Funktionale Medizin, die Rettung des Gesundheitswesens. Teil I

Die Überforderung der Bürger und der öffentlichen Kassen durch die jedes Jahr steigenden Kosten für den Betrieb des Gesundheitswesen ist seit Jahrzehnten ein bekanntes Problem. Die Bürger müssen immer größere Anteile von ihrem Einkomen für Gesundheitsvorsorge und Beteiligung an den Krankheitskosten ausgeben. Aber es kommt in diesen Tagen noch viel

sassi.jpgDie Überforderung der Bürger und der öffentlichen Kassen durch die jedes Jahr steigenden Kosten für den Betrieb des Gesundheitswesen ist seit Jahrzehnten ein bekanntes Problem. Die Bürger müssen immer größere Anteile von ihrem Einkomen für Gesundheitsvorsorge und Beteiligung an den Krankheitskosten ausgeben. Aber es kommt in diesen Tagen noch viel Toller. Nachdem der CDU-Vorständler Philipp Mißfelder die missliche Äußerung tat, dass es aus Kostengründen im hohen Alter keine künstlichen Hüften mehr gebendürfte, wird jetzt auf breiter Front propagiert, dass Heilbehandlungen nicht mehr nach Bedarf, sondern nur noch nach der Verfügbarkeit der Mittel gewährt werden sollen. (Vgl. hierzu hier http://www.deutschlandmed.de/deutsch/gesundheitspolitik/gestrichen.html und hier http://www.kv-infos.de/vergleich/reformen/reformen.html)

Da kommen den Kassen gerade Forderungen zupass, dass auch präventive Gesundheitsmaßnahmen von ihnen bezahlt werden sollen. Die Intention der Präventologen geht zwar dahin, den Unsachen von Krankheiten besser nachzugehen und dafür zu sorgen, dass Krankheiten gar nicht erst aufkommen. Als Beispiel wird immer die alte chinesische Praxis gezeigt, die den Arzt besser entlohnte, wenn die von ihm betreuten Menschen gesund blieben. Gegen den Widerstand der Pharmazie und der klassischen Medizin wird es keine Versuche in solche Richtungen geben. Strategisch kann es den Herstellern von Arzneimitteln ja nicht gefallen, wenn das “Krankengut” durch präventive Maßnahmen drastisch verringert wird. Im selben Umfang verringern sich nämlich ihre Gewinne. Also bleibt alles beim Alten und das Gesundheitswesen steht neben den Banken und den öffentlichen Kassen vor dem endgültigen Kollaps?

Ich meine, dass es eine neue Chance gibt, neben dem bestehenden System, das den Gesundheitsstatus der Menschen bis auf gelegentliche uneffektive Appelle an kluges Ess- und Bewegungsverhalten weitestgehend auf sich beruhen lässt und erst einschreitet, wenn sich greifbare Krankheiten entwickelt haben, ein preiswertes System der präventiven Medizin zu installieren. Die klassische Medizin wird nach der Realisierung dieser Änderung wie bisher gebraucht werden. Nur wird der Umfang der Inanspruchnahme allmählich reduziert, wenn das neue System in das Alte integriert wird. Ich spreche von der funktionalen Medizin. Diese beschäftigt sich mit dem Gesundheitszustand den Menschen von der Wiege bis zur Bahre und hilft Krankheiten bereits an der Entstehung zu hindern, indem sie die komplexen Wirkzusammenhänge im menschlichen Körper regelmäßig kontrolliert und insbesondere durch richtige Ernährung und Beseitigung störender Faktoren wie schädlicher Umwelteinflüsse für eine jederzeit optimale Funktion des menschlichen Körpers, des Gemüts und des Geistes sorgt.

Inwieweit das heutige System des fast auschließlichen Kampfes zur Beseitigung störender Symptome der immer zahlreicheraufkommenden Krankheiten zur Bezahlung der Kosten der lebenslangen ärztlichen Betreuung der gesunden oder noch nicht kranken Menschen heranziehen lässt ist derzeit nicht abzusehen. Aufhalten lässt sich die Entwicklung nicht, was die Entwicklung in den USA zeigt, in der die “functional Medicine” in voller Blüte steht und bereits von Millionen gefragt wird. Die Interessierten tragen die Kosten der Betreuung und der benötigten Hilfsmittel im Zweifel selbst. Wenn die Verantwortlichen in unserem anders strukturierten Gesundheitswesen einmal erkennen, welche Erleichterungen durch die funktionale Medizin auf sie zukommen, können wir damit rechnen, dass auch wir in viel größerer Zahl als bisher darauf setzen, uns genauer um die Funktionen unseres Körpers und Geistes zu kümmern und die nötigen Schritte zu tun, die uns ein hohes Alter in guter Gesundheit ermöglichen.

Herausragender Vertreter der neuen funktionalen Medizin ist Dr. Klaus Dietrich Runow, Jahrgang 1955, der als erster deutscher Arzt in den USA seine Umweltmedizinprüfung absolviert hat. Er verfolgt seither die rasante Entwicklung der gesamten internationalen Forschungen auf  diesem weiten Gebiet. Nach Vorträgen in vielen Ländern der Erde erhielt er vom Bundespräsidenten im Jahre 2006 den renommierten B.A.U.M. – Umweltpreis verliehen. Seit 2009 praktizieren Runow und sein Team vom Institut für Umweltmedizin (IFU) in Wolfhagen bei Kassel. Sein neues beim Süwest – Verlag aufgelegtes Buch “Wenn Gifte auf die Nerven gehen” deutet mit dem Titel zwar eher in eine allein umweltbezogene Richtung. Indem ich nachfolgend einige spannende Sequenzen aus dem Buch vorstelle, kann ich aber ganz deutlich aufzeigen, dass es Runow um die Erfassung aller lebenswichtien Funktionen des Menschen geht. Demzufolge sieht er neben der Beseitigung der umweltbedingten Störungen einen gleichen Schwerpunkt bei der Ernährungs- und Nährstoffmedizin, die nach seinem Dafürhalten auf dem Wege zu sein scheint, zur Schlüssel- oder Basismedizin der Zukunft zu werden (S. 43).

Nach dem klugen Vorwort von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer S. 9 – 13) vom Gröneyer-Institut für Mikrotherapie beschreibt Runow auch als Erstes das Wesen der Funktionalen Medizin und führt in sie ein. Wie sehr uns Gifte auf die Nerven gehen, die gar nicht einer gefährlichen Umwelt entstammen, sondern ganz zwangsläufig täglich allein dadurch entstehen, dass wir ständig Sauerstoff einatmen müssen, um überhaupt leben zu können. Dazu schreibt er wörtlich:

“Besonders empfindlich sind dieals Kraftwerke der Zelle bezeichneten Mitochondrien. In den Mitochondrien werden täglich bis zu 500 l molekularer Sauerstoff verstoffwechselt – 1 – 2 % davon zu reaktiven Sauerstoff-Spezies (oxidativer Stress = oxidative Radikale). Wenn Umweltgifte die Mitocheondrien – und damit die Energieproduktion – beeinträchtigen, kommt es zu einer Einschränkung der Entgiftungsleistung.” 

Für die Entgiftung des Redoxpotenzials, der freien Radikale, verbraucht unser Körper nach Angaben von Grunow sage und schreibe 80 Prozent unserer gesamten Energieproduktion! Wir haben daher jeden Anlass, durch die richtige Ernährung für die Funktionsfähigkeit unserer Mitochondrien zu sogen. Wehe, wenn wie bei uns fast generell, die unzureichende Vitalstoffversorgung der 100 Billionen Körperzellen mit ihren Mitochondrien noch durchUmweltgifte, beispielsweise über schadstoffbelastete Luft oder über pestizidbelastete Lebensmittel, zusammen kommen!

Grönemeyer weist in seinem Vorwort darauf hin, dass mit der Entwicklung ständig neuer chemischer Produkte (s. auch meinen RE-Beitrag zu PAK; Grunow zum Thema S.37 f.) und gentechnisch veränderter Nahrung unsere Körper zunehmend mit “Fremdstoffen” belastet werden. Der Körper ist darauf programmiert, solche Fremdkörper los zu werden. Überschießende Reaktionen unseres Immunsystems können dazu führen kann, dass bereits ein einziges Schadstoffmolekül (!) einen anaphylaktischen Schock und den Tod auslösen kann (S.10).

Runow greift viele eklatente Fälle zu den Umweltgefahren heraus. Gerade höre ich von dem populärsten Experten in den USA, Dr. Mercola, über Gefahren im täglichen Leben, die bei uns nicht einmal öffentlich angetippt werden. Es geht um die Nebenprodukte im Trinkwasser, die sich aus dem für sich schon giftigen Chlor und mitbeförderten organischen Material zwangsläufig Entwickeln (disinfection byproducts [DBP’s]), die doch mehr als 10.000 Mal so giftig sein sollen wie das Chlor selbst. Da wird insbesondere das Duschen und Baden mit solchem Wasser zur Gefahr, weil diese Gifte vielfach besser durch die Haut ins Blut geangen als über den Verdauungstrakt (was ich auf dem Papier nicht vermutet hätte).

Noch einmal kurz zum Vorwort von Grönemeyer. Er weist darauf hin, dass es nächst der Funktionalen Medizin/Umweltmedizin demnächst auch gehen wird um die baubiologische Planung, bei der künftig auch medizinische Gesichtspunkte beachtet werden müssen. Ein wichtiger Hinweis! Ich hatte früher schon auf die Bedeutung der Architekturpsycholgie hingewiesen. (Vgl. hierzu: https://www.readers-edition.de/2009/03/01/schulen-fuer-die-zukunft-architektur-fuer-menschen  und https://www.readers-edition.de/2007/03/13/bauen-am-menschen-vorbei-architektur-der-zweiten-haelfte-des-20-jahrhunderts)

Großen Wert legt Runow darauf, dass wir zur Wahrung unserer Gesundheit konsequent Zellschutz, insbesondere Nervenzellschutz betreiben, weil feststeht, dass die Aufnahme giftiger Substanzen aus unserer Umwelt im Verein mit unzureichender Zellernährung immer schneller zu einer Belastung des Nervensystems führt, was er als “Gehirnverschmutzung” bezeichnet (S. 15), die einen Anstieg der neuerodegenerativen Erkrankungen (Demenz, Alzheimer, Parkinson) und die Minderung der menschlichen Intelligenz (!) zur Folge hat. (Siehe dazu auch  http://www.google.de/search?hl=de&q=Christopher+Williams+Endstation+Gehirn&btnG=Suche&meta=)

Runow legt Wert darauf, dass die funktionale Medizin keine neue alternative Medizin ist. Sie führt zu dem notwendigen Paradigmenwechsel on einer Mainstream-Medizin, die einen  Krieg führt, der den Menschen als Schlachtfeld betrachtet, “was der Fall ist, wenn man potente Immunsupprimierende Mittel einsetzt” (S. 17) hin zu einer fundierten patientenorientierten Medizin, die Therapien auf der Basis moderner pathophysiologischer Entwicklungen entwickelt. Er setzt sich mit sichtbarem Bedauern von den von der Schulmdeizin enttäuschten Kollegen ab, die sich “in den letzten Jahren von wissenschaftlichen Laboranalysen abgewandt haben” und sich mehr für paramedizinische Methoden entschieden haben – darunter Bioresonanz, Pendeln und Kinesiologie (S. 19). (Siehe hierzu auch meine RE Beiträge http://www.readers-edition.de/2009/05/15/schlafstoerungen-entmystifiziert-und-behoben,https://www.readers-edition.de/2008/01/03/tensor-pendel-kinesiologie-fehlende-plausibilitaet und http://www.readers-edition.de/2009/05/15/schlafstoerungen-entmystifiziert-und-behoben)

In Teil II werde ich aus dem Buch von Runow einige hochaktuelle Höhepunkte bezogen auf einzelne Krankheiten herausgreifen, die Fachleuten und Laien verdeutlichen, wie umfassend die funktionale Medizin sich zusammen mit der Schulmedizin zur Förderung der allgemeinen Gesundheit in unserer Gesellschaft und zur wirtschaftlichen Sanierung des Gesundheitswesens verbinden.

Photo Quelle/Copyright: sassi, via pixelio.de

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