Die Bibel – Gekürzt und getwittert

Längst ist auch den Kirchen klar geworden, dass sie weitaus mehr Menschen erreichen können, wenn sie neue Kommunikationsformen aktiver nutzen. Immer stärker wird auf das Internet gesetzt. Ab September will die EKD eine neue Plattform namens ‘evangelisch.de’ an den Start bringen. Bis dahin wird die Internetseite aber auch schon für

bibi.jpgLängst ist auch den Kirchen klar geworden, dass sie weitaus mehr Menschen erreichen können, wenn sie neue Kommunikationsformen aktiver nutzen. Immer stärker wird auf das Internet gesetzt. Ab September will die EKD eine neue Plattform namens ‘evangelisch.de’ an den Start bringen. Bis dahin wird die Internetseite aber auch schon für andere Projekte genutzt, zum Beispiel für einen Rekordversuch: Die Bibel twittern.

Vom 20. Mai bis Pfingstmontag die ganze Bibel kürzen und in rund 4000 140-Zeichen-Nachrichten veröffentlichen, so lautete das Ziel.

Ein Weltrekord sollte aufgestellt werden und wurde aufgestellt. Im Internet und bei Veranstaltungen wie dem Kirchentag in Bremen wurden die 4000 Textstellen, in die die Bibel zuvor unterteilt worden war, an Interessierte verteilt. Sie sollten diese auf 140 Zeichen kürzen.
“Die meisten sind relativ aufgeschlossen und interessiert, alleine: ‘Weltrekord’, das lockt die meisten schon”, sagte Jessica Völker gegenüber dem Deutschlandradio Kultur.

Der ursprüngliche Gedanke dahinter war aber natürlich nicht, allein einen ‘Bibel-Weltrekord’ aufzustellen.

“Jesus ist auf Berge gestiegen, auf Seen gepaddelt, hat gesagt: Passt euch an an das, was die Leute machen, und ich denke, er hätte auch gesagt: wenn die Leute heute twittern, dann sollen sie twittern und dann twittern wir mit, und es geht auch nicht darum, das Wort Gottes zu verfälschen, sondern zu interpretieren. … es ist ganz wichtig, dass sich mal wieder Menschen mit dem Wort Gottes auseinander setzen, und dass sie es schaffen, den Kern zu erfassen”, so Melanie Huber, Portalleiterin bei evangelisch.de, deren Idee das Projekt war.

Ein weiterer, wahrscheinlich viel wichtigerer Nebeneffekt war, dass durch das Medium twitter auf einmal Leute, die sonst nie auf die Idee gekommen wären, Bibelverse zu lesen, genau das taten und sich vielleicht sogar mit diesen auseinandersetzten.

Es ist bekannt, das twitter nicht allein das Medium der Jugend ist.

Im Gegenteil, viele von ihnen kennen twitter gar nicht. Es ist vielmehr das Medium der 30+ Generation und bedient insofern genau die Zielgruppe, die die Protestanten mit dieser Aktion erreichen wollten. Trotzdem war ein nicht wegzudenkender Teil der Teilnehmer weit unter 30. Die verschiedenen Versionen der gekürzten Bibelverse können nun im Internet auf evangelisch.de bewertet werden und sollen anschließend auch in gedruckter Form als Buch erscheinen.

Ein Beispiel für eine getwitterte Bibelpassage mit 122 Zeichen sieht so aus:

“Cool, dass hier Leute nach meinem Gebot leben. Macht weiter so und lebt in Gottes Liebe nach seinem Gebot: liebt einander.”

Zum Vergleich die Originalform im Zweiten Brief des Johannes Kapitel 1, Vers 4-6:

“Ich bin sehr erfreut, dass ich unter deinen Kindern solche gefunden haben, die in der Wahrheit leben nach dem Gebot, wie wir sie vom Vater empfangen haben: und nun bitte ich dich , Herrin, – nicht, als würde ich dir ein neues Gebot schreiben, sondern das, was wir von Anfang an gehabt haben, das wir uns untereinander lieben, und das ist die Liebe: dass wir leben nach seinen Geboten, das ist das Gebot, wie ihr es gehört habt von Anfang an, dass ihr darin lebt.”

Quellen: dradio.de, evangelisch.de

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  1. Die Infantilisierung der Menschheit macht gewaltige Fortschritte. Flachgang heißt das neue Lebensziel. Da hilft nur ein konsequentes Handyverbot.