Africa Festival 09: Eintauchen in eine andere Welt

Spielen, toben, viele neue Dinge entdecken: das ist seit Jahr und Tag fester Bestandteil des Würzburger Africa Festivals. Ob Geschichtenerzähler, Zauberer, Clowns oder viele Leinwände, die zum eigenen Kreativwerden einladen, die Kleinen haben viel zu tun, während ihre Eltern den internationalen Stars lauschen oder sich zwischen den Basarständen tummeln. An

kongo.jpgSpielen, toben, viele neue Dinge entdecken: das ist seit Jahr und Tag fester Bestandteil des Würzburger Africa Festivals. Ob Geschichtenerzähler, Zauberer, Clowns oder viele Leinwände, die zum eigenen Kreativwerden einladen, die Kleinen haben viel zu tun, während ihre Eltern den internationalen Stars lauschen oder sich zwischen den Basarständen tummeln. An diesem Samstag warten die Organisatoren jedoch mit einer echten Weltpremiere auf. Pünktlich um 15.30 Uhr hieß es: “Kongobongo – Ein Abenteuer im Herzen Africas“.

Von den fränkischen Mainwiesen mitten hinein in den Regenwald

Der Eintritt in das eigens für Kinder aufgestellte Zirkuszelt kam an diesem Nachmittag dem Eintauchen in eine andere Welt gleich. Gebannt, aber vor allem dicht gedrängt, hatten unzählige Kids samt ihren Eltern Platz genommen. Mit leuchtenden Augen folgten sie nun den Geschehnissen, die sich Wolfgang Salomon vom hiesigen Theater am Neunerplatz eigens für das diesjährige Festival und mit Blick auf die jüngsten Besucher im Vorschulalter ausgedacht hatte. Und so wurden diese zunächst in Dunkelheit gehüllt, um dann ganz unvermittelt von den fränkischen Mainwiesen mitten hinein in den Regenwald katapultiert zu werden.

Wie das so plötzlich geschehen konnte, ist Außenstehenden am Besten wie folgt zu erklären: Erika Mustermann, eine der Protagonistinnen des Stücks, hat in einem Preisausschreiben einen Ballon-Flug über den Regenwald gewonnen. Zusammen mit ihren beiden Kindern Otto und Anna startet sie ihre große Fahrt. Doch oh weh: wegen eines Unwetters muss die Gruppe notlanden und zwar genau in dem Gebiet, in dem die “Bayaka Pygmäen” ihr Zuhause haben. Dass dies jedoch ein wahrhaft schicksalsträchtiger Zufall sein sollte, wird erst später klar…

Denn zusammen mit einigen Pygmäenkindern, die die “weißen Engerlinge” vor dem Verdursten – und das mitten im Regenwald! – retten, bestehen sie fortan einige spannende Abenteuer. Da wird getrommelt und getanzt, das schöne und grüne Leben genossen. Aber was wäre ein echtes Abenteuerstück für das Africa Festival, wenn nicht auch hier so manch Problem dieser Region angesprochen werden würde. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, warum ganz plötzlich der böse Gunther Geier auftaucht, der mitten in der Idylle eine “Regenwaldabholzfabrik” errichten möchte. Das Unglück scheint seinen Lauf zu nehmen. Die Motorsägen knattern bereits in dem idyllischen kleinen Dorf und die ersten Urwaldriesen fallen dem perfiden Plan von Gunther Geier zum Opfer. Erst mit Hilfe der Tiere des Regenwalds scheint Rettung in Sicht…

Toleranz und spannende kulturelle Unterschiede

Das etwa einstündige Stück in authentischer Dschungel-Atmosphäre passt, da ist sich der “Vater” Wolfgang Salomon sicher, gut zum diesjährigen thematischen Schwerpunkt des Rahmenprogramms, “bedrohte Völker”. Die Geschichte rund um Erika Mustermann und ihre Kinder drehe sich vor allem um Toleranz, spannende kulturelle Unterschiede, handelt allerdings auch vom Raubbau im Regenwald. Eine Sache war dem Theatermacher jedoch ganz besonders wichtig: Hier spielen Kinder für Kinder. Ein “Menschenzoo-Syndrom”, das es in einem solchen Zusammenhang unbedingt zu vermeiden gilt, komme so gar nicht erst auf.

Gemeinsam mit Regisseurin Heike Mix, Franzi Stulle, zuständig für die Kostüme und Sven Höhnke, der sich für das liebevoll ausgestaltete Bühnenbild samt Licht verantwortlich zeichnet, ist es ihm gelungen, die gerade heranwachsende Generation aus ihrem deutschen Alltag herauszuholen und sie ganz spielerisch nicht nur für fremde Kulturen zu begeistern, sondern auch auf Probleme aufmerksam zu machen, mit denen sie normalerweise nicht konfrontiert werden würden.

Zu sehen ist das afrikanische Abenteuer noch am morgigen Sonntag sowie am Montag, jeweils um 15.30 Uhr. Ab dritten Oktober beginnt die spannende Reise dann vom Theater am Neunerplatz.

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