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Wissenschaft

Die “moderne Medizin” und ihre natürlichen Feinde

Mittwoch, den 13. Mai 2009 um 10:10 Uhr von Kai Beisswenger

Kai Beisswenger über zwei Tatsachen und einen Ausfall: Der Trend zur Naturheilkunde, die Ankündigung eines Paradigmenwechsels in der medizinischen Forschung und die Reaktion des Skeptiker-Vereins GWUP e. V. auf aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen.

Die Komplementärmedizin, auch Naturheilkunde oder “Andere Medizin” genannt, wird in Deutschland seit einigen Jahren immer beliebter. Bereits im Jahr 2002 stellte das Allensbach-Institut fest, dass 72 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Bundesländern Naturheilmittel verwenden.

Was ist die Ursache dieses Trends?

Krankheiten lassen sich nicht immer mit Hilfe konventioneller Medikation innerhalb einer absehbaren Zeit heilen. In diesem Fall wendet der Patient sich oft von der Schulmedizin ab und sucht sein Heil bei einem Arzt, der alternativ behandelt, oder auch bei einem Heilpraktiker. Die wissenschaftlich nachweisbare Wirkung eines Medikaments im Körper des Menschen ist für die Schulmedizin die “Goldene Regel”. Allerdings lassen sich Krankheiten, insbesondere chronische Erkrankungen, in der Regel nicht mit einfachen biologischen Wirkmechanismen erklären. Das Ursachengeflecht der Krankheiten ist meist viel größer und es können viele Gründe zusammen kommen: falsche Ernährung, mangelnde Bewegung, Umweltverschmutzung, psychische Störungen und einige mehr.

Eine kleine zusätzliche Belastung, wie z.B. Pilze, Bakterien oder Viren, können eine kritische Masse auslösen, die eine Krankheit hervorruft. Der Arzt verabreicht nun ein Medikament, das die fremden Eindringlinge in den Körper des Patienten chemisch bekämpft. Der Preis für das Verschwinden der Beschwerden können Nebenwirkungen oder unerwünschte Wirkungen aufgrund von Überdosierung sein.

Die Schulmedizin scheint natürliche Grenzen zu haben und benötigt eine Ergänzung -  einen Komplementär.

Zu den Heilmethoden der Komplementärmedizin gehören Akupunktur, Akupressur, Autogenes Training, Hypnose, Homöopathie und viele mehr. So heilt die Homöopathie nicht nachweisbar mit einer Substanz. Aufgrund der mehr oder weniger großen Substanzlosigkeit ihrer Medikamente gehen die Homöopathen davon aus, dass die des Medikaments zugrunde liegende Information den Heilprozess aktiviert.
An der Homöopathie scheiden sich die Geister. So gibt es wissenschaftliche Studien, die eindeutig die Überlegenheit der Homöopathie gegenüber Placebos belegen, allerdings existiert in der Bewertung der Wirksamkeit der Homöopathie noch kein wissenschaftlicher Konsens. Dennoch haben einige (nicht alle) Erfahrungsheilkunden wie die Homöopathie, die Hypnose und die Akupunktur ihren festen Platz in der praktischen Medizin.

Denn Erfolge der Komplementärmedizin werden seit vielen tausend Jahren täglich von vielen tausend Patienten bestätigt!

Aus diesem Grund praktizieren viele moderne Ärzte weltweit nicht nur nach den strengen Kriterien der Schulmedizin, sondern wenden auch erfolgreich die Erfahrungsheilkunde an. Schulmedizin und Erfahrungsheilkunde verhalten sich komplementär und ergänzen sich gegenseitig.

Die “Moderne Medizin” versöhnt die Schulmedizin mit der Erfahrungsheilkunde!

Der gesunde Menschenverstand wundert sich zwar, warum kein Mensch exakt weiß, wie die Erfahrungsheilkunde funktioniert, doch er akzeptiert die Erfolge ebendieser und vertraut seinem Arzt, der erfolgreich hypnotisiert, akupunktiert und homöopathisch behandelt.

Alle Menschen? Nein, es gibt auch Kritiker, die die Heilerfolge der Komplementärmedizin als Gebilde der Phantasie sowie als Zufall bezeichnen.

Grundsätzlich ist Skepsis wichtig, denn auf dem Gebiet der Heilkunde praktizieren auch Scharlatane, die dem Erscheinungsbild der Komplementärmedizin schaden und denen folglich das Handwerk gelegt werden muss, um den Ruf zu wahren.
In Deutschland existiert eine Skeptikerbewegung, namentlich die “Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e.V”, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Spreu der Scharlatane vom Weizen der erfolgreichen “Parawissenschaftler” zu trennen.

Kritik ist so lange hilfreich, solange sie nicht in Intoleranz und gar Ignoranz umschlägt.

Wird die Skepsis jedoch zum Selbstzweck und die ratio der Skeptiker von ihrer emotio zugedeckt, dann mutieren die Skeptiker zu den gleichen dunklen Mächten, die sie bekämpfen: sie werden zur Sekte!
Der Skeptiker mutiert also zum Beelzebub, um den Teufel auszutreiben!

Kann diese Aussage belegt werden? Kein Problem!

Als Kniefall vor der alternativmedizinischen Lobby kritisierte die GWUP vor etwa einem Jahr die Umstände der Einrichtung einer Stiftungs-Professur für Komplementärmedizin an der Charité in Berlin, einer Institution, aus der über die Hälfte der deutschen Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie stammen. Die GWUP unterstellt der Charité und insbesondere Prof. Dr. med. Stefan Willich, dass wissenschaftliche Methoden offenbar solange den Bedürfnissen der Alternativmedizin angepasst werden, bis sie die Resultate erzielten, die sich die Vertreter der Komplementärmedizin wünschten.

Einen sinnvollen und vor allem wissenschaftlichen Beitrag in der Bewertung und Einordnung der Alternativen Medizin könne die Chariteé laut GWUP dennoch leisten, falls sie an bewährten wissenschaftlichen Standards sowie an einem transparenten und ergebnisoffenen Vorgehen festhalte und zwar ohne Einknicken vor dem Druck der Geldgeber. Liest man zwischen den Zeilen der Stellungsnahme, dann wird deutlich, dass die GWUP der Charité und insbesondere Prof. Dr. med Stefan Willich indirekt Studienmanipulation zu Gunsten von Geldgebern vorwirft. Sieht man einmal davon ab, dass der Vorwurf respekt- und stillos ist, kommt hinzu, dass die Begründung der GWUP seit etwa einem Jahr aussteht. Seit knapp einem Jahr ziert diese Anschuldigung die Webseite der GWUP, ohne dass sie jemals begründet wurde.
Steckt mehr dahinter oder handelt es sich um einen einmaligen „Ausraster“ der Skeptikerbewegung? Nun, um diese Frage zu beantworten, müssen wir etwas weiter ausholen.
Die randomisierte kontrollierte Studie (RCT) gilt in der medizinischen Forschung als die nachgewiesen beste klinische Studie, um bei einer eindeutigen Fragestellung eine eindeutige Aussage zu erhalten und die Kausalität zu belegen. Daher müssen sich auch homöopathische Medikamente an diesem “Goldstandard” messen lassen, um ihre medizinische Wirksamkeit zu überprüfen. Seit etwa fünf Jahren wird in der internationalen Fachdiskussion die pauschale Orientierung an der Zufallsverteilung (Randomisierung) jedoch infrage gestellt.
Auch Prof. Dr. med. Stefan Willich von der Berliner Charité veröffentlichte bereits im September 2006 im Deutschen Ärzteblatt (Heft 39, Jg. 103) einen Fachartikel, in dem er publizierte, dass die RCT allein keine ausreichende Basis für die Nutzenbewertung von Verfahren und Strategien in der medizinischen Routineversorgung sei. Notwendig seien ergänzende Studien in der Versorgungsforschung.

Was heißt das?

Vereinfacht geht es um zwei Kritikpunkte: zum einen lässt sich bei Anwendung der RCT die absolute Wirkung des Medikaments nicht eindeutig feststellen und von der Placebowirkung isolieren. Zum anderen müssen die etablierten RCT-Prüfkriterien “Wirksamkeit” (Funktioniert es?) und “Wirkung” (Nutzt es?) zusätzlich durch eine dritte neue Größe “Effizienz” (Nutzen/Kosten-Verhältnis) ergänzt werden. Sollte sich diese Erkenntnis durchsetzen, entspräche das einem wissenschaftlichen Paradigmenwechsel und das “Goldene Kalb” “RCT allein” wäre geschlachtet. Die Arzt-Patient-Beziehung und Patienten-Überzeugungen würden als Wirkfaktoren ebenfalls berücksichtigt. Sowohl etablierte Verfahren der modernen Medizin als auch komplementärmedizinische Therapien ließen sich in Hinblick auf ihr Nutzen/Kosten-Verhältnis korrekt bewerten.

Damit sollte klarer werden, warum die Komplementärmedizin-kritische GWUP der Charité indirekt Studienmanipulation zu Gunsten von Geldgebern vorwirft. Sie befürchtet, so scheint es, dass die Stiftungs-Professur an der Charité das “Goldene Kalb” RCT schlachten könnte, um durch die Hintertür Methoden zu etablieren, welche die Wirksamkeit beispielsweise der Homöopathie auch wissenschaftlich bestätigten.
Wobei es gar nicht um ein “Schlachtfest der RCT” geht, sondern nur um eine Ergänzung, um exaktere wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen. Aber genau dieses wichtige Detail scheint der GWUP entgangen zu sein.

Aus dieser Perspektive stellt sich die Frage, ob die GWUP überhaupt Interesse an einem geeigneten wissenschaftlichen Verfahren zur Überprüfung der Wirksamkeit homöopathischer Medikation hat. Welche Organisation verliert schon gerne ihre Identität und ihre Idole?
Die GWUP feiert sich in wenigen Tagen selbst auf ihrem Kongress 2009 unter dem Motto: “Wissenschaft unter Beschuss” mit so interessanten wie provokativen Themen:

“Warum Parapsychologen und Alternativmediziner neue Regeln fordern” und “Wie die moderne Physik missbraucht wird, um esoterische Medizin und Politik zu begründen.” Und zur Auflockerung:  “Die Wahrheit bringt Heilung - Ein ironisch wissenschaftliches Bühnenstück über die scheiß Esoterik” Der Vortrag “Dunkelmänner oder Erleuchtete? Der Mythos um ‘Illuminati” erhält eine wohl nicht gewünschte Bedeutung, denn die GWUP muss sich der Frage stellen, ob ihre Organisation nicht schon längst auf dem besten Wege ist, ein fanatischer Orden zu werden. Anstatt Ärzte, die Hypnose, Akupunktur und Homöopathie erfolgreich anwenden, ebenso zu verhöhnen wie ihre Patienten, sollte die GWUP das tun, was sie heute eher behindert: ihre Anstrengungen in den Dienst der Wissenschaft stellen!

Schließlich brauchen wir Skeptiker, denn…

… menschliches Verhalten plus emotionale Gruppenbildung ohne negatives Feedback ergäbe wahrscheinlich eine stetige Zunahme von Pendel und Wünschelruten in Arzt- und Heilpraktikerpraxen. Ich wünsche der GWUP zum Kongress viel Erfolg und hoffe, dass sie zur Institution wird, die sie sein könnte.

 Weiterführende Informationen

Photo/Quelle/Copyright: Paul-Georg Meister, via pixelio.de

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9 Reaktionen zu “Die “moderne Medizin” und ihre natürlichen Feinde”

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  1. DocNemo

    am 13. Mai 2009 um 11:07 Uhr | Link | Kommentar melden

    Natürlich lehnt Prof. Willich anerkannte wissenschaftliche Prüfverfahren als “nicht aussagekräftig” ab, wenn er selbst eine Pseudowissenschaft betreibt.

    Drei wichtige Punkte sind:
    a.) Zu jeder Wirkung kann es auch eine Nebenwirkung geben (bzw. gibt es fast zwingend auch Nebenwirkungen) — das haben wir in der Schulmedizin so akzeptiert und versuchen, die möglichen Schäden gering zu halten. Die Naturheilkundler verkaufen ihre “Produkte” aber fast immer als nebenwirkungsfrei an ihre gutgläubigen “Kunden”.
    b.) Sofern man echte Wissenschaft betreibt, braucht man eine wissenschaftlich fundierte Erklärung für eine Wirkung. Wenn aber von “Energien” und “übertragenen Informationen” fabuliert wird — die man ganz selbstverständlich nicht messen oder zumindest doppelblind-randomisiert verifizieren kann –, dann kräuseln sich einem wissenschaftlich gebildeten Menschen die Nackenhaare.
    c.) Es gibt keine Wunder. Ein Schnupfen dauert eine Woche ohne und sieben Tage mit Medikation.

    In vielen aussagekräftigen Studien wurde eindeutig und ohne wenn-und-aber nachgewiesen, daß Homöopathe und Akkupunktur im Rahmen der Meßgenauigkeit genau soviel bringen wie Placebos. Also: Bei Homöopathie soviel wie einfache Zuckerkugeln; bei Akkupunktur soviel wie zufällig gestochene Nadeln von unkundigen Akkupunkteuren.

  2. Kai Beisswenger

    am 13. Mai 2009 um 15:31 Uhr | Link | Kommentar melden

    Vielen Dank, lieber DocNemo für den Kommentar,

    gerne greife ich ihr Beispiel Akupunktur auf und weise darauf hin, was “wissenschaftlich gebildete Forscher” beim Fachgespräch “Komplementärmedizin auf dem Prüfstand”, veranstaltet von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vor etwa 1 Jahr, tatsächlich” zum Thema zu sagen haben:

    Frau Dr. Claudia M. Witt, stellvertretende Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Berliner Charité stellte die zentralen Aussagen der wissenschaftlichen Forschung … vor.
    Die drei Schritte der Bewertung der Akupunktur waren: Funktioniert es? Nutzt es? Wie viel Nutzen bei wie viel Kosten? Oder in der Fachsprache Wirkung (Efficacy) im Experiment bzw. bei klinischen Studien, Wirksamkeit (Effectiviness) in der Routineversorgung und Effizienz (Efficiency).

    Studien belegen, dass Akupunktur und Scheinakupunktur bei Migräne, Spannungskopfschmerzen, Kniearthrose und Rückenschmerzen sehr viel besser wirken als keine Therapie. Deutlich bzw. signifikant besser als die Scheinakupunktur war die Akupunktur nur in einem Fall. Durch die in den anderen Fällen sehr gute Wirkung der Scheinakupunktur, die als “Placebo” gedacht war, ist nun eine intensive Diskussion im Gange, wie Placebos wirken und ob dies nicht explizit in der Behandlung genutzt werden kann.
    Nachgewiesen ist auch, dass eine zusätzlich zur bisherigen Versorgung eingesetzte Akupunktur in vielen Bereichen, z.B. auch bei Heuschnupfen, deutliche Verbesserungen bewirkt und diese somit wirksam ist.
    Beim Vergleich der Akupunktur mit der Behandlung nach den aktuellen schulmedizinischen Leitlinien (Standardtherapie) zeigte sich eine deutliche Überlegenheit der Akupunktur bei Knie- und Rückenproblemen. Bei der Migräne war die Akupunktur (nicht so deutlich) besser als die schulmedizinische Leitlinienversorgung, und diese besser als die Scheinakupunktur.
    Da die Akupunktur nicht als Ersatz sondern zur Ergänzung der bestehenden Behandlung eingesetzt wurde, wird die Behandlung teurer. Sie liegt jedoch bezogen auf ein QALY - ein Maß für die gewonnene Lebensqualität - in einem akzeptablen Rahmen…

    http://www.gruene-bundestag.de/cms/gesundheit/dok/230/230375.komplementaermedizin_auf_dem_pruefstand.html

  3. Rolf Ehlers

    am 13. Mai 2009 um 17:53 Uhr | Link | Kommentar melden

    Erst geht es im ganzen Bericht um mednzinische Alternativen, die wenige Gegner haben:

    “Die Schulmedizin scheint natürliche Grenzen zu haben und benötigt eine Ergänzung - einen Komplementär.
    Zu den Heilmethoden der Komplementärmedizin gehören Akupunktur, Akupressur, Autogenes Training, Hypnose, Homöopathie und viele mehr.”

    Erst gegen Ende zeigt der Autor aber neue Seiten, die er offenbar mit den zuvor genannten aber bereits weitgehend anerkannten Wegen zusammen vor der Kritik schützen will. Er schreibt:

    “Die GWUP feiert sich in wenigen Tagen selbst auf ihrem Kongress 2009 unter dem Motto: “Wissenschaft unter Beschuss” mit so interessanten wie provokativen Themen:

    “Warum Parapsychologen und Alternativmediziner neue Regeln fordern” und “Wie die moderne Physik missbraucht wird, um esoterische Medizin und Politik zu begründen.” Und zur Auflockerung: “Die Wahrheit bringt Heilung - Ein ironisch wissenschaftliches Bühnenstück über die scheiß Esoterik” Der Vortrag “Dunkelmänner oder Erleuchtete? Der Mythos um ‘Illuminati” erhält eine wohl nicht gewünschte Bedeutung, denn die GWUP muss sich der Frage stellen, ob ihre Organisation nicht schon längst auf dem besten Wege ist, ein fanatischer Orden zu werden. Anstatt Ärzte, die Hypnose, Akupunktur und Homöopathie erfolgreich anwenden, ebenso zu verhöhnen wie ihre Patienten, sollte die GWUP das tun, was sie heute eher behindert: ihre Anstrengungen in den Dienst der Wissenschaft stellen!”

    Aber zwischen Akupunktur und Parapsychologie, zwischen Hypnose und Illuminatenjagd sowie zwischen Homöopathie und Esoterik liegen doch Welten.
    Was ist denn mit noch tolleren Blüten wie der Reinkarnationstherapie, der Archetypischen Medizin mit dem Rückgriff auf die Astrologie, mit dem Engelglauben und der Kinesiologie?

    Der Artikel verliert sich in Verallgemeinerungen, wenn all das krtitklos unter “Komplementärmedizin” zusammengefasst wird.

    Wie fein das alles zu trennen ist, zeigt am Besten Professor Edzard Ernst, weltweit erster Professor für Komplementärmedizin an der Universität Exeter. Die Kritiker der leichtgläubigen Esoterik brauchen vor solcher Professur keine Angst zu haben.
    Es gibt doch auch schon lange eine Professur für Paraphysik. Am Lehrstuhl in Freiburg hat sich aber nie ein nachvollziehbares paraphysisches Phänomen gezeigt!

  4. Claus Fritzsche

    am 13. Mai 2009 um 18:11 Uhr | Link | Kommentar melden

    Für alle Leserinnen und Leser, die ernsthaft an diesem Thema interessiert sind, hier nochmals ein Link zum Original-Artikel von Prof. Dr. med Stefan N. Willich im Deutschen Ärzteblatt (und zwar als PDF):

    Randomisierte kontrollierte Studien - Pragmatische Ansätze erforderlich
    http://aerzteblatt.lnsdata.de/pdf/103/39/a2524.pdf

    Wer sich über den Verein GWUP e.V. sowie so genannte SKEPTIKER (und ihre surreale Welt) informieren will, dem empfehle ich das Blog GWUP.WATCH:

    http://gwup-skeptiker.blogspot.com/

  5. Walter Moser

    am 13. Mai 2009 um 20:31 Uhr | Link | Kommentar melden

    Mit Autogenem Training habe ich im Verlauf einiger Jahre ganz Erstaunliches in mir bewirkt. Mein Vegetatives Nervensystem und mein Denken haben sich so verändert, dass ich behaupten kann: ich bin von den Wurzeln her gesund wie nie. Diese ganz natürliche Verwandlung, zu der die Schulmedizin NIE in der Lage ist, kann Jeder in sich bewirken, der über das klassische AT nach Prof. Schultz einsteigt und sich mittels komplexer, alter philosophischer Erkenntnisse um den Menschen durch schiere Konzentration auf völlig natürliche Weise “gesund hintrimmt”.
    Wer diesen natürlichen Weg (Tao heisst Weg) gehen will, dem kann ich mein Buch “DER 8.TAG, Autogenes Training und mehr” empfehlen. Es ist als e-book unter www.couvaloup.ch zu beziehen. Zwar weiss ich, dass das Eigenwerbung ist, aber es geht leider nicht anders. Keine Angst, Sie werden nicht zum Taoisten bekehrt, nur zu einem total objektiv-logisch denkenden Menschen.

  6. Kai Beisswenger

    am 14. Mai 2009 um 13:58 Uhr | Link | Kommentar melden

    Lieber Herr Ehlers,
    danke für Ihren Kommentar. Zwei Einwände zum Idol Professor Edzard Ernst:

    “Professor Edzard Ernst kritisiert die Forderungen seiner Kollegin Claudia Witt, Professorin für Komplementärmedizin an der Charité, die anders als er die Methoden der evidenzbasierten Medizin für nicht ausreichend für die Alternativmedizin hält…” http://de.wikipedia.org/wiki/Edzard_Ernst

    Das bedeutet, dass er sich in diesem Punkt, falls wir Wikipedia Glauben schenken können, von der von mir beschriebenen aktuellen Forschungsentwicklung distanziert.

    Zudem steht er spätestens seit den Umständen im Zusammenhang mit dem Buch “Die andere Medizin” in der Kritik:
    http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=48

  7. golddiga

    am 14. Mai 2009 um 14:18 Uhr | Link | Kommentar melden

    Mit autogenem Training und alternativen Heilmethoden lassen sich eine große Anzahl an verschiedenen Krankheitsbildern positiv beeinflussen und heilen. So bin ich selbst sei einiger Zeit in Akupunkturbehandlung wegen meiner Neurodermitis und dem Asthma und habe in den letzten Wochen sehr gute Erfolge damit erziehlen können. Mittlerweile gibt es in Deutschland und Österreich auch TCM-Universitäten an denen offizielle Studien zu diesen Themen geführt werden können. Mehr dazu habe ich auch hier gefunden http://tcm-akupunktur.blogspot.com

  8. Julia Winkler

    am 15. Mai 2009 um 23:59 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ich habe (wie wahrscheinlich die meisten) immer gedacht, die Komplementärmedizin wäre im Prinzip gut, nur halt noch nicht recht erforscht. Und man müsste sie nur mehr unterstützen, dann würde man der Wirksamkeit auf die Spur kommen.

    Nachdem ich in den letzten Wochen die Diskussionen in den Blogs verfolgt habe, muss ich zugeben, dass ich meine Meinung geändert habe. Das Thema “Alternativmedizin” hat es ja wirklich in sich. Warum wird sonst so selten über das doch eigentlich eindeutig rassistische Menschenbild Rudolf Steiners und seiner Anthroposophen diskutiert? Was ist von einer “Medizin” zu erwarten, die sich darauf beruft? Es ist erschreckend.

    Wenn ich mir die Argumente der Homöopathie- Befürworter durchlese, stelle ich mit ähnlichem Erschrecken fest, wie sehr sie einander gleichen, und wie wenig man sich mit kritischen Fragen auseinandersetzt. Gerade so, als ob die Homöopathie eine Ausnahme für sich beansprucht. Wieso kann sie nicht nachweisen, dass sie wirkt, wenn sie es doch angeblich tut? Unverständlich! Warum liest man immer die gleichen Berichte “Ich hatte Krankheit x und kein Arzt konnte mir helfen. Heute nehme ich Hom. und bin geheilt.”? Das sind doch Glaubensbekenntnisse und keine Argumente!

    Nein, ich habe meine Meinung geändert und werde am Sonntag mit “Nein” stimmen. Mein Eindruck von der Komplementärmedizin ist mittlerweile so schlecht, dass ich ein “ja” gar nicht mehr verantworten kann und will.

  9. Amardeo Sarma, Homöopathie und randomisierte kontrollierte Studien (RCT) | H.Blog: Homöopathie & Forschung

    am 8. Juni 2009 um 11:19 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Readers Edition: »Die moderne Medizin und ihre natürlichen Feinde« (Kai Beisswenger: »… Seit knapp einem Jahr ziert diese Anschuldigung die Webseite der GWUP, ohne dass sie jemals begründet wurde. Steckt mehr dahinter oder handelt es sich um einen einmaligen „Ausraster“ der Skeptikerbewegung? …«) […]

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