Das unrühmliche Ende des Gordon Brown?

Premier Minister Gordon Brown droht das vorzeitige Aus. Schon seit längerem schwindet die Unterstützung für ihn in Großbritannien und jetzt auch rapide in der eigenen Partei. Die britische Öffentlichkeit steht nicht mehr sprachlos vor dem Sumpf aus Korruption und Spesenreiterei, das sich bei den parlamentarischen Parteien Schritt für Schritt entlarvt.

gbroq.jpgPremier Minister Gordon Brown droht das vorzeitige Aus. Schon seit längerem schwindet die Unterstützung für ihn in Großbritannien und jetzt auch rapide in der eigenen Partei. Die britische Öffentlichkeit steht nicht mehr sprachlos vor dem Sumpf aus Korruption und Spesenreiterei, das sich bei den parlamentarischen Parteien Schritt für Schritt entlarvt. Leider nimmt die deutsche Medienlandschaft kaum an dieser Tragödie des britischen parlamentarischen Systems teil. Umso mehr muss mit heftigen Verwerfungen jetzt bei der Europawahl in Großbritannien gerechnet werden. Spätestens nach der Wahl könnte die Stunde der Wahrheit für Gordon Brown kommen.

Finanzmärkte drängen auf einen Regierungswechsel

Während sich in der Labour Party die Parlamentsabgeordneten sammeln, die Gordon Brown zum Rücktritt auffordern wollen, sein Kabinett einem rapiden Schwund ausgesetzt ist, glaubt Brown sich durch Kabinettsumbildung noch retten zu können. Die Finanzmärkte signalisieren jedoch bereits durch eine fallenden Pfundkurs und sinkende Kurse für britische Staatsanleihen, dass das Vertrauen der Wirtschaft in die Regierung von Gordon Brown auf den Nullpunkt gefallen ist. Damit wäre er als Premierminister bereits nach knapp zwei Jahren im Amt gescheitert. Wer seine Nachfolge antreten könnte, ist derzeit noch völlig offen. Wann Neuwahlen stattfinden könnten ebenso.

Die jetzige Krise offenbart langjährige Missstände

Allerdings muss Brown jetzt auch für einen schleichenden moralischen Verfall der Labour Partei unter seinem Vorgänger Tony Blair geradestehen. Der hatte mit seinem Konzept der “New Labour Party” einen Wechsel der noch stark in den Traditionen der Arbeiterbewegung verankerten Old Labour Party eingeleitet. Als Reformer sagte er sich von diesen Traditionen los, zugleich adaptierte er große Teile der unter Margaret Thatcher marktradikalen Programmatik der konservativen Partei und führte sie unter New Labour fort. Damit legten beide auch den Grundstein für die jetzt insbesondere auch Großbritannien mit besonderer Härte treffenden Finanz- und Immobilienmarktkrise.

Dabei öffnete sich die Partei auch dubiosen Spendern und wurde durch deren Lobbyisten massiv beeinflusst und kontrolliert. Einer der Hauptakteure, die die Politik der “New Labour-Regierungen” solchen Lobbyisteneinflüssen öffnete war Peter Mandelsson. Mithin ist der jetzt entstandene Skandal ein Ergebnis eines lang andauernden Prozesses der Korrumpierung des britischen parlamentarischen Systems. Die Frage ist derzeit völlig offen wie eine personelle Erneuerung stattfinden soll, da diese Korruption sich schon sehr tief in das Parteiengeflecht verankert hat. Es wird jedenfalls ein langwieriger schmerzvoller Weg werden.

Photo Quelle/Copyright: Downing Street, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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