Lyrileison – Neue Lyrik und deren kritische Betrachtung: Teil 15

Kriegsende absolut . . . . . Zum Donnerwetter, schlagt doch mal den Krieg tot, damit sein böses Haupt dann abgeschlagen, in Finsternis begraben endlich ruhen kann! Es sucht den Frieden selbst der Krieg jetzt, so der Schein, und nur die Hektik dieser satten Schicksalsspieler zieht ihn aus den verstaubten

jenpho111111111111.jpgKriegsende absolut
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Zum Donnerwetter,

schlagt doch mal den Krieg tot,

damit sein böses Haupt dann

abgeschlagen,

in Finsternis begraben endlich ruhen kann!

Es sucht den Frieden selbst der Krieg jetzt, so der Schein,

und nur die Hektik dieser satten Schicksalsspieler

zieht ihn aus den verstaubten Requisiten hoch.

Verbannt das Vorspiel auch,

den strammen Gleichschritt,

das blöde Schimmerspiel,

verjagt es auf der Stelle!

Lasst bunte Fahnen wehen für die Kinder,

den Zuckerhut des Witzes zündet an,

vom Weihnachtsbaum die roten Kugeln werft zur Sonne

und spürt den Durst nach tausendfacher Wonne!

Jetzt hört doch endlich auf, die Kreuze euch zu brechen,

euch selbst, die Tiere, die Natur zu treiben in die Finsternis der letzten Stunde

und wie der Blitz aus der gegebnen Spannung die Erde beben lässt, so seid IHR endlich frei!

Schlagt doch dem Krieg den Kopf ab,

begraben, begraben muss er dann ruh`n,

den Kindern ein grauser Schrecken.

Trau dich,

schau, wem er nützt!

Heil nur für Zwerge!

Blättere nach,

du findest:

Früchte des Zorns, der Dummheit, der Gier.

Gefangene suchen den Tod,

Die Freiheit das Leben.

Tod dem Krieg, es darf sein!

Klaus Grunenberg

Kritik

Nun, dieses Gedicht ist ein Aufruf, der es in sich haben mag, doch wer hat schon jemals auf einen Autor gehört, der warnt? Immerhin haben Menschen Bücher gelesen, die etwas Anderes zum Inhalt hatten und haben es bejubelt oder gar danach gehandelt.

Hier wird nun gewarnt, das ist richtig und ist angebracht, meine ich. Trotzdem bezweifle ich, dass auf einmal die Länder ihre Militärhochschulen schließen werden und ihre ganze Kraft auf Friedenswahrung ausrichten wollen. Wo kämen wir denn hin? Schließlich war es doch immer so und wird es auch bleiben.

Bei jedem Staatsbesuch treten Bajonett- bewaffnete Mustersoldaten auf, drohend und zugleich ehrend, ein Bild für das Album der Besonderheiten unserer Welt, in der wir nun mal leben, aber wie lange noch?

Ed Moercke

Gut gebrüllt, Löwe, möchte ich sagen. Es ist korrekt und gefällt mir, was da steht. Warten wir es ab, es könnte sich vielleicht etwas bewegen. Wenn selbst ein hochgerüstetes Land schon quasi um Frieden bittet, könnte sich vielleicht etwas ändern in dieser unheimlichen Beziehung zwischen den Menschen.

Den Frieden auf die Fahne zu schreiben und als Ziel auszurufen oder Flüchtlingen zu helfen bei ihrer Sehnsucht nach Heimat, auf ihrem Weg zurück dorthin, das wäre z.B. ein Ziel.

Gewinne machen ohne Krieg?

Das ist immerhin verträglicher.

Mark Beil-Ritzi

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