Best of Readers Edition – Eine Wochenbilanz

Während ein Blick in den großen trüben Himmel durchaus aufs Gemüt drücken könnte, schafft es ein kleines News Bulletin die Stimmung nachhaltig aufzuhellen. Denn: Genug haben wir gelesen von Webseiten oder Printangeboten, die in den vergangenen Wochen und Monaten eingestellt wurden und zahlreiche Redakteure auf die Straße beförderte. Nun beweist

ruebh.jpgWährend ein Blick in den großen trüben Himmel durchaus aufs Gemüt drücken könnte, schafft es ein kleines News Bulletin die Stimmung nachhaltig aufzuhellen. Denn: Genug haben wir gelesen von Webseiten oder Printangeboten, die in den vergangenen Wochen und Monaten eingestellt wurden und zahlreiche Redakteure auf die Straße beförderte. Nun beweist uns Ronald Plasterk, niederländischer Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft, dass es auch anders gehen kann. Er macht 60 junge Journalisten kurzerhand zu Angestellten der Regierung – zumindest auf dem Papier, gearbeitet wird natürlich weiterhin in den Redaktionen.

Mehr als vier Millionen Euro lässt sich der Staat die Gehälter derjenigen kosten, die bei Kürzungen höchst wahrscheinlich als erste auf der Straße gelandet wären. Ein Hoffnungsschimmer am Polit-Horizont, der sich auch in den nächsten Monaten noch nicht verziehen wird. Herr Plasterk hat nämlich noch mehr in seinem “Staatssäckel”. Weitere acht Millionen stehen für künftige “Presse-Hilfsprojekte” zur Verfügung.

Während wir nun gen Holland schauen und uns nach der ersten Euphorie und bei näherer Betrachtung fragen müssen, ob das wirklich so eine gute Idee ist, haben wir unsere eigenen kleinen positiven Zwischenstücke allerdings nicht vergessen. Hier sind sie, unsere Lesetipps für diese Woche.

Öffentliche Wirkungen – über den großen Teich und zurück.

Bleiben wir an dieser Stelle gleich bei den “lieben Finanzen” und wenden uns gemeinsam mit unserem Autor Georg Erber in Richtung USA. Er titelte schon am vergangenen Samstag “Timotyh Geithner: Täuscht er die Öffentlichkeit beim Stresstest?” und gibt uns damit ein weiteres Mal Einblick in eine Welt, die uns ohne seine Erläuterungen wohl oftmals unerklärlich scheint. Diesmal drehen sich seine Ausführungen rund um US-Finanzminister Geithner, gegen den schwere Vorwürfe im Raum stehen. Ein “Zahlendreher” soll er sein. Seine Glaubwürdigkeit, so ist Erber überzeugt, ist dahin. Und nicht nur dessen Reputation steht auf der Kippe. Auch Barack Obama und seiner Regierung droht ein Glaubwürdigkeitsverlust. Sie sind dem Druck der Wallstreet erlegen und es stellt sich die Frage: Ist der Lack etwa schon ab?

Probleme haben in diesen Tagen jedoch nicht nur Timothy Geithner und Co. Denn Andreas Grieß fragt bereits am letzten Montag “Das grüne Problem – Ein Wahlprogramm, aber keine Partner?“. Denn Bezug nehmend auf den jüngsten Parteitag wurde klar. Ab Herbst wollen die Grünen regieren. Aber bitteschön mit wem? Ampel, Rot-Rot-Grün oder doch lieber ganz anders? Jamaika wird es jedenfalls definitiv nicht. Dahin gehend sind sich alle einig. “Dies führt unterm Strich jedoch dazu, dass etwa ein halbes Jahr vor der Wahl fast feststeht, dass es eine Fortführung der großen Koalition geben wird”, ist sich Grieß sicher und fragt sich mit einer Reminiszenz auf Hessen ernsthaft, ob sich hier noch etwas bewegen könne. Denn “Die Grünen haben aber nicht nur über Koalitionen geredet, sondern auch ihr Wahlprogramm verabschiedet”. Ähnlichkeiten zu einer bestimmten anderen Partei sind offensichtlich…

Erinnerungen – von Tüten und Nachrichten

Verweise auf vergangenes, das sich wieder in die Gegenwart drängt, das ist auch das Thema von Martin Betzwieser, der uns am letzten Mittwoch “Für eine Tüte Brötchen” begeistern möchte. Oder etwa nicht? Nun gut, seine Brötchen-Tüte, an die er sich während seines Artikels erinnert, ist schon eine ganz spezielle Ausführung. Denn gleichzeitig mit seinem Frühstück erhielt er am letzten Freitag auch Werbung des Bundesfinanzministeriums. Nichts Neues, so sein erster Gedanke, genoß die morgendlichen Stunden und besah die Tüte erst nach dem Verzehr etwas näher. Und das war auch gut so. Denn “als ich genau bemerkte, wie die Brötchentüte bedruckt ist, sonst wäre mir wahrscheinlich vor Schreck das Messer aus der Hand gefallen und / oder das Brötchen im Hals stecken geblieben”. Was danach passierte, das sei an dieser Stelle jedoch nicht verraten…

Rückblicke erreichen uns in diesen Tagen auch aus Großbritannien. Unser Autor Art Bleiglass gibt sich mit einer neuen Serie die Ehre. “Heute vor einem Jahr” lautet sein wöchentlicher Beitrag, um Vergangenes zu neuem Leben zu erwecken. Stichpunktartig holt er einschneidende Ereignisse zurück und unterstützt diese mit bewegten Bildern. “Ich hoffe, man wird sich an die eine oder andere vergessene Schlagzeile erinnern…”, schreibt er den Lesern am Ende seines ersten Teils. Und wir hoffen mit ihm.

Geradewegs durch den Parteien-Dschungel: Politiker stehen Rede und Antwort

Manchmal melden sich Autoren zu Wort, von denen unsere Leser-Gemeinde schon lange keine Zeile mehr vernommen haben. Von Zeit zu Zeit geschieht dies auch in besonders gelungener Art und Weise. Erst heute durften wir gemeinsam mit unseren Lesern erneut eine solche Erfahrung machen. Thibaud Roth, das letzte Mal Anfang 2008 aktiv, meldet sich zurück und gibt mit “‘Unser Ziel ist eine bürgernahe Europäische Union’ – Interview mit Markus Ferber” einen absolut lesenswerten “Neuanfang”. “In vielen deutschen Städten sind die Wahlplakate der Parteien schon seit Wochen unübersehbar”, läutet er das Gespräch mit Markus Ferber, Mitglied des EU-Parlaments für die CSU, ein. “Sie werben um die Gunst der Wähler und für den Einzugs ins Europäische Parlament. Doch wie soll man sich da zurechtfinden? Wofür steht welche Partei? Von wem werden meine Interessen am besten vertreten?” Unser Autor will Aufschluss geben und hat sich den Spitzenkandidaten verschiedener Parteien angenommen. Von Motivation bis Kooperation reicht das abgehandelte Themenspektrum in seinem heutigen Beitrag. Wir sind schon jetzt gespannt auf alles, was da noch folgen wird.

Diesen Abschluss können wir nun getrost allen Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Lesern sowie Kommentatoren und Kommentatorinnen mit auf den Weg geben. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und vor allem ein schönes, wenig trübes Wochenende. Machen Sie’s gut. Wir lesen uns nächsten Freitag.

Ihre Redaktion Readers Edition

Photo Quelle/Copyright: wrw, via pixelio.de

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