Ich will mich betrinken.
Schlechte Zeiten vergessen.
Gute Zeiten erleben.
Komm schon, sieh in mein Herz.
Mein Ausschnitt ist schließlich tief genug!
Im selben Rhythmus trinken, wie der Bass mein Herz hüpfen lässt.
Das Dröhnen schlüpft in den Herzschlag. Steigt. Steigt. Die Luftröhre hinauf. Verbreitet sich im ganzen Brustkorb. Im Gehirn. Atmen. Im Takt. Das Atmen nicht vergessen. Das Trinken. Der Geruch, die Hitze, die Stimmen, die Menschen. Alles erschlägt mich. Eigentlich. Eigentlich noch ein Bier.
Peter Fox. Hände an meinen Handgelenken. Tanzen. Das Bier schaukelt mit, weniger im Takt, als im Rhythmus. Meine Beine bewegen sich ohne mich. Die beiden brauchen weder mich, noch mein lästiges Gehirn. Meine Arme fliegen in die Luft… ich bin bereit. Bereit zu vergessen. Bereit für Härteres. Tequila, Sambuca, Yani Raki? Alles egal. Hauptsache da. Alles da. In mir. Vergessen, trinken, tanzen. Und das Atmen nicht vergessen.
Der Alkohol füllt mich. Dringt vor, in die kleinsten der kleinsten Ritzen.
Von oben, bis unten. Für nichts anderes Platz. Kein Platz für die Steine im Magen. Die gegessenen sieben Geißlein. Alle betrunken. Alkohol löst Steine auf. Keine Leere mehr. Ich bin voll.
“God is a DJ” dröhnt es und singt und ich hasse Techno und dieses Lied und trotzdem bewegt sich mein Fuß zögernd. Es dröhnt… es schlägt… in meinem Kopf, in meinem Körper… bumm, bumm, bumm…
Und ja verdammt, God is a DJ, aber ich mag seinen Musikgeschmack nicht! Das hier sind keine Lieder zu denen ich tanze!
Noch ein Bier in meine kleinen Hände. Das kühle Glas, wie es perfekt in meine Hand passt. Als wäre es nur dafür geschaffen worden. Nur für mich. Nur für heute Nacht. Und wie der Beat mein Herz tanzen lässt, meine Ohren dröhnen lässt, meine Gedanken rasen lässt… weiter… weiter… bis die Sonne aufgeht und meine Haut golden färbt während ich nach Hause taumle, in mein Bett krieche. Sonne ist böse.
Es gibt kein danach.
Deine Hände sind kalt, du tanzt nicht, aber du lächelst sehr schön. Vielleicht bin ich dir zu jung, vielleicht sind dir meine Brüste zu klein, und meine Haare zu kurz. Vielleicht bist du mir zu alt. Vielleicht noch ein Bier… dann… wen interessiert das schon?
Du kennst mich nicht.
Du bist so weich, als ich mich an dich lehne. Und sanft. Deine Hände. Deine Wangen. Und der noch nicht betäubte Teil von spürt etwas. Kribbeln. Reagiert.
Du und ich und ja, es gibt kein Morgen, nur das jetzt. Nein. Nicht vernünftig sein. Ich schwanke.
Ich schwanke zwischen vernünftig sein und verrückt.
Zwischen rastlos denken und rastlos tanzen.
Zwischen dir und mir.
Und ja… lass uns unvernünftig sein. Nur einmal. Nur heute.
Und morgen sind wir wieder du und ich. Morgen sind wir wieder wie immer. Langweilig. Gewöhnlich. Vernünftig. Nüchtern.
Photo Quelle/Copyright: Rainer Sturm, via pixelio.de
Traurig, so ein Leben.