Viel Sonne, gute Musik und noch mehr kulturelle Einblicke: Am gestrigen Montag ist das 21. Africa Festival in Würzburg zu Ende gegangen. Rund 100.000 Menschen haben in der Zeit vom 29. Mai bis 1. Juni die Mainwiesen bevölkert und dank des friedlichen Miteinanders einmal mehr Brücken zwischen verschiedenen Welten gebaut. Mit Sara Tavares (Kapverden) und Salif Keita (Mali) fand das traditionsreiche Spektakel nun seinen krönenden Abschluss.
“Wir werden uns wiedersehen!”, tönte es am Ende der 20. Ausgabe des Africa Festivals euphorisch über das Gelände am Ufer des Mains. Und auch, wenn Pressesprecher Christian Raith mit Blick auf das “grandiose Erlebnis” anlässlich des Jubiläums die Erwartungshaltung für das 21. Festival ganz vorsichtig zurück schrauben wollte, geschehen ist ein Jahr später genau das Gegenteil.
Besucherrekord am dritten Festivaltag
“Die Resonanz in diesem Jahr war überwältigend”, fasste er nun sichtlich zufrieden zusammen, was sich heuer zwischen 74 Basarständen und insgesamt 500 Quadratmeter Bühnenfläche ereignete. Welt- und Vorpremieren konnten gefeiert, herausragende Künstler sowohl auf der Offenen wie auch auf der Zirkuszeltbühne erlebt und sogar ein hauseigener Rekord aufgestellt werden. Ganze 38.114 Gäste durfte das Afro Project Team rund um Dr. Stefan Oschmann allein am letzten Sonntag begrüßen. “Diese Zahl hat es”, da ist sich Karl-Georg Rötter, Mitglied des Organisationsteam, sicher, “noch nie gegeben.” Denn nicht nur der Wettergott hat in diesem Jahr erneut mitgespielt, sondern auch alle Beteiligten vor und hinter den Kulissen, die sich Kooperation, Vielfalt und Miteinander ganz groß auf die Fahnen geschrieben hatten. So wurden nicht nur die erstmals initiierten “Begegnungen zweier Weinkulturen” zu einem vollen Erfolg und sollen entsprechend weiter geführt werden, sondern auch so manch caritatives Engagement. Hatte Michael Stolz von M.W.A.N.Z.A. e.V. noch vor wenigen Monaten gefragt, ob es zu schaffen sei, 1000 Schulbänke für Mwanza zu finanzieren, war am gestrigen Montag gewiss: Würzburgs Bildungseinrichtungen, Vereine und sogar Skatrunden hatten es möglich gemacht und Spendengelder für insgesamt 1302 Bänke im Gegenwert von rund 65.000 Euro zur Verfügung gestellt.
“Es ist nicht nur eine Tanzparty”
Wieder einmal ist es in der kleinen unterfränkischen Universitätsstadt gelungen, Brücken mit Hilfe von Musik und Kultur zu bauen. Das bestätigte auch Sonwabo Eddie Funde, Botschafter Südafrikas, während der abschließenden Pressekonferenz. Er zeigte sich von der Vielfalt des Angebots, das er zum ersten Mal “live” erlebte, sichtlich beeindruckt. “Es ist nicht nur eine Tanzparty”, betonte er in Anbetracht der verschiedenen Podiumsdiskussionen oder Aktivitäten im Universitätszelt. Hier bestehe die Möglichkeit, wichtige Themen wie zum Beispiel “Albinismus“, aber auch die Fußballweltmeisterschaft 2010 zu diskutieren. Die Freude über das große Interesse der Deutschen, die aus allen Teilen der Republik gen Würzburg strömten, um mehr über seine Heimat zu erfahren, bewegte ihn sichtlich. “Ich wünsche mir, dass die Aktivitäten des Festivals weiter wachsen”, gab er der Runde mit auf den Weg. Dr. Stefan Oschmann konnte diese Hoffnung schon jetzt nähren. Neben Ost- soll vor allem Südafrika den thematischen Schwerpunkt im kommenden Jahr bilden und neben der hiesigen Küche unter anderem so bekannte Namen wie Jonas Gwangwa ins Fränkische holen.
“Musikalische Begegnung unterschiedlicher Kulturen”
Am Ende eines solchen Mammutprojekts, an dem sich rund 300 helfende Hände allein während des Festivals beteiligt haben, fällt es schwer, Höhepunkte herauszuarbeiten, gesteht Christian Raith den Journalisten. Über 250 Musiker sorgten für unvergessliche Momente. Doch mit dem an Perfektion kaum zu überbietenden Konzert des 73-jährigen Klaus Doldinger am Sonntagabend, der mit seiner “musikalischen Begegnung unterschiedlicher Kulturen” für unglaublichen Enthusiasmus gesorgt habe, stehe ein solcher wohl fest.
Nun sind sie also verklungen, die letzten Töne des 21. Africa Festivals. Mit Sara Tavares (Kapverden) und Salif Keita (Mali) fand das traditionsreiche Spektakel seinen krönenden Abschluss. “Alles beginnt mit Musik”, hatte der Kämpfer für die Rechte der Albinos, der während seines Auftritts hierfür mit dem Festival Award ausgezeichnet wurde, einmal gesagt.
Da bleibt auch den tausenden Augenpaaren, die ihm bis zum Schluss gebannt lauschten, nur eine Botschaft mit auf den Weg zu geben: Nach dem Festival ist vor dem Festival.
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