Es gibt Begebenheiten, da reibt sich auch das Afro Project Team, Organisatoren des Africa Festivals in Würzburg, verwundert die Augen. Bereits am vergangenen Montag, also ganze vier Tage zu früh, tauchten die ersten Campingbusse aus dem fernen England vor dem Festivalgelände am Ufer des Mains auf. “Manchmal ist nich nur ein zuverlässiges Navigationsgerät, sondern auch ein solcher Kalender nicht verkehrt”, schmunzelte Pressesprecher Christian Raith in Anbetracht dieser Szenerie. Insgeheim jedoch dürfte es ihn und seine Kollegen jedoch mächtig gefreut haben, dass es so mancher Fan kaum mehr erwarten kann…
Nun sind es nicht mal mehr 48 Stunden bis die 21. Ausgabe des Traditionsevents in der altehrwürdigen Universitätsstadt am 29. Mai seine Pforten öffnet. Nur zu gut hat das “Readers Edition on Tour”-Team die vielen bunten Eindrücke und musikalischen Highlights der letzten Jahre noch in Erinnerung. Jetzt wurde die eingespielte Maschinerie auf ein Neues angeworfen und die unzähligen bekannten Gesichter versammeln sich wieder einmal in geselliger Runde.
300 Helfer stemmen das Mammutprojekt
“Es ist wie ein Trichter”, erklären die Aufbauleiter David Limmer und Kurt Adler das organisatorische Geheimnis hinter dem Mammutprojekt. Sobald das Gelände von den 300 helfenden Händen bevölkert ist, zeige sich, wie gut im Vorfeld gearbeitet wurde. Rund 150 Zelte sind in diesen Tagen aufgestellt worden, 500 Quadratmeter Bühnenfläche stehen bereit. “Bisher ist alles reibungslos verlaufen”, lassen sie wissen. “Wir sind so gut im Zeitplan wie noch nie und Blut ist bis jetzt auch noch keines geflossen.”
Und hoffentlich bleibt das auch so. Immerhin herrscht nicht nur innerhalb des Afro Project Teams, sondern auch weit über heimische Landesgrenzen hinweg eine durchwegs euphorische Stimmung. Die unzähligen hochkarätigen Künstler (wir berichteten) dürften hierzu ebenso beigetragen haben wie so manch Neuerung im Programm und auf dem Gelände: angefangen vom edlen Weinzelt bis hin zum ausführlicheren Kinderprogramm, das heuer erstmals ein Theaterstück präsentieren wird. Das Ergebnis: Die Dauerkarten für Samstag und Sonntag sind schon jetzt im Vorverkauf ausverkauft und lediglich noch ein Contigent von 300 bis 400 Karten pro Abend an der Festivalkasse am Haupteingang ab Freitagmorgen 10.00 Uhr erhältlich.
Das Internet als Spiegel der Fans
Wie begehrt die viertägige Veranstaltung jedoch wirklich ist, das erfahren Christian Raith und sein Team jedoch vor allem über persönliche Nachrichten aus dem Internet. Da meldet sich nicht nur eine ganze Trommelschule zu einem Ausflug nach Würzburg an, sondern auch alte Bekannte geben so manch kleine Anekdote aus ihrer Heimat. Sie schreiben von ihrer privaten Lebenssituation – zum Beispiel, dass sie heuer ausdrücklich ohne ihre Mutter anreisen -, spielen auf hiesige Diskussionen rund um einen Stadtslogan an und wünschen deshalb explizit Würzburg heuer “auf Weltniveau” zu sehen oder aber bestellen Eintrittskarten aus dem fernen Südafrika (wo Camagwini übrigens gerade ihre “Farewell-Party” über die Bühne brachte, um sich vor ihrer Reise nach Deutschland von ihren Fans zu verabschieden), um diese dann allerdings bei deutschen Freunden anliefern zu lassen, damit ja kein Highlight verpasst wird.
“Von der afrikanischen Lebensfreude anstecken lassen”
Dem “Readers Edition on Tour”-Team wird sicherlich ebenso wie den anderen rund 100 Medienvertretern keines durch die Lappen gehen. “Hier hat jeder die Möglichkeit, sich bei fesselnden Rhythmen und Melodien von der afrikanischen Lebensfreude anstecken zu lassen und Einblicke in die kulturelle Vielfalt Afrikas zu gewinnen”, hat nämlich nicht nur uns der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch mit auf den Weg gegeben. Er, aber noch viele weitere Persönlichkeiten mehr werden am kommenden Freitag um 17.00 Uhr das 21. Africa Festival offiziell eröffnen und der traditionellen Verleihung der Festival Awards für besondere Leistungen beiwohnen.
Gemeinsam mit dem Afro Project Team freuen wir uns nun auf vier wundervolle Festivaltage und hoffen, dass der diesjährige Fokus “bedrohte Völker und Kulturen” auf ähnlich viel Publikumsresonanz stößt wie die Themenschwerpunkte der vergangenen Jahre und sich “auf dem besten Basar nördlich von Marakesh”, wie es einst der bekannte Künstler Khaled formulierte, auch heuer wieder mehr als 80.000 Menschen zu einer friedlichen Feier zusammenfinden. Wir freuen uns auf Euch!
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