Der Europawahlkampf im Blick

Am 7. Juni ist Europawahl: Doch bereits jetzt werben die Parteien allerorts mit Plakaten und TV-Werbespots um die Stimmen der Bundesbürger. Es ist an der Zeit, sich die Kampagnen der sechs großen Parteien einmal genauer anzusehen. Mit welchen Mitteln wird versucht zu überzeugen? Welche Aussagen werden übermittelt? Im nachfolgenden Teil

cdu-ew1.jpgAm 7. Juni ist Europawahl: Doch bereits jetzt werben die Parteien allerorts mit Plakaten und TV-Werbespots um die Stimmen der Bundesbürger. Es ist an der Zeit, sich die Kampagnen der sechs großen Parteien einmal genauer anzusehen.

Mit welchen Mitteln wird versucht zu überzeugen? Welche Aussagen werden übermittelt? Im nachfolgenden Teil seiner Analyse betrachtete er die Wahlwerbung von CDU und CSU. Dabei stieß er auf wenig Konkretes- und ein bisschen Sonja Zietlow.

Die CDU geht konservativ in den Europawahlkampf. Und das nicht nur in der Themenwahl. Auch die Plakate sind sehr “gewöhnlich”. Es gibt drei verschiedene Plakat-Typen. Zum einen das Plakat mit Spitzenkandidat Hans-Gerd Pöttering und zum anderen zwei Reihen mit “Wir in Europa”-Plakaten. Alle Plakate findet man hier.

cdu-ew2.jpgDer Fokus wird bei beiden Plakatreihen auf die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik gelegt. Dennoch sind die Aussagen sehr schwammig. “Arbeit schützen und schaffen” beispielsweise wollen sicherlich alle Parteien. Welche genauen Ziele verfolgt werden, bleibt offen. Noch deutlicher wird das beim Plakat “Für den Weg aus der Krise”.

Kernslogan ist jedes Mal “Wir in Europa” (es gibt auch ein Plakat allein mit dem Schriftzug). Mit “wir” ist Deutschland gemeint. Die unterschwellige Aussage ist also, dass die CDU deutsche Interessen vertrete – andere eher nicht. Diese Botschaft ist mir persönlich zu national, vor allem in einen Europawahlkampf.

Zum Werbespot:

Der Spot greift die Plakataussagen auf, führt diese jedoch weiter aus. Szenisch und musikalisch ist der Clip gut gemacht. Außerdem wirkt das “wir” hier nicht so national, wird auch auf die CDU bezogen. Womit sich die CDU wirklich von anderen Parteien abgrenzt, wird im Clip jedoch nicht klar, die Position bleibt schwammig. Ein weiterer Kritikpunkt: Am Ende sagt der Sprecher: “Dafür haben wir eine starke Stimme“. Was folgt ist jedoch keine starke Stimme, sondern ein von Angela Merkel betonungslos, leise und fast schon lustlos vorgetragenes „Wir in Europa“. Ob diese Aussage die Antwort auf alle Probleme sein soll, fragt sich dabei nicht nur die Konkurrenz.

Fazit: Keine großen Tretminen, aber auch nichts besonders spektakuläres. Die CDU-Positionen sind recht unpräzise, eine klare Abgrenzung fehlt.

CSU
An dieser Stelle auch kurz ein paar Worte zur Schwesterpartei CSU. Diese hat sich in ihrer TV Werbung weniger Mühe gemacht (zu sehen hier). Der Spot besteht lediglich aus einer Ansprache von Horst Seehofer. Das wirkt einfallslos und langweilig. Zudem wir das “nationale” hier auf Länderebene runter gebrochen (“nur wer CSU wählt, gibt Bayern eine eigene Stimme in Europa”). Für mich als Hessen bzw. NRWer wirkt vor allem die Aussage “[…]in Deutschland müssen wir für eine steuerliche Entlastung der Bürger sorgen und in Bayern wollen wir Arbeitsplätze sichern…” sehr bedenklich. Arbeitsplätze also nur in Bayern? Ungeschickt, vor allem wenn man bedenkt, dass die CSU nur in Bayern gewählt, aber überall sonst verhindert werden kann. Mehr dazu zu gegebener Zeit im “Wenn kann man wählen-Fazit”.

Noch schlimmer ein weiterer CSU-Spot. Hier werden die zehn Spitzenkandidaten vorgestellt – im Stile von Sonja Zietlows “Die 10 peinlichsten TV-Momente”. Nur schlimmer. Hier gibt es den Spot.

Fazit: Die Videos wirken, als seien sie in fünf Minuten produziert. Zudem haben sie einen teils lächerlichen Touch. Die Aussagen bringen zum Teil die anderen Bundesländer gegen die CSU auf.

Bisherige Wahlkampfanalysen finden sich auf griess.wordpress.com: SPD, Grüne, Linke

Es folgt: FDP

Hinweis: Wahlwerbung gibt es viele und fast täglich neue. Dieser Beitrag erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und/oder Richtigkeit.

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