Nach einem kurzen Winterschlaf, kehrt der gefürchtete Ammar 404 zurück und hat wieder einmal die tunesische Blogosphäre angegriffen. Ammar ist der Spitzname, den tunesische Blogger der Zensiermaschine, die ihren Internetzugang plagt, gegeben haben. Das Opfer diesmal ist der Zig Zag Blog von 3amrouch. Es scheint, der Blog wurde zensiert, weil er Screenshots einer kanadischen Zeitung wiederveröffentlichte, die ein Immobiliengeschäft enthüllte, in dem der Schwiegersohn des tunesischen Präsidenten, Mohamed Skhr El Matri eine Villa in Kanada für eine Unsumme erwarb – eine Information, die die tunesische Regierung versucht vor seinen Bürgern zu verheimlichen.
Viele Blogger schrieben über diese Zensur und verurteilen sie.
Samsoum schrieb:
“3amrouch’s Blog wurde dafür zensiert, öffentliche Informationen einer kanadischen Zeitung, die jedem zugänglich ist nachzudrucken. Um Solidarität zu zeigen, werde ich ebenfalls den Link zu der kanadischen Zeitung veröffentlichen. Diese zeigt auf Seite 10 das Immobilengeschäft dass sie um jeden Preis verheimlichen wollen. Lasst sie doch diesen Blog auch zensieren!!!
‘Thoughts of an ex-Muslim’ (Gedanken eines ehemaligen Muslims) schrieb:
‘So lange er nicht aufruft zu Hass, Gewalt oder terroristischen Handlungen, Nein zur Zensur ohne klare, offene, vernünftige und richterliche Entscheidung. Nein, zur Zensur für die Kritik an Korruption. Der dumme Mensch der die Zensur Entscheidung fällte um Sidi Bouhjar (der Name der Sakhr El Materi gegeben wurde), hilft 3amrouch seinen kleinen Herren zum Fall zu bringen.’
Ordinary Stories (gewöhnliche Geschichten), bloggte:
’3amrouch’s Blog wurde zensiert, weil er ein Thema ansprach, das diejenigen, die für Schutz und Sicherheit zuständig sind, missfiel. Trotz der Tatsache, dass wir diese Methoden nicht billigen, versteht Ammar nicht. Er versteht es jetzt nicht und er wird es nicht verstehen. Aus diesem Grund werde ich gerade das Thema, das vermutlich der Grund für die Zensur ist hier wiederveröffentlichen.’”
Dieser Beitrag von Global Voices Advocacy erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Veronica Bauer, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.
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